Vitamin D Mangel: Symptome, Ursachen, Behandlung

​Vitamin D gehört zur Gruppe der fettlöslichen Vitamine und wird zum Großteil durch die Einwirkung von UVB – Strahlung in der Haut gebildet. Der wichtigste Bestandteil von Vitamin D ist das Calcitriol oder D – Hormon, welches die Besonderheit hat, dass es vollständig im Körper produziert werden kann. Vitamin D hat die Funktion, den Phosphat- und Calciumstoffwechsel im Körper zu regulieren und spielt daher eine essentielle Rolle im Knochenbau und bei der Entwicklung der Zähne. In der Regel lässt sich der tägliche Bedarf durch etwa ein bis zwei Stunden Sonne pro Tag abdecken. Ein Mangel an Vitamin D wird oftmals unterschätzt und kann weitreichende Folgen haben, wie beispielsweise ein erhöhtes Risiko für zahlreiche Infektionen, Frakturen, Organschädigungen oder sogar Krebskrankheiten. Deshalb ist es so wichtig, zu wissen, wie man einen solchen Mangel vorbeugen und bereits bestehende Symptome behandeln kann. Der folgende Artikel soll Ihnen dabei behilflich sein, einen Überblick über die verschiedenen Symptome, Folgen, Ursachen sowie die Behandlung eines Vitamin D Mangels geben.

​Vitamin D Mangel Symptome

1. Müdigkeit aufgrund von Vitamin D Mangel

Ein starkes Müdigkeitsgefühl trotz genügend Schlaf ist ein weit verbreitetes Symptom des Vitamin D Mangels. Diese Müdigkeit kann uns stark in unserem sozialen Leben und unserer Produktivität einschränken. Besonders Menschen der nördlichen Hemisphäre sind sehr häufig davon betroffen (Nilsson, n.d.). Das liegt vor allem daran, dass in diesen Klimazonen die Wintermonate dunkler und kälter sind als in der südlichen Hemisphäre. Da Vitamin D eine wichtige Rolle bei der Stärkung des Immunsystems sowie der neuromuskulären Funktion spielt, ist es nicht verwunderlich, dass ein Mangel Müdigkeitserscheinungen hervorruft.

Eine Studie von Roy et al. (2014) untersuchte Patienten mit Mattheitserscheinungen. Den Patienten wurde 5 Wochen lang ein Vitamin D Präparat oral verabreicht und es zeigte sich, dass die Müdigkeitssymptome nach Ablauf der 5 Wochen signifikant zurückgegangen waren (Satyajeet et al., 2014). Liegt eine solche Müdigkeitserscheinung vor, treten häufig ähnliche Symptome wie Störungen des Schlafs, Schwierigkeiten bei der Konzentration sowie Niedergeschlagenheit auf. Diese entstehen durch einen unausgeglichenen Calcium – Gehalt im Körper (Nilsson, n.d.). In einer Studie der Louisiana State University wurde herausgefunden, dass ein Zusammenhang zwischen der Hautpigmentierung und der Anfälligkeit für Müdigkeitserscheinung durch Vitamin D Mangel besteht. Laut dieser Studie sind Menschen mit einer dunkleren Hautpigmentierung weniger empfänglich für die oben genannten Symptome, da ihre Haut das UV – Licht besser aufnehmen und die Vitamin – D - Produktion somit besser anregen kann (Nilsson, n.d.).

2. Verlangsamte kognitive Funktionen

Erst kürzlich durchgeführte Studien konnten zeigen, dass sich ein Vitamin D Mangel auf die Ausführung kognitiver Funktionen auswirken kann. Vitamin D spielt eine wichtige Rolle bei der Synthese neurotroper Faktoren, welche für das Überleben von Nervenzellen wichtig ist. Auch wird angenommen, dass Vitamin D autoimmunologische Schäden im neuronalen System verhindern könne (Beise, 2011). Die italienische InCHIANTI – Studie zielte darauf ab, Risikofaktoren für kognitive Beeinträchtigungen im Alter zu bestimmen. Dazu wurden die Probanden im Alter über 65 Jahren in den Bereichen visuelle Aufmerksamkeit sowie motorische und exekutive Funktion getestet. Es konnte nachgewiesen werden, dass Menschen mit einem sehr niedrigen Vitamin D Mangel ein bis zu 60 Prozent höheres Risiko haben, in den nächsten Jahren kognitive Beeinträchtigungen zu erfahren (Llewelynn et al., 2010).

Auch existiert offenbar ein Zusammenhang zwischen Vitamin D und einem besseren Gedächtnis im hohen Alter. Dies betrifft insbesondere Menschen mit einem weniger hohen Bildungsniveau. Dabei gilt, dass sowohl das Kurzzeit – und Arbeitsgedächtnis umso besser funktionieren, je höher der Vitamin – D – Spiegel ist (Assmann et al., 2015). In einer Studie von Miller et al. (2015) konnte nachweisen, dass der Vitamin – D – Spiegel im Falle einer Demenz signifikant niedriger ist als bei Personen ohne kognitive Einschränkungen. Jedoch fiel die Geschwindigkeit bestimmter Gedächtnisfunktionen nach Gabe von Vitamin D Präparaten zwei- bis dreimal schneller aus als davor. Dies zeigt, dass ein ausreichend hoher Vitamin D – Spiegel besonders im mittleren bis hohen Alter essentiell ist, um den beschleunigten Abbau kognitiver Fähigkeiten zu verlangsamen (Miller et al., 2015).

3. ​Vitamin D Mangel und Depressionen

Kaum stehen die dunklen Herbst- und Wintermonate vor der Tür, zieht ein Gefühl der Schlappheit und Müdigkeit auf: Die Winterdepression hält Einzug. Hierbei besteht ein signifikanter Zusammenhang zwischen dem Mangel an Sonnenlicht und der daraus resultierenden Vitamin D – Produktion während dieser Monate und einem erhöhten Depressionsrisiko (Nilsson, n.d.). Zahlreiche Untersuchungen ergaben, dass es eine starke Beziehung zwischen dem Vitamin D – Spiegel und dem Risiko einer Depression gibt. Eine Studie von Anglin et al. (2013) untersuchte, inwieweit der Mangel an Vitamin D mit dem Depressionsrisiko zusammenhängt. Die Resultate zeigten, dass Patienten mit diagnostizierter Depression einen deutlich geringeren Vitamin – D Gehalt besitzen als gesunde Menschen. Es wird vermutet, dass das Vorhandensein von Vitamin D eine wichtige Rolle in den Aktivierungsregionen des Hormons Serotonin spielt. Ein Mangel dieses Hormons ist ursächlich für die Entstehung einer Depression (Anglin et al., 2013). Aus den Statistiken dieser Studie lässt sich ebenfalls ableiten, dass Menschen mit einem niedrigen Vitamin D - Spiegel einem höheren Depressionsrisiko ausgesetzt sind. Penckofer et al. (2010) suggerieren deshalb, dass eine Vitamin – D – Supplementierung eine potentielle Rolle zur Vorbeugung einer Depression spielen könnte. Dazu zählen die ausreichende Aufnahme von Sonnenlicht sowie der Verzehr von Vitamin D – reichen Speisen.

Auch in der Behandlung von Depression aufgrund eines Vitamin D Mangel liefert die Zufuhr von ebenjenem Vitamin interessante Ergebnisse. Eine Studie verabreichte Frauen mit einer depressiven Episode 12 Wochen lang Vitamin D – Präparate. Im Laufe der Behandlung zeigten sich eine deutliche Verbesserung ihres Zustandes sowie eine Abstufung der Stärke ihrer Depression (Heyes, 2013).

​​​​​4. Muskelschwäche und Muskelschmerzen

Eine weit verbreitete erste Symptomatik von Vitamin D Mangel ist Muskelschwäche. Sie macht sich auf verschiedene Art und Weisen bemerkbar: Betroffene klagen über eine Schwere in den Beinen, Schwierigkeiten beim Treppensteigen und Aufstehen sowie eine schnellere Ermüdung der Muskeln (Janssen et al., 2002). Die Schmerzen und Beschwerden fangen zwar subtil an, bei andauerndem Vitamin D – Mangel verschlimmern sie sich jedoch zunehmend. Besonders bei betagten Menschen ist das Auftreten dieser Symptome nicht selten, es kommt häufig zu starken Einschränkung in der Bewegung. Eine Studie von Rasheed et al. (2013) stellte die Hypothese an, dass Skelettmuskeln Vitamin D - Rezeptoren besitzen, welche verschiedene Transkriptionsfaktoren modulieren und somit Muskelzellen schneller auswachsen lassen.

Des Weiteren hat Vitamin D die Aufgabe, Calcium aktiv in die sarcoplasmischen Retikuli (Bestandteil der Muskelzelle) zu transportieren, welche zur Muskelkontraktion benötigt werden (Rasheed et al., 2013). In einem Experiment von Janssen et al. (2002) wurde einer Gruppe älterer Probanden im Alter von 65 bis 95 Jahren 6 Monate ein Vitamin D Präparat verabreicht. Nach Ende der Untersuchung zeigten sich Verbesserungen in der Beweglichkeit der Knie sowie beim Gehen und der Körperschwankung. Auch konnten durch die Gabe des Präparates die Zeit fürs Anziehen sowie die Häufigkeit des Hinfallens reduziert werden.

5. Haarausfall aufgrund von Vitamin D Mangel

Eine Aufgabe von Vitamin D ist die Stimulation des Haarwachstums. Dies geschieht in 3 Phasen: Anagen, Katagen und Telogen. Das Haarwachstum findet in der Anagen – Phase statt. Dieses hört anschließend in der Katagen – Phase auf, und erreicht dann die Telogen – Phase, in welcher das Haar seinen abgestorbenen Zustand erreicht hat. Liegt ein Mangel an Vitamin D vor, gerät dieser Zyklus durcheinander, die Phasen verlängern oder verkürzen sich, was zu Haarausfall führen kann, da das Haarfollikelwachstum nun nicht mehr korrekt stimuliert wird und die Haare nicht mehr nachwachsen können. Vitamin D wird primär in der Anagen – Phase benötigt, da es hier das Wachstum des Haarfollikels steuert. Wenn aber nicht genügend Vitamin D vorhanden ist, kann in der Übergangszeit auch kein neues Haar gebildet werden, es fallen also mehr Follikel aus als neue entstehen (Sakai et al., 2001). Offenbar ist jedoch nicht das gesamte Vitamin D für diese Wirkung verantwortlich, sondern lediglich der VDR – Rezeptor, der das Vitamin bindet (Demay et al., 2007).

Es besteht außerdem eine Korrelation zwischen der Schwere des Haarausfalls mit der Schwere des Vitamin D – Mangels. Jedoch bleibt noch zu untersuchen, ob die Supplementierung von Vitamin D den Haarausfall aufhalten oder reversieren kann (Aksu Cerman et al., 2014).

​​​​​6. Schlafstörungen

Rezente Untersuchungen zeigten, dass sich Vitamin D sowohl auf die Schlafqualität als auch auf die Schlafquantität auswirkt. Eine Studie untersuchte über 3.000 Männer im Alter über 68 und konnte nachweisen, dass ein Vitamin D Mangel mit weniger Schlaf sowie Unterbrechungen währen des Schlafens einhergeht. (Breus, 2016). Die Schlafeffizienz der Männer mit einem niedrigen Vitamin D – Spiegel lag bei unter 70 Prozent, was sich in Störungen des Schlafverhaltens bemerkbar macht. Eine gesunde Schlafeffizienz liegt in der Regel bei 85 % und mehr. Eine gestörte Schlafeffizienz macht sich auf verschiedene Art und Weise bemerkbar. Zum einen fällt es den Betroffenen sehr schwer, abends einzuschlafen, oftmals liegen sie noch lange wach. Weiterhin ist ein zu frühes Erwachen nicht unüblich, sowie mehrere Wachheitsepisoden im Laufe der Nacht (Breus, 2016). Der Schlafzyklus wird somit mehrfach unterbrochen, was eine ausreichende Erholung für den nächsten Tag verhindert, da die Schlafphasen nicht korrekt durchlaufen werden können (Stallmach, 2014). Auch sank die durchschnittliche Schlafdauer auf weniger als 5 Stunden pro Nacht. Durch das gestörte Schlafverhalten können sich die Betroffenen nachts nicht erholen und die Störungen resultieren in einer Müdigkeit, die tagsüber anhält.

Die Supplementierung von Vitamin D führt hierbei nicht nur zum Rückgang der oben beschriebenen Symptome, auch die allgemeine Schlafqualität wird erheblich verbessert, sodass eine ausreichende Erholung wieder gewährleistet werden kann (Ward, 2017).

7. Hautprobleme

Im Zusammenhang mit einem zu niedrigen Vitamin D – Spiegel stehen eine Vielzahl von Hauterkrankungen und Hautproblemen. Dazu zählen unter anderem Atopische Dematitis, Ekzemen, Schuppenflechten oder Akne. Das durch den Vitamin D – Mangel entstandene Kalziumdefizit wirkt sich auf die oberen Hautschichten auf. Die Haut ist weniger widerstandsfähig und anfälliger für Reizungen (Nilsson, n.d.).

Ein geringer Vitamin D – Spiegel führt zu einer erhöhten Talgproduktion in den Hautzellen. Die Poren verstopfen bei einer Überproduktion, was im schlimmsten Fall zu Akne führen kann (Lalonde, 2017). Aufgrund der Anfälligkeit der Haut bei Menschen mit einem niedrigen Vitamin D – Spiegel steigt auch die Wahrscheinlichkeit einer Bildung von Atopischer Dermatits. Rissige Haut ist eine Mangelerscheinung von Vitamin D – Mangel, sie spendet weniger Feuchtigkeit und trocknet aus. Dies verursacht einen ständigen Juckreiz und das daraus resultierende Aufkratzen der betroffenen Hautpartien beschädigt die Hautbarriere noch mehr, was die Ausbreitung der Neurodermitis unter Umständen noch fördert (Nilsson, n.d.).

Auch Schuppenflechte können durch eine mangelhafte Aufnahme von Vitamin D zustande kommen. Dabei setzt sich eine dicke Schicht aus abgestorbenen Hautzellen auf der Haut ab und verursacht auch hier einen starken Juckreiz. Vitamin D arbeitet dem entgegen, indem es die entzündungsfördernde Wirkung der betroffenen DNA aufhebt und die Ausbreitung der Erkrankung somit verhindert (Dombrowski et al., 2011).

8. Anfälligkeit für Infektionen

Da Vitamin D eine so wichtige Rolle bei der Stärkung des Immunsystems spielt, ist es nicht verwunderlich, dass eine Mangel dieses Vitamins mit einer geschwächten Immunabwehr einhergeht und der Körper somit anfällig für diverse Infektionen ist. Das Vorhandensein des Vitamins steigert die Produktion von körpereigenen Antibiotika und macht den Organismus somit resistenter gegen Erreger. Auch bei Allergien hat das Vitamin D die Fähigkeit, antiallergische und anti – inflammatorische Botenstoffe in den Immunzellen zu aktivieren und zu verstärken (Müller, 2017). Ist zu wenig Vitamin D im System vorhanden, kann keine korrekte Immunabwehr garantiert werden, Bakterien und Viren können somit leichter eindringen und Erkrankungen verursachen (Aranow, 2012). Auch erhöht sich in diesem Falle das Risiko von Entzündungsprozessen in den Zellen, welches zu Gewebeschädigungen oder Erkrankungssymptomen führen kann (Mangin et al., 2014).

Besonders betroffen von diesen Problemen sind Menschen mit Allergien, Asthma oder Lungenerkrankungen betroffen, da hier das Risiko für eine Infektion der Atemwege durch einen Vitamin D Mangel bis zu fünfmal höher ist als bei Personen, die nicht unter diesen Erkrankungen leiden. Dies stellt eine plausible Erklärung dafür dar, warum es insbesondere in den Herbst- und Wintermonaten so häufige Grippewellen gibt. Durch die geringere Sonneneinstrahlung fehlt dem System das Vitamin D, man ist anfälliger für Infektionen. Daher ist es in dieser Zeit besonders wichtig, dass Sie genügend Vitamin D supplementieren, um das Infektionsrisiko zu senken (Müller, 2017).

9. Knochenschmerzen und Anfälligkeit für Frakturen

Vitamin D hat die Aufgabe, den Calciumhaushalts im Organismus zu regulieren, was eine besondere Rolle bei der Stärkung und Mineralisierung der Knochen. Besteht ein Defizit im Vitamin D –Haushalt, so kann sich dies stark auf die Knochen auswirken. Eine verbreitete Symptomatik ist hier beispielsweise das Auftreten von Knochenschmerzen sowie ein erhöhtes Risiko für Knochenfrakturen, wobei die Bereiche Hüfte, Handgelenk und Unterarm besonders anfällig dafür sind. Wenn nicht genügend Mineralien in den Knochen angelagert werden können, werden diese brüchig und können leichter deformieren und brechen. Weiterhin besteht ein erhöhtes Sturzrisiko, da die Knochen an Stabilität verlieren.

Dies ist besonders problematisch bei älteren Menschen, da ein Sturz bei ihnen weitaus fatalere Auswirkungen haben kann und das Verletzungsrisiko durch die ohnehin schon brüchige Knochenstruktur wesentlich höher ist als bei jüngeren Menschen. Auch wird die Knorpelbildung eingeschränkt, was ein erhöhtes Entzündungsrisiko sowie einen Verschleiß an den Gelenken mit sich bringt. Infolge der Schwächung der Gelenks- und Knochenstruktur besteht auch die Gefahr der Bildung einer Arthrose. Diese entsteht, wenn durch den Vitamin D Mangel keine ausreichende Speicherung von Spurenelementen und Mineralien in den Knochen geschehen kann (Nilsson, n.d.).

10. Probleme bei der Wundheilung

Das langsame Verheilen von Wunden lässt sich als Anzeichen für einen Mangel an Vitamin D deuten. Um dem erhöhten Infektionsrisiko bei einer offenen Wunde entgegenzuwirken, muss das Immunsystem antimikrobielle Peptide produzieren, welche die Aktivität von Rezeptoren gegen Erreger steigern. Vitamin D ist essentiell für einen korrekten Vorgang der Wundverschließung, da es anti – inflammatorische Charakteristiken besitzt, die das Entzündungsrisiko maßgeblich senken. Auch ist Vitamin D an der Produktion von Gewebe für die Wundverschließung und Hautneubildung verantwortlich, weshalb ein Mangel den Heilvorgang erheblich verzögert.

Dies ist besonders problematisch bei Menschen mit einer diagnostizierten Diabeteserkrankung und einem damit einhergehenden Diabetischen Fußsyndrom. Die Füße sind hierbei anfälliger für Infektionen und mit einem zusätzlichen Mangel an Vitamin D steigt das Risiko einer Entzündung stark an.

​​​​​11. Appetitlosigkeit

Auch auf das Ausmaß des Appetits kann ein Mangel an Vitamin D Einfluss haben. Liegt ein Defizit vor, geht dies häufig mit einem Appetitverlust einher, der sich je nach Ausprägung des Mangels über einen mehr oder minder langen Zeitraum erstreckt. Rezente Studien konnten nachweisen, dass Vitamin D – Rezeptoren einen Einfluss auf den Hypothalamus haben, und demnach auch auf die Regulierung von Sättigungs- Hunger- und Essensprozessen (Sisley et al., 2016). Für die Appetitregulierung ist eine Vielzahl an Hormonen verantwortlich, dazu zählt auch das Vitamin D. Ist die benötigte Menge im Körper nicht vorhanden, kann der Appetit nicht mehr korrekt angeregt werden, und die Betroffenen verspüren kaum oder nicht mehr das Bedürfnis, etwas zu essen.

​Vitamin D Mangel Folgen

1. Osteomalazie und Osteoporose

​Unter Osteoporose oder Knochenschwund wird eine Abnahme der Knochendichte verstanden, die häufig mit dem Alterungsprozess einhergeht. Sie entsteht, wenn das Knochengewebe schneller abgebaut wird als sich neues Gewebe bilden kann. Unter anderem kann dies passieren, wenn ein Mangel an Vitamin D im System vorliegt. Ohne Vitamin D wird nicht genügend Calcium in den Knochen abgelagert, was sich in brüchigen und schmerzenden Knochen bemerkbar macht (Lips & van Schoor, 2011). Dadurch erhöht sich auch das Risiko, durch leichte Stürze schon Knochenfrakturen oder Entzündungen der Gelenke zu erleiden. Es muss jedoch gesagt werden, dass eine Osteoporose nicht durch einen kurzfristigen Vitamin D Mangel entsteht, sondern das Resultat von jahrelangen Defizitzuständen ist. Da Menschen in hohem Alter die Hauptbetroffenengruppe von Osteoporose darstellt, ist hier ein Mangel an Vitamin D besonders gefährlich, da die Knochen hier bereits im Abbauprozess und schon sehr fragil sind.

Eine weitere Folge des chronischen Vitamin D Mangels ist das Risiko für Osteomalazie. Bei dieser Erkrankung handelt es sich um eine mit starken Schmerzen verbundene Erweichung der Knochen, welche durch eine unzulängliche Mineralisierung der Knochen entsteht. Ohne die harte Grundsubstanz der Knochen kann sich dieser verbiegen. Einher mit dieser Erkrankung gehen Symptome wie Knochenschmerzen, Muskelschwäche, Bewegungseinschränkungen und ein erhöhtes Sturz- und Frakturrisiko (Bhan, Rao & Rao, 2010).

2. Demenz

Erst kürzlich durchgeführte Studien zeigten, dass offenbar ein Zusammenhang zwischen dem Vitamin D – Spiegel und Demenz besteht. Sommer et al. (2017) konnten in ihrer Studie feststellen, dass ein chronischer Vitamin D Mangel zu einem bis zu zweimal höheren Risiko für eine Demenzerkrankung besteht. Eine Insuffizienz von Vitamin D führt nachweislich zu einer beschleunigten Einschränkung des episodischen Gedächtnisses sowie der exekutiven Funktionsleistung des Gehirns (Sauer, 2015).

Eine Studie von Littlejohns et al. (2014) zeigten in ihrer Studie, dass ein Vitamin D Defizit nicht nur die Wahrscheinlichkeit von Demenz, sondern auch von Alzheimer erhöhen kann. Vitamin D Rezeptoren werden durch Areale des Gehirns aktiviert, welche mit den Gedächtnisfunktionen zusammenhängen. Das Enzym, welches Vitamin D synthetisiert, wird ebenfalls in diesen Regionen produziert, weshalb Vitamin D hier eine wichtige Rolle beim Wachstum und bei der Funktion von Nervenzellen spielt. Auch lässt sich aus verschiedenen Meta – Analysen ableiten, dass ein langfristiger Mangel an Vitamin D im System zu einem erhöhten Risiko für Schlaganfälle oder Hirninfarkte führen kann. Außerdem aktiviert Vitamin D Immunzellen, welche für den Abbau von Alzheimer auslösenden Plaque- Ansammlungen verantwortlich sind.

Eine weitere Studie konnte nachweisen, dass die Vitamin D – Rezeptoren den inflammatorischen Prozess der Alzheimer – Erkrankung hemmen und somit den altersbedingten Verfall der Lern- und Gedächtnisleistung verlangsamen können (Littlejohns et al., 2014).

3. Herz – Kreislauferkrankungen

Vitamin D ist in verschiedenen Gewebssorten vorhanden und führt dort spezifische Aufgaben aus, so auch in Cardiomyozyten und der Vaskulären glatten Muskulatur an den Gefäßwänden. Menschen, die einen Mangel an Vitamin D aufweisen, besitzen eine erhöhte Wahrscheinlichkeit auf kardiovaskuläre Erkrankungen (Judd & Tangpricha, 2009). Die häufigsten durch Vitamin D Defizite ausgelösten Erkrankungen dieser Art sind Arterielle Hypertonie (Bluthochdruck), Herzversagen und Herzrhythmusstörungen.

Vitamin D hat die wichtige Aufgabe, im Gewebe des Herzens aktiv gegen Verletzungen vorzugehen und beschädigte Cariomyozyten mithilfe von Proteinen zu regenerieren. Wenn nicht genügend Vitamin D zur Verfügung steht, kann eine vaskuläre Entzündung nicht mehr effektiv verhindert werden (Mozos & Marginean, 2015). Dies verursacht eine Verkalkung der Arterien, eine sogenannte Arteriosklerose (Judd & Tangpricha, 2009).

Ein Mangel an Vitamin D kann auch zu Bluthochdruck führen, was im schlimmsten Fall in Herzrhythmusstörungen oder einem Herzinfarkt resultieren kann (Nielsson, n.d.). Bei einer Hypertonie wird der Herzmuskel überlastet, was zu einer krankhaften Vergrößerung führt. Es lassen sich Vitamin D Rezeptoren in den Gefäßwänden finden, welche dafür zuständig sind, eine größere Elastizität der Gefäßwände zu garantieren. Besteht ein Mangel, kann das Hormon Angiotensin nicht mehr gehemmt werden und es kommt zu einer Gefäßverengung, was wiederum ein Ansteigen des Blutdrucks zur Folge hat (Nielsson, n.d.).

4. Atemwegserkrankungen

Besteht ein niedriger Vitamin D – Spiegel, so ist das Risiko einer Atemwegserkrankung erhöht. Hierbei sind insbesondere Menschen in hohem Alter betroffen. Eine Studie von Hirani (2013) konnte nachweisen, die Wahrscheinlichkeit, mit einem schweren Vitamin D – Mangel im Alter über 65 Jahren eine Erkrankung der Atemwege zu bekommen, mehr als doppelt so hoch ist wie bei einem normalen Vitamin D – Spiegel. Es besteht die Annahme, dass ein mangelhaftes Vorhandensein von Vitamin D im Körper eine beeinträchtigend auf die Immunreaktion gegen Virusinfektionen in der Lunge wirken kann (Hirani, 2013). Eine unzureichende Vitamin D – Konzentration stellt daher bei älteren Menschen ein hohes gesundheitliches Risiko dar, da Infektionen der Atemwege hier mit zahlreichen Komplikationen verbunden sind. Pro Jahr fordern diese Erkrankungen ungefähr 2,6 Millionen Tode ein.

Vitamin D entfaltet auf verschiede Art und Weisen seine Wirkung gegen Atemwegserkrankungen. Zum einen erhöht es die Produktion natürlicher Antikörper, welche zur Bekämpfung von körperfremden Organismen wie Bakterien oder Viren dienen. Auch ist bekannt, dass Vitamin D das Immunsystem zu stärken vermag, indem es die Differenzierung und Einwanderung von Monozyten ins Gewebe induziert. Außerdem wird angenommen, dass Vitamin D die phagozytäre Aktivität der Makrophagen erhöht, welche die Aufgabe haben, Mikroorganismen aus dem System zu beseitigen (Charan et al., 2012).

5. Rheuma

Rezente Studien weisen darauf hin, dass ein unzureichender Vitamin D – Haushalt im Zusammenhang mit einer Erkrankung an Rheumatoider Arthritis stehen könnte. Rheuma macht sich in einer chronischen Entzündung der Gelenke bemerkbar. Da Vitamin D essentiell für die Regulation des Knochenmetabolismus sowie die neuromuskuläre Koordination ist, besteht bei Rheuma – Patienten oftmals ein Mangelzustand. Zahlreiche Untersuchungen zeigten, dass Vitamin D im Immunsystem die Aufgabe hat, Immunzellen zu regulieren, welche Proteine (Cytokine) mit inflammatorischen Wirkungen herstellen. Es konnte nachgewiesen werden, dass zwei Cytokingruppen, Interleukin - 17 und Interleukin – 23 ein höheres Level bei Rheumatoider Arthritis aufweisen. Es besteht daher die Annahme, dass ein niedriger Vitamin D – Spiegel für dieses vermehrte Vorkommen der Proteine verantwortlich ist und eine Rheumaerkrankung begünstigen kann (Hunter, 2014). Auch besteht eine negative Korrelation zwischen dem Vitamin D – Spiegel im Körper und der Aktivität der Erkrankung. Das bedeutet, dass sich die Krankheit umso stärker bemerkbar macht, je niedriger dieser Spiegel ist.

Ein weiterer Grund für das erhöhte Rheuma – Risiko bei Vitamin D – Mangel ist außerdem die höhere Entzündungswahrscheinlichkeit der Gelenke. Da die Knochen und Gelenke nicht richtig mineralisiert werden können, werden diese brüchig und bilden Verschleiße. Die dadurch entstehende Reibung zwischen Gelenk und Knochen führt zu einer größeren Entzündlichkeit (Nilsson, n.d.).

6. Krebs

Erschreckende Studien der letzten Jahre zeigten, dass ein Mangel an Vitamin D weitaus fatalere Folgen haben kann als bisher angenommen. Offenbar besteht ein Zusammenhang zwischen dem Verlauf bestimmter Krebserkrankungen mit einem mangelhaften Vitamin D – Haushalt. Hierbei bewirkt das Defizit jedoch nicht die Entstehung von Krebsgeschwüren, jedoch fördert es die Ausbreitung von Tumoren. Wenn nicht genügend Vitamin D zur Immunabwehr vorhanden ist, kann der Organismus bösartige Zellen nicht mehr effektiv erkennen. In dieser Zeit lässt das System Mutationen an der DNA zu und begünstigt somit die Krebsbildung (Nilsson, n.d.). Auch wird somit die anti – tumorale Regulation der Zellen nicht korrekt ausgeführt, was zur Ausbreitung der Krebsgeschwüre führt.

Eine Studie aus dem Jahre 2014 belegte, dass ein Vitamin D – Mangel negative Auswirkungen auf den Verlauf der Krebserkrankung hat. So erhöht sich mit einem solchen Mangel die Mortalität um das bis zu 1,57 – fache (Nilsson, n.d.).
Brustkrebs ist besonders verbreitet in Regionen mit weniger Sonneneinfall während der Herbst- und Wintermonate und steht daher in direktem Zusammenhang mit Vitamin D – Defiziten. Es wird angenommen, dass Frauen mit dem niedrigsten gemessenen Spiegel ein bis zu fünfmal höheres Risiko für Brustkrebs besitzen als Frauen mit einem gesunden Spiegel. Ein mangelhaftes Vitamin D – Vorkommen im Organismus kann ein Auslöser für das beschleunigte Fortschreiten von Metastasen in der Brust sein (Garland et al., 2006). Eine supplementäre Einnahme von Vitamin D reduziert daher nachweislich das Krebsrisiko.

7. Multiple Sklerose

Bisher gelten die Ursachen der multiplen Sklerose als unentdeckt. Doch kürzlich durchgeführte Studien stellen die Vermutung an, dass ein Vitamin D – Defizit möglicherweise eine wichtige Rolle bei der Entstehung der Krankheit spielt. Multiple Sklerose ist eine entzündliche Nervenerkrankung, bei welcher die Myelinscheide der Neuronen angegriffen wird, was zum Verlust von Nervenfunktionen führt. Als Ursache wird eine Fehlregulation des Immunsystems angesehen, was auch mit dem Vitamin D – Haushalt zusammenhängt.

Es besteht die Annahme, dass das Risiko für Multiple Sklerose steigt, je weiter weg man vom Äquator wohnt, da es besonders in nördlicheren Regionen nicht so viel Sonneneinstrahlung gibt (Swanson, 2016). Eine finnische Studie mit mehr als 8000.000 Frauen zeigte, dass Frauen mit einem unterdurchschnittlich ausgeprägten Vitamin D – Haushalt ein 37% höheres Risiko aufwiesen, in den nächsten 13 Jahren eine MS – Diagnose zu bekommen.

Gründe und Ursachen für einen Vitamin D ​Mangel

Eine Defiziterscheinung von Vitamin D kann viele verschiedene Ursachen haben. Der zentrale Grund für einen Mangel liegt in einer Unterversorgung der Haut mit Sonnenlicht, da hierdurch die größte Vitamin D – Synthese durchgeführt werden kann. Der Aufenthalt in der Sonne produziert durchschnittlich 10.000 IE (Internationale Einheiten). Aus diesem Grund kommt es besonders in sonnenärmeren Gebieten nördlich des Äquators zu einem vermehrten Vitamin D – Mangel. Ein kritischer Zeitraum sind hier die Herbst- und Wintermonate, in denen die Sonne nicht hoch genug am Himmel steht, um das System mit ausreichend UVB – Strahlung zu versorgen (Rotter, n.d.). Ein Mangel an Sonnenlicht kann jedoch auch durch den durchgehenden Aufenthalt in geschlossenen Räumen entstehen.

​Vitamin D Mangel: ​Mangelndes Sonnenlicht ist nicht die einzige Ursache

Tatsächlich gibt es noch weitere Gründe, die einen Sonnenlicht – bedingten Mangel an Vitamin D auslösen können. Allen voran steht hier der Hauttyp. Grundsätzlich benötigen Menschen mit hellen Hauttönen weniger Sonnenlicht zur Produktion von Vitamin D als dunklere Hauttypen. Das Alter spielt ebenfalls eine wichtige Rolle bei der Vitamin D – Produktion, da diese mit voranschreitendem Alter um bis zu 70 Prozent nachlassen kann.

Auch im Sommer können verschiedene Faktoren die nötige Vitamin D – Erzeugung beträchtlich einschränken. Beispielsweise konnte nachgewiesen werden, dass Die Anwendung von Sonnenschutzmittel auf der Haut zu einer um bis zu 90 Prozent verminderten Produktion des Sonnenvitamins führt. Selbsterklärend ist, dass das Tragen von langer Kleidung im Sommer ebenfalls zu einer verminderten Vitamin D – Produktion führen kann, da die Haut somit zum größten Teil bedeckt wird. Diese Problematik ist besonders relevant in arabischen Ländern, da sich hier viele Frauen aus religiösen Gründen verschleiern und daher trotz warmer Klimazone nicht genügend Sonnenlicht abbekommen. Eine seltenere Ursache kann auch die Erkrankung der Haut sein, da beispielsweise besonders bei Schuppenflechten die Bildung von Vitamin D über die Haut signifikant eingeschränkt ist.

Die Konsumierung von Alkohol oder Medikamenten kann sich ebenfalls negativ auf die Aufnahmefähigkeit von Vitamin D auswirken. Eine besonders hemmende Wirkung lässt sich in Antidepressiva, Corticosteroiden, Blutgerinnungshemmern sowie Pharmaka gegen Epilepsie oder Magengeschwüre finden. Wer regelmäßig Alkohol zu sich nimmt, riskiert auf lange Sicht eine starke Schädigung der Vitamin D – Aufnahme. Der Hauptgrund hierfür ist die gestörte Thermogenese des Körpers. Das häufige Trinken von Spirituosen resultiert in einer gehemmten Transportfähigkeit des Vitamins. Durch die alkoholbedingten Leberschäden wird die Aufnahme verschiedener Vitamine gehemmt, es kommt also schnell zu einem Mangelzustand, da die Umwandlung von Vitamin D in das körpereigene Hormon Calciferol nur noch gestört ablaufen kann.

Ein weiterer Auslöser für den Vitamin D – Mangel ist eine Unterversorgung des Körpers mit Vitamin D –armen Lebensmitteln. Sie ist zwar nicht die primäre Ursache für eine Defiziterscheinung, doch besonders im Winter ist der Körper auf eine Vitamin D – reiche Ernährung angewiesen, um den Sonnenmangel auf diese Weise zu kompensieren. Besonders problematisch ist hierbei eine vegetarische oder vegane Ernährungsweise, da sich das meiste Vitamin D in tierischen Produkten wie fettreichem Fisch oder Fleisch, Eiern, Käse und Butter befindet. Vergleichsweise hohe Konzentrationen sind auch in bestimmten Pilzsorten aufzufinden.

Verschiedene Erkrankungen können auch den Grund für eine mangelhafte Aufnahme von Vitamin D über die Nahrung darstellen. Dazu zählen unter anderem Aufnahmestörungen und Entzündungen des Magen – Darm – Traktes oder Erkrankungen, bei denen nur geringe Mengen an Fett aufgenommen werden können (exokrine Pankreasinsuffizienz etc.). Ferner sind auch eine Vielzahl von Mutationserkrankungen bekannt, die die Aufnahme und Produktion des Vitamins stark beeinträchtigen können (Kennel, 2010).

Heutzutage gilt der Vitamin D – Mangel als ein globales gesundheitliches Problem, sogar in Ländern mit hoher Sonneneinstrahlung. Die hohe Prävalenz der Defiziterscheinung lässt sich vor allem durch die mangelhafte Einnahme von Vitamin D durch die Nahrung. Auch der weltweit ansteigende Anteil an Menschen im hohen Alter spielt eine große Rolle, da die Fähigkeit der Vitamin D – Produktion im Laufe der Lebenszeit kontinuierlich abnimmt und daher ein großes Problem darstellt (Palacios & Gonzalez, 2014).

Empfohlener Bedarf​

Es ist bei kaum einem anderen Nährstoff so komplex, den Tagesbedarf zu berechnen wie beim Vitamin D. Das liegt hauptsächlich daran, dass wir das Vitamin nicht ausschließlich durch die Nahrung aufnehmen, sondern es durch das Einwirken von Sonnenlicht selbst synthetisieren können. So lassen sich zwei primäre Quellen bestimmen, aus denen der Bedarf an Vitamin D gedeckt werden kann:

• Vitamin D, welches durch das Sonnenlicht vom Körper selbst produziert wird.
• Vitamin D, welches aus Lebensmitteln bezogen wird.


Im Sommer lässt sich der tägliche Bedarf durch einen 15 – 30minütigen Aufenthalt in der Sonne abdecken, im Winter muss hier jedoch zu den zwei anderen Quellen zurückgegriffen werden. Für sonnenärmere Zeiträume suggerierte die Deutsche Gesellschaft für Ernährung folgende Werte für eine Vitamin D – Supplementierung, damit der Spiegel nicht über die Untergrenze hinaus absinkt.

Laut Empfehlung benötigen Säuglinge bis zum ersten Lebensjahr 400 IE (10 µg). Kinder von 1 bis 5 Jahren, Jugendliche und Erwachsene im Alter von 15 bis 65, Erwachsene ab 65 Jahren sowie Schwangere und Stillende brauchen täglich 800 IE (20 µg) Vitamin D. Diese Richtwerte gelten jedoch nur, sollte eine fehlende endogene /körpereigene Vitamin D – Synthese vorliegen. Es muss hierzu jedoch angemerkt werden, dass diese Empfehlungen heutzutage in Kritik steht, zu gering für einen optimalen Tagesbedarf zu sein. Sie verhindern zwar einen Mangel, jedoch sollte eine 5- bis 10- fache Dosierung angestrebt werden, um gute Blutwerte zu erhalten.

​Natürliche Vitamin D Quellen

Grundsätzlich gibt es also zwei natürliche Hauptquellen, aus denen Vitamin D bezogen werden kann. Den größten Anteil macht hierbei das Sonnenlicht mit 80% des Vitamin D – Bedarfs aus, die restlichen 20% werden über die Nahrung bezogen. Das Einwirken von Sonnenlicht in die Haut führt zu einer Eigensynthese des Körpers von Vitamin D. Bereits nach unter einer Stunde hat der Körper so viel Vitamin D produziert, dass es einer oralen Einnahme von ungefähr 10.000 bis 20.000 IE (Internationale Einheiten) entsprechen würde. Dabei muss jedoch beachtet werden, dass das Sonnenlicht nicht zu jedem Zeitpunkt die gleiche Qualität zur Vitamin D – Produktion besitzt. Die Menge an produziertem Vitamin D hängt unter anderem von äußeren Bedingungen wie der Jahres- und Tageszeit, dem Breitengrad des Aufenthaltsorts, der momentanen Bewölkung sowie von der Höhenlage ab. Individuelle Faktoren, die zu einem unterschiedlichen Ausmaß an Vitamin D – Synthese führen können, sind beispielsweise der Hauttyp, das Alter, die von Kleidung bedeckte Hautfläche oder der Einsatz von bestimmten Sonnenschutzmitteln. Auch spielt die Position des Körpers eine Rolle, da in liegender und stehender Position unterschiedliche Mengen an Vitamin D produziert werden können. Die höchste Intensität der Sonneneinwirkung und somit der Produktion von körpereigenem Vitamin D lässt sich um die Mittagszeit von 11 – 15 Uhr erreichen.

Die zweite Quelle machen Vitamin D – haltige Lebensmittel aus. Hierbei wird zwischen tierischen und pflanzlichen Nahrungsmitteln unterschieden, da diese eine unterschiedliche chemische Form des Vitamin D besitzen. Zu den reichhaltigsten tierischen Lebensmitteln gehören beispielsweise fettreiche Fische wie Hering, Sardine, Thunfisch, Makrele oder Forelle, Lebertran, Austern, Hühnereier, Käse, Butter oder Kuhmilch. Pflanzliche Lebensmittel wären unter anderem Avocado, Steinpilze, Champignons Morcheln oder Pfifferlinge. Durch die Nahrungsaufnahme kann jedoch lediglich ein geringer Teil des Tagesbedarfs abgedeckt werden. Es zeigt sich also, dass die Aufnahme von Vitamin D über die Sonne weitaus nachhaltiger ist als über die Nahrungsaufnahme.

​Auf die richtige Dosierung achten

Nicht nur ein Vitamin D – Mangel ist auf Dauer schädlich, auch eine Überdosierung des Sonnenvitamins kann zahlreiche unangenehme Nebenwirkungen mit sich bringen. Normalerweise liegt bei gesunden Menschen ein Serumspiegel von 32 bis 70 Nanogramm Vitamin D pro Milliliter im Blut vor. Spricht man von einer Überdosierung, findet sich ein bis zu 15 – facher Gehalt im Blut. Eine Überdosierung an Vitamin D geht mit einer übermäßigen Aufnahme von Calcium einher. Laut einer Studie von Vieth (1999) kommt es zu einer Hyperkalzämie, bei welcher sich Nierensteine oder Organverkalkungen bilden können. Der Blutdruck erhöht sich und es treten Beschwerden im Magen – Darmtrakt auf (Erbrechen, Übelkeit, Appetitlosigkeit). Auch wird somit abnormal viel Urin produziert, was im schlimmsten Fall in Nierenversagen resultieren kann.

Da heutzutage ungefähr 70% der Menschen an einem Vitamin D – Defizit leiden, ist das Problem der Unterversorgung ein sehr rezentes. Besonders im Herbst und Winter stellt sich daher die Frage, wie man das fehlende Einwirken des Sonnenlichtes und die damit einhergehende Unterproduktion des Vitamins kompensieren kann. Der benötigte Tagesbedarf lässt sich nicht durch die Aufnahme von Vitamin D über die Nahrung allein regulieren und das im Körper gespeicherte Vitamin D hält meist nicht lange vor. Die Aufnahme von UVB – Strahlung spielt also eine weitaus wichtigere Rolle, als sich manche Menschen bewusst sind. Es ist also wichtig zu wissen, woher man den optimalen Bedarf an Vitamin D bekommen kann, und welche Lebensmittel man zur einer ausreichenden Ergänzung zu sich nehmen sollte, um einer Defiziterscheinung möglichst aus dem Weg zu gehen.

Behandlung und Vorbeugung

Um einem Vitamin D Mangel aus dem Weg zu gehen, sollten Sie zunächst darauf achten, eine möglichst optimale natürliche Aufnahme des Sonnenvitamins für Ihren Körper zu garantieren. Dazu zählen zum einen der regelmäßige Aufenthalt in der Sonne und eine ausgewogene Ernährung. Es empfiehlt sich besonders, im Sommer viel Zeit in der Sonne zu verbringen, um die Vitamin D ​Synthese durch die Haut anzuregen. Vitamin D ​reiche Nahrungsmittel finden sich vorwiegend in tierischen Produkten. Dazu zählen fetthaltiges Fleisch und fettreicher Fisch (Thunfisch, Sardinen, Hering, Makrele etc.), Eier, Milch, Käse oder Butter. Pflanzliche Produkte, die reich an Vitamin D sind, sind unter anderem Avocado und zahlreiche Pilzsorten. Von einer ausschließlich vegetarischen oder veganen Ernährung wird abgeraten, wenn bereits Tendenzen zu einer Vitamin D ​Unterversorgung bestehen, da der Hauptteil des nahrungsbasierten Vitamin D aus tierischen Produkten gewonnen werden kann.

Vitamin D Tabletten: Dosierung und Einnahme

Insbesondere die kälteren Monate im Jahr stellen für viele ein Problem dar, da ein Großteil der sonnenbedingten Vitamin D – Produktion wegfällt und allein durch die Nahrungsaufnahme nicht genügend Vitamin D synthetisiert werden kann. Aus diesem Grund existiert eine Vielzahl an Vitamin D – Supplementen auf dem Markt. Selbstverständlich können diese Supplemente auch bereits zur Vorbeugung von Vitamin D – Defiziterscheinungen angewendet werden.

Die Vitamin D – Präparate sind unterschiedlich in Wirkstoff, Dosierung und Darreichungsform erhältlich. Grundsätzlich kann man zwischen zwei Arten von Präparaten unterscheiden. Zum einen gibt es Präparate mit dem Wirkstoff Cholecalciferol (Vitamin D3), welcher aus tierischen Produkten wie beispielsweise aus dem Wachs des Wollfelles von Schafen, auch Lanolin genannt, gewonnen wird. Auf der anderen Seite gibt es Präparate auf pflanzlicher Basis, hier wird der Wirkstoff Ergocalciferol (Vitamin D2), aus Flechten oder Pilzen gewonnen, verwendet. Ein Nachteil dieser pflanzlichen Alternative ist, dass das Vitamin D2 erst im Körper zu Vitamin D3 umgewandelt werden muss, und deshalb eher selten auf dem Markt zu finden ist.

Zu empfehlen ist die Einnahme von Vitamin D – Präparaten in Kapselform, da diese weitaus leichter einzunehmen sind als Presstabletten und durch ihre Anreicherung mit Öl leichter verdaut werden können. Ein weiterer Vorteil dieser Kapseln ist, dass sich in ihnen nur sehr geringe oder keine Zusatzstoffe befinden. Falls die Kapseln noch nicht mit Öl angereichert sind, empfiehlt es sich, diese zu einer Mahlzeit oder mit etwas zusätzlichem Öl einzunehmen.

Grundsätzlich genügt für die Supplementierung von Vitamin D zur Nahrungsergänzung oder Vorbeugung eine Tagesdosis von 1.000 Internationalen Einheiten. Diese Dosis ist für eine längerfristige Einnahme gedacht und bietet sich besonders in den Herbst- und Wintermonaten an, um den Mangel an Sonnenlicht zu kompensieren.

Liegt eine schwere Defiziterscheinung von Vitamin D vor, wird zu einer höheren Dosierung geraten. Die empfohlene Tagesdosierung liegt hier bei 8.000 Internationalen Einheiten und mehr. In der Regel werden derartig hochdosierte Kapseln lediglich alle 14 Tage eingenommen, da sie den Bedarf für diesen Zeitraum gut abdecken.

Die oben genannten Empfehlungen basieren auf unseren Recherchen und unserem Wissen. Sie sollten jedoch zusätzlich Ihren Arzt aufsuchen, wenn ein schwerer Vitamin D – Mangel vorliegt oder Sie eine genaue Empfehlung wünschen.

​Quellen und weiterführende Links


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