Übersäuerung des Körpers: Ursachen, Symptome und Entsäuerung

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Bei einer Azidose kommt es zu einer manifesten Störung des Säuren-Basen-Haushaltes, was in weiterer Folge zum Absinken des pH-Wertes im Blut führt. Der pH-Wert ist grundlegend definiert als das Maß für den sauren oder basischen Charakter einer wässrigen Lösung. Im Blut kann durch Messung des pH-Wertes also bestimmt werden, in wie weit der Körper zu einem sauren oder basischen Milieu tendiert.

Der pH-Wert besitzt für den menschlichen Körper deshalb so eine enorme Wichtigkeit, da die pH-Wert-Toleranz des Blutes beziehungsweise der zellulären Flüssigkeit sehr gering ist. Verdeutlichen lässt sich die Wichtigkeit des pH-Wertes in Bezug auf den menschlichen Körper auch durch den sogenannten Bohr-Effekt. Der Bohr-Effekt beschreibt, dass durch eine pH-Wert Abnahme, die Fähigkeit des Hämoglobins, Sauerstoff zu binden, sukzessiv abnimmt. Dies ist jedoch nur ein Beispiel für die Wichtigkeit eines ausgeglichenen Säuren-Basen-Haushaltes. Im folgenden Artikel „​Übersäuerung des Körpers: Ursachen, Symptome und Entsäuerung“ erfahren Sie alle wichtigen Zusammenhänge die mit einer Azidose einhergehen, wie diese von Ärzten behoben wird und was Sie selbst gegen eine Übersäuerung tun können.

Was ist eine Übersäuerung genau?

Bei einer Azidose kommt es zu einer Dysbalance im Säuren-Basen-Haushalt, was im Fall der Azidose zu einer wahrnehmbaren Übersäuerung führt. Dabei kommt es im Blut zum Absinken des pH-Wertes unter 7,35. Im Folgenden soll eine grundlegende Einteilung der Azidose nach Pathogenese, also nach Art der krankhaften Entstehung erfolgen um Ihnen einen Überblick über die unterschiedlichen Formen dieser Erkrankung zu geben (Kosch und Schaefer 2005).

Unterschiedliche Arten der Übersäuerung

Eine Übersäuerung kann auf unterschiedliche Arten entstehen und bedarf daher zum besseren Verständnis einer konkreten Einteilung nach Entstehungsart.

Respiratorische Azidose

Zu einer respiratorischen Azidose kommt es immer infolge einer alveolären Hypoventilation. Diese geht mit einer gleichzeitigen arteriellen Hypoxämie einher. Das bedeutet, dass durch einen verringerten Atemantrieb eine zu geringe Aufnahme an Sauerstoff stattfindet, was im Gewebe zu Mangelerscheinungen führt.

Bedingt dadurch die Hypoventilation kann von der Lunge nicht genügend Sauerstoff bereitgestellt werden, was zur arteriellen Hypoxämie, also eines zu geringen Sauerstoffgehaltes im arteriellen Blut, führt. Durch diese Tatsache kann den Organen einerseits nicht genügend Sauerstoff zur Verfügung gestellt werden, aber auch nicht genügend Kohlendioxid als Stoffwechselprodukt ausgeschieden und so aus dem Blut entfernt werden. Es kommt zu einer fortschreitenden Übersäuerung, deren Symptome an späterer Stelle besprochen werden. Weiters kann die respiratorische Azidose noch hinsichtlich einer akuten und einer chronischen Form unterschieden werden (Keikawus, et al. 2012).

Metabolische Azidose

Die metabolische Azidose ist im Gegensatz zur respiratorischen Azidose nicht durch einen krankhaften Prozess der Atmungsorgane bedingt, sondern wird durch pathologische Stoffwechselvorgänge hervorgerufen.

Die metabolische Azidose lässt sich grundsätzlich in zwei unterschiedliche Formen einteilen. Einerseits in die Azidose mit vergrößerter Anionenlücke und andererseits in die hyperchlorämische Azidose, bei welcher keine Vergrößerung der Anionenlücke vorliegt. Welche unterschiedlichen Gründe zu einer metabolischen Azidose und deren Subtypen führen können, wird später genauer beleuchtet (Keikawus, et al. 2012).

Konzept des pH-Wertes

Übersäuerung des Körpers: Ursachen, Symptome und Entsäuerung

Der pH-Wert ist definiert als der ungefähre, negativ dekadische Logarithmus der Protonenkonzentration (H+), beziehungsweise der Hydronium-Ionen-Konzentration (H3O+) in einer wässrigen Lösung. Das klingt zunächst sehr wissenschaftlich lässt sich jedoch vereinfacht ausdrücken. So ist der pH-Wert ein Maß für den Säuregehalt den eine Lösung aufweist. Der pH-Wert eignet sich daher zur Charakterisierung von Lösungen hinsichtlich deren sauren oder basischen Eigenschaften.

Um eine reibungslose und optimal abgestimmte Funktion der einzelnen Zellen und deren Funktionseinheiten zu gewährleisten, muss eine präzise Regulation des pH-Wertes erfolgen. Der pH-Wert im Blut, wird vom Körper daher in engen Grenzen gehalten, er liegt bei einem Wert von 7,4 ± 0,03.

Unterschiedliche Mechanismen sorgen für eine genaue Einhaltung dieser Werte, ohne welche eine ordnungsgemäße Funktion des menschlichen Körpers nicht möglich wäre. Grundlegend lassen sich die Regulationsmechanismen einteilen in:

  • Pufferung
  • Transport
  • Ausscheidung

Als wichtigste Puffer im menschlichen Körper fungierten einerseits Bicarbonat HCO3- sowie Plasmaproteine. Unterschiedliche Stoffwechselvorgänge in den Zellen können dafür sorgen, dass der pH-Wert ebenfalls verändert wird, indem Stoffwechselendprodukte von den Zellen ins Blut transportiert werden.

Die anschließende Ausscheidung erfolgt über die Lunge sowie über die Niere, einerseits durch Abatmung andererseits durch Ausscheidung über den Urin. Durch dieses komplexe System von Aufnahme und Abgabe kann ein konstanter pH-Wert im Blut aufrecht gehalten werden.

Beachten Sie jedoch, dass nicht im ganzen Körper der gleiche pH-Wert herrscht, während im Magen Salzsäure für einen pH-Wert von 1 sorgt, so liegt im Urin ein pH-Wert von 4 vor (Gekle, et al. 2015).

​Ursachen einer Azidose

Aufgrund der verschiedenen Azidoseformen sind auch verschiedene Gründe für die Entstehung einer solchen Übersäuerung zu unterscheiden. Im Folgenden sollen die grundlegenden Ursachen der unterschiedlichen Azidosetypen besprochen werden und wie diese zu einem ausgeprägten, typisch-klinischen Krankheitsbild führen können.

Gründe für eine respiratorische Azidose

Die respiratorische Azidose entsteht durch eine respiratorische Globalinsuffizienz, die sich aufgrund unterschiedlichster Erkrankungen ausprägen kann. Im Folgenden wird auf die Ursachen für eine respiratorische Azidose näher eingegangen.

Obstruktive Lungenerkrankung

Bei obstruktiven Lungenerkrankungen kommt es zu einer stetigen Erhöhung des Strömungswiderstandes entlang der Atemwege. Die sogenannte „Resistance“ wird erhöht. Durch diesen steigenden Widerstand ist die Ventilation der Alveolen in der Lunge verringert und es kommt zu einer Minderbelüftung dieser Strukturen, wodurch auch ein verminderter Gasaustausch und ein damit verbundener Sauerstoffmangel eintritt.

Zu Beginn kommt es meist zu einer sogenannten Verteilungsstörung, welche sich entweder in einer eingeschränkten Perfusion oder in einer mangelhaften Ventilation zeigen. Zu einer eingeschränkten Perfusion kommt es beispielsweise bei Gefäßverschlüssen wie unter Umständen bei einer Lungenembolie. Ebenfalls kann durch wucherndes Bindegewebe eine eingeschränkte Perfusion stattfinden, hierfür wäre das Krankheitsbild der Lungenfibrose charakteristisch. Löst sich die kapillare Versorgung der Alveolen auf, so spricht man von einem Lungenemphysem, was ebenfalls in weiterer Folge zu Verteilungsstörungen und einer eingeschränkten Perfusion führt.

Anders kann es bei Verteilungsstörungen, die deren Ursache in einer mangelhaften Ventilation haben, zu einer nicht hinreichenden Sauerstoffaufsättigung des Blutes kommen. Hierbei sind Krankheitsbilder wie Asthma bronchiale oder chronische Bronchitis typisch (Koenitz, et al. 2016).

Restriktive Lungenerkrankung

Restriktive Lungenerkrankungen haben eine verminderte Dehnbarkeit der Lunge zur Folge. Die sogenannte „Compliance“ ist vermindert. Gründe hierfür können vielfältig sein, umfassen jedoch meist entweder die Einschränkung der Atembewegung oder die Verminderung von funktionstüchtigem Lungengewebe. Indem funktionstüchtiges Lungengewebe verloren geht, geht auch die Diffusionsfläche, die für den Gasaustausch benötigt wird verloren. Hier kann das Krankheitsbild eines Emphysems entstehen, welches große Alveolen verursacht und wodurch in weiterer Folge die Gesamtfläche die der Diffusion zur Verfügung steht, vermindert wird (Koenitz, et al. 2016).

Beeinträchtigung der neuromuskulären Übertragung

Die Atmung wird zentral aus dem Hirnstamm gesteuert und reguliert. Alle Einflussfaktoren die bei der Atmung eine Rolle spielen, beeinflussen somit in gewisser Weise die Nervenzellen in der Medulla oblongata.

Eine chronische Ateminsuffizienz kann jedoch die Sensibilität der verantwortlichen Neurone mit der Zeit so senken, dass der pH-Wert im Liquor, beziehungsweise auch der CO2-Wert, pathologische Ausmaße annehmen kann, ohne das eine adäquate Gegenregulation erfolgt. Faktoren die die Ventilation herabsetzten sind Alkalosen, Medikamente wie Ganglienblocker sowie hohe Konzentrationen der Wirkstoffe Atropin, Glycin, Calcium und Magnesium im Liquor (Keikawus, et al. 2012).  

​Grundlegend bleibt zu sagen, dass eine akute respiratorische Azidose meist durch eine akute Verschlechterung (Exazerbation) einer chronisch obstruktiven Lungenerkrankung wie beispielsweise einer COPD, beziehungsweise durch eine akut respiratorische Insuffizienz bedingt ist. Hingegen ist die chronische Form der respiratorischen Azidose einerseits meist metabolisch kompensiert und wenig symptomatisch, andererseits meist durch chronische Atemwegserkrankungen bedingt. Hierzu zählt unter anderem die chronisch obstruktive Bronchitis oder auch ein Lungenemphysem.

Gründe für eine metabolische Azidose

Im Gegensatz zu einer respiratorischen Azidose, liegt die Ursache einer metabolischen Azidose nicht in einer Erkrankung der Atmungsorgane, sondern im Stoffwechsel selbst. Im Folgenden sollen Ihnen die drei Gründe für die Entwicklung einer metabolischen Azidose nähergebracht werden.

Säureaddition

Bei der Säureaddition kommt es zur vermehrten Bildung oder der überhöhten Zufuhr an Säure in unterschiedlichster Form. Eine wichtige Rolle sind hier Faktoren wie Milchsäure, Ketosäuren, Chloride aber auch Intoxikationen.

Säureretention

Beim Mechanismus der Säureretention kommt es zu einer verminderten renalen Ausscheidung von H+-Ionen. Auch kann es in der Niere durch eine Niereninsuffizienz zu einer verringerten Bikarbonatreabsorption kommen. Grund hierfür können auch tubuläre Funktionsstörungen, sowie hormonelle Störungen sein.

Basenverlust

​Der Basenverlust kommt durch einen Bikarbonatverlust zustande, der entweder renal oder enteral bedingt ist und das Säuren-Basen-Gleichgewicht so in Richtung der Azidose verschiebt.

​Formen und Ursachen einer metabolischen Azidose mit vergrößerter Anionenlücke

Ketoazidose

Die Ketoazidose ist eine der häufigsten Formen der metabolischen Übersäuerung, deren Ursache meist als Folge eines absoluten Insulinmangels, in Form einer Komplikation des Diabetes mellitus entsteht. Ebenfalls kann chronischer Alkoholmissbrauch sowie verminderte Nahrungsaufnahme zu einer Ketoazidose führen.

In Folge eines absoluten Insulinmangels kommt es zu einer vermehrten Bildung von Ketonkörpern im Blut. In Folge dessen kommt es zu einer Verminderung des pH-Wertes.

Bei Alkoholmissbrauch kommt es in Folge des Konsums zu einer verminderten Gluconeogenese (Neubildung von Glucose), sowie zu einer Verminderung der Oxidation freier Fettsäuren. So wird über weitere Stoffwechselvorgänge ebenfalls eine pH-Wert Erniedrigung herbeigeführt (Rassow, et al. 2012).

Laktatazidose

Die Laktatazidose ist eine Sonderform der metabolischen Azidose und hat deren Ursache in einem gestörten Zellstoffwechsel. Bedingt durch einen nicht vollständig ablaufenden, Sauerstoff verbrauchenden, Glucoseabbau. Eines der hier entstehenden Zwischenprodukte ist das Laktat, welches als Anion der Milchsäure auch ohne Sauerstoffanwesenheit entstehen kann. So kommt es zur pH-Wert-Erniedrigung und Weiters zur ​Übersäuerung.

Gründe für diesen gestörten Stoffwechsel können vielfältig sein:

  • schwere Anämien (Blutarmut)
  • Schockzustände
  • Kohlenmonoxidintoxikationen
  • Intoxikation mit Salicylaten in Form von entzündungshemmenden Medikamenten
  • Methanolvergiftung
  • Hitzschlag
  • Leberversagen
  • Nierenversagen

Urämie

​Bei einer Urämie kommt es zur vermehrten Anreicherung von harnpflichtigen Substanzen im Blut aufgrund von Ausscheidungsstörungen der Niere. Eine Urämie beschreibt wörtlich daher „Urin im Blut“. Durch die toxischen Bestandteile im Urin kommt es entweder zu akuten oder chronischen Vergiftungserscheinungen. Es kommt zu einer sogenannten Harnvergiftung. Zu einer metabolischen ​Übersäuerungkommt es in Folge der ebenso verminderten Ausscheidung von Wasserstoffionen (Koenitz, et al. 2016).

Mechanismen und Ursachen einer hyperchlorämischen, metabolischen Azidose mit normaler Anionenlücke

Verminderte Säureelimination

Durch eine verminderte Elimination von Säure kommt es zu einer Erhöhung des pH-Wertes. Bei der sogenannten distalen renalen-tubulären Azidose kommt es zu einer verminderten Ansäuerung des Urins, was zu einer systemischen Azidose führt.

Erhöhte Säurezufuhr

Dieser Pathomechanismus tritt meist bei einer erhöhten Zufuhr von Salzsäure (HCl) auf oder auch in der Korrekturphase der diabetischen Ketoazidose.

Bikarbonatverlust

​Bei einer Kompensation nach einer Hypokapnie kann es zu einem Bikarbonatverlust kommen. Ebenfalls kann durch das Auftreten von starkem Durchfall zu einem manifesten Verlust von Bikarbonaten kommen. Ebenfalls ist ein Bikarbonatverlust durch Medikamente wie beispielsweise Acetazolamid möglich. Hierbei handelt es sich um einen Wirkstoff zur vermehrten Wasserausscheidung (Keikawus, et al. 2012).

​Übersäuerung Symptome

Symptome der respiratorischen Azidose

Symptome der respiratorischen Azidose sind einerseits körperlich feststellbar, andererseits in Laborparametern erkennbar, die sich aus einer Untersuchung des Blutes ergeben. Im Folgenden soll kurz auf die unterschiedlichen körperlichen Symptome einer respiratorischen Azidose eingegangen werden, die Sie teilweise selbst erkennen können.

Dyspnoe

Mit einer respiratorischen Azidose geht immer auch eine Störung der Atmung einher. Durch die ausgeprägten Symptome eines Sauerstoffmangels, kommt es auch zu einer ausgeprägten Atemnot-Symptomatik, sowie zu einer deutlichen Symptomatik einer Sauerstoffminderversorgung.

Bei Patienten mit einer respiratorischen ​Übersäuerung kommt es klinisch fast immer zum Symptom einer Atemnot. Besteht eine Atemnot über einen längeren Zeitraum, versucht der Körper kompensatorisch entgegenzuwirken. So entwickeln sich andere Symptome, die Folgend beschrieben werden (Kosch und Schaefer 2005).

Tachykardie

Eine Tachykardie beschreibt die Erhöhung der Herzfrequenz über einen physiologischen Bereich. Dabei wird allgemein ein Wert von über 100 Schlägen in der Minute als Richtwert für die obere Grenze der physiologischen Herzfrequenz angegeben.

Bei einer respiratorischen Azidose kommt es durch die verminderte alveoläre Ventilation zu einer möglicherweise schnellen Erhöhung der Herzfrequenz. Dies ist meist auf die Erhöhung der pCO2 Wertes (Kohlendioxidpartialdruck) zurückzuführen. Der Kohlendioxidpartialdruck gibt die gelöste Menge an Kohlendioxid im Blut an. Somit ist der pCO2-Wert ein Maß für die Abatmung von CO2 (Kosch und Schaefer 2005).

Zyanose

Zyanose beschreibt die Blaufärbung von Körperarealen, aufgrund von akuten Sauerstoffmangels, am einfachsten zu erkennen ist die Blaufärbung an den Schleimhäuten, wie beispielsweise im Bereich der Mundschleimhaut, sowie unter den Fingernägeln und an den Lippen.

Die Entwicklung einer Zyanose geht meist mit einem rasanten Anstieg des pCO2 einher und kommt daher in besonders ausgeprägter Form vor allem bei der akuten Form der respiratorischen Azidose vor (Keikawus, et al. 2012).

Chronische Hyperkapnie

Eine Hyperkapnie beschriebt den erhöhten Kohlendioxidgehalt im Blut und führt als Symptom zu unterschiedlichen, teils schweren Begleiterscheinungen. Durch die Hypoventilation, also eine verminderte Atmung, kann es zunehmend zu einer Verschlechterung des neurologischen Status kommen. Hier sind Persönlichkeitsstörungen, Schläfrigkeit aber auch starke Kopfschmerzen und Koordinationsstörungen sowie ein sich ausbildender Tremor möglich. Im schlimmsten Fall, ist hier eine sogenannte CO2-Narkose möglich, die auch hyperkapnisches Koma genannt wird und die durch zunehmenden CO2-Anstieg im Blut, beziehungsweise mit einer gleichzeitigen Sauerstoffminderversorgung, einhergeht (Keikawus, et al. 2012).

Hypertonie

Bedingt durch eine chronische respiratorische ​Übersäuerung in Kombination mit einer gleichzeitigen Minderversorgung mit Sauerstoff (Hypoxie), kann es zu einer sogenannten präkapillären pulmonalen Hypertonie kommen. Hierunter versteht man grundsätzlich die isolierte Erhöhung des Blutdrucks in der Lungenarterie, genauer gesagt zwischen dem rechten Herzen und der Lunge.

Kommt es dabei zu einer dauerhaften Drucksteigerung kann infolge der erhöhten Druckverhältnisse auf das rechte Herz, eine Vergrößerung des rechten Ventrikels, also der rechten Herzkammer, erfolgen. Dieses Krankheitsbild entspricht einem Cor pulmonale und kann sich zur Rechtsherzinsuffizienz weiterentwickeln (Bob und Bob 2001 ).

Symptome der metabolischen Azidose

Eine metabolische Azidose kann durch unterschiedliche pathologische Stoffwechselvorgänge hervorgerufen werden und teilweise respiratorisch kompensiert werden, wodurch der pH-Wert hier nicht zwangsläufig erniedrigt sein muss. Die metabolische Azidose ist dabei jedoch immer durch die Abnahme des Standard-Bikarbonates im Blut oder von einer negativen Basenabweichung gekennzeichnet. Folgend werden grundlegendende Symptome einer metabolischen Azidose besprochen.

Kußmaul’sche Atmung

Bedingt durch die Erhöhung von H+ Protonen im Blut, versucht der Körper über das sogenannte Kohlensäure-Bicarbonat-System, einen pH-Wert Abfall zu verringern. Die Protonen werden infolge dessen an das Bicarbonat gebunden und es kommt zur Bildung von Kohlensäure H2CO3.

Kohlensäure an sich ist jedoch instabil und zerfällt im Organismus daher schnell zu Kohlendioxid (CO2) und Wasser (H2O).

Das nun vermehrt vorliegende CO2 versucht der Körper durch eine vermehrte Abatmung auszuscheiden. Es kommt zur kompensatorischen, alveolären Hyperventilation mit einem gleichzeitig vertieften, aber regelmäßigem, Atemmuster, der sogenannten Kußmaul’schen-Atmung (Keikawus, et al. 2012).

Zerebrale Störungen

Vor allem bei akuten respiratorischen Azidosen kann es zu zerebralen Störungen kommen, die durch die Minderperfusion, also die Minderdurchblutung des Gehirns, infolge des Blutdruckabfalls entstehen. Hier sind Symptome wie Apathien und Bewusstseinstrübungen gängig.

Während die Apathie die Teilnahmslosigkeit in Form einer Bewusstseinsstörung beschreibt, kommt es bei Fortschreiten der metabolischen Azidose auch zu Eintrübungen die bis hin zur vollkommenen Bewusstlosigkeit führen können. Erste Anzeichen können sich also bereits durch leichte Bewusstseinsveränderungen bemerkbar machen, welche bei akuten metabolischen Azidosen jedoch schnell lebensbedrohlich werden können, hier sollten Sie besonders wachsam sein (Keikawus, et al. 2012).

Hämodynamische und kardiale Veränderungen

Aufgrund einer milden oder mäßigen Azidose kann es zu einer vermehrten Freisetzung von sogenannten Katecholaminen kommen. Diese bewirken einen Blutdruckanstieg durch die spezielle gefäßverengende Eigenschaft dieser Wirkstoffe. Kommt es nun zu einer starken ​Übersäuerung bei der der pH-Wert schon kleiner als 7,1 ist, so kehrt sich die Wirkung um und es kommt zu einer Gefäßerweiterung und einem damit verbundenen Blutdruckabfall, bedingt durch das nun verminderte Ansprechen des Gefäßsystems auf Katecholamine. Dies führt auch zu dem Phänomen der geringeren Wirksamkeit von Katecholaminen in Bezug auf die Therapie des Blutdruckabfalls bei schweren metabolischen Azidosen. Im weiteren Verlauf können ventrikuläre Arrhythmien, also unregelmäßige Kontraktionen der Herzkammern auftreten die ebenfalls mit einer Bradykardie, also einer zu geringen Herzfrequenz einhergehen können. Auch kann eine herabgesetzte Darmmotilität (Bewegung die vom Darm ausgeführt wird) bestehen, was zu einer schmerzhaften Pseudoperitonitis (scheinbare Entzündung des Bauchfells) führen kann (Keikawus, et al. 2012).

Diagnostik

Die Diagnose erfolgt meist durch eine klinische Untersuchung. Im Folgenden soll auf die unterschiedlichen diagnostischen Möglichkeiten eingegangen werden. Danach sollten Sie einen Überblick über die unterschiedlichen Verfahren haben, die für die Diagnose einer metabolischen oder respiratorischen Azidose zur Verfügung stehen.

Diagnostik der respiratorischen Azidose

Blutgasanalyse

Bei der Blutgasanalyse erfolgt die Messung der Partialdrücke (Gasverteilungen) von Sauerstoff zu Kohlenstoffdioxid. Ebenfalls gemessen wird der Säuren-Basen-Haushalt im Blut, sowie der pH-Wert.

Bei einer respiratorischen Azidose sind folgende Parameter der Blutgasanalyse entscheidend für die Diagnose und Therapie:

  • pH-Wert
  • Sauerstoffpartialdruck
  • Standardbicarbonat
  • Basenüberschuss
  • Sauerstoffsättigung

Die Diagnostik erfolgt schrittweise und umfasst drei Stufen:

  1. Ermittlung und Befundung des pH-Wertes
  2. Würde der ermittelte pCO2 Wert den pH-Wert verursachen?
  3. Würde der Ermittelte Basenüberschuss den pH-Wert verursachen?

Ein Beispiel für eine respiratorische Azidose wäre der folgende Befund:

Gemessener BGA-Parameter

Normalwerte/Grenzen

Wert

pH-Wert

7,37 - 7,44

7,092

CO2-Partialdruck

31 - 42 mmHg

120,4

Sauerstoffpartialdruck

65 - 105 mmHg

86,4

Standardbicarbonat

22 - 26 mmol/l

35,4

Basenüberschuss (Base-Excess)

-3 - +3 mmol/l

2,4

Sauerstoffsättigung

95 - 98 %

93,5

Nach dem diagnostischen Schema ergäbe sich:

  • pH-Wert ist erniedrigt: ​Übersäuerung
  • pCO2-Wert ist erhöht: Der CO2-Wert würde eine ​Übersäuerung verursachen, er lässt auch gleichzeitig auf eine respiratorische Azidose schließen.
  • Der Base-Excess Wert ist normal, daher liegt keine Kompensation vor (Saur, et al. 2016).

Röntgen-Thorax

Durch eine Röntgen-Thorax Untersuchung können unterschiedliche Strukturen der Atmungsorgane hinsichtlich deren Funktionsfähigkeit und etwaigen Pathologien untersucht werden. Betrachtet werden kann:

  • Herzgröße
  • Lunge
  • Mediastinum (Mittelfell)
  • Pleura (Rippenfell)
  • Zwerchfell
  • Knöcherner Brustkorb und Teile der Wirbelsäule

Unter anderem ist hier die Diagnostik eines Lungenemphysems einer Lungenentzündung, sowie eines Pleuraergusses möglich (Christoph, Ahnert und Antwerpes 2017).

Spirometrie

Aus der spirometrischen Untersuchung lassen sich unterschiedliche Lungenfunktionswerte ableiten, die bei der Ursachenforschung einer respiratorischen Azidose von großer Bedeutung sein können.

Grundsätzlich erfolgt eine Messung folgender Werte:

  • Vitalkapazität (VC)
  • Forcierte Vitalkapazität (FVC)
  • Inspiratorisches Reservevolumen (IRV)
  • Exspiratorisches Reservevolumen (ERV)

Mit der spirometrischen Untersuchung lässt sich also grundlegend zwischen restriktiven und obstruktiven Lungenerkrankungen unterscheiden (Merz und Antwerpes 2014).

Bodyplethysmografie

Die Ganzkörperplethysmografie ist eine spezielle Lungenfunktionsdiagnostik, bei der der Patient in einer luftdichten Kabine sitzt und kontrolliert ein- und ausatmet. Bestimmt werden kann hier der Atemwegswiderstand, das intrathorakale Gasvolumen und so die totale Lungenkapazität. Mit dieser Methode kann ebenfalls der Grund für eine bestehende respiratorische Azidose gefunden werden (Antwerpes 2007).

Diagnostik der metabolischen Azidose

Blutgasanalyse

Die BGA ist nicht nur bei der Bestimmung der respiratorischen Azidose, sondern auch bei der metabolischen Azidose von Bedeutung. Auch hier werden die Parameter, die bereits bei der respiratorischen Azidose angesprochen wurden betrachtet. So kann sich beispielsweise folgendes Bild für eine metabolische Azidose ergeben (Gerdes 2003):

Gemessener BGA-Parameter
Normalwerte/Grenzen
Wert
pH-Wert
7,37 - 7,44
< 7,35
Basenüberschuss (Base-Excess)
-3 - +3 mmol/l
< -2 mmol/l


Bestimmung harnpflichtiger Substanzen

Harnstoff und Kreatinin sind harnpflichtige Substanzen, die in Folge einer chronischen oder akuten Niereninsuffizienz in erhöhtem Maße auftreten können. Durch die Einschwämmung in den Blutkreislauf sind diese dann auch im Blutbild erkennbar und können so auf eine metabolische Azidose mit einer vergrößerten Anionenlücke hindeuten.

Ketonbestimmung in Urin und Serum

Ketonkörper entstehen aufgrund von alternativen Stoffwechselprozessen, bedingt durch einen absoluten Insulinmangel bei einer Ketoazidose, einer Form der metabolischen Azidose. Durch den Insulinmangel kommt es zu einer gesteigerten Lipolyse, also dem Spalten von Fetten im Fettgewebe, was zu einer vermehrten Anzahl freier Fettsäuren führt. Über weitere Stoffwechselvorgänge entstehen Ketonkörper die die Basenreserven des Körpers aufbrauchen und so zu einer metabolischen Azidose führen. Durch Bestimmung der Ketonkörper lässt sich also eine metabolische Azidose diagnostizieren.

Risikofaktoren und Komplikationen

Da sowohl die metabolische als auch die respiratorische Azidose weitreichend in den Organismus eingreifen können, besteht auch die Möglichkeit unterschiedlichster Folgeerkrankungen, die aus den pathophysiologischen Prozessen hervorgehen können. Nach der Erarbeitung der diagnostischen Möglichkeiten zur Sicherung einer respiratorischen beziehungsweise metabolischen Ketoazidose folgt nun die Betrachtung der möglichen Folgen und Komplikationen, um Ihnen zu zeigen, wie wichtig eine schnelle Diagnosestellung und anschließende Therapie sein kann.

Faktoren die das Risiko begünstigen

Risikofaktoren für eine respiratorische Azidose

Zur Säureanhäufung kommt es durch nicht ausreichende Abatmung saurer Stoffwechselprodukte. So sind bei der respiratorischen Azidose vor allem Erkrankungen der Atmungsorgane als Risikofaktoren zu nennen. Im Folgenden sind einige dieser Risikofaktoren genannt:

  • Asthma bronchiale
  • Teilweiser Lungenkollaps
  • Atemlähmungen
  • Schlaganfälle mit Verbindung zum Atemzentrum
  • Abnorme Wirbelsäulenstellungen
  • Obstruktive Bronchitis
  • Kinderlähmung (Poliomyelitis)
  • ARDS (Actue Respiratory Distress Syndrome) entspricht dem akuten Lungenversagen
  • Infektionen des zentralen Nervensystems
  • Schlafapnoe

Auch Medikamente kommen als Risikofaktoren für eine respiratorische Azidose in Frage. Hierunter fallen:

  • Opiate zu denen auch das Medikament Morphin zählt
  • Sedativa
  • Anästhetika (DocMedicus 2017)

Risikofaktoren einer metabolischen Azidose

Durch metabolische Vorgänge aufgrund krankhafter Prozesse, kann es zu einer metabolischen Azidose kommen, deren Risikofaktoren im Folgenden aufgelistet sind und in Kategorien unterteilt werden können:

Beeinflussbare Risikofaktoren
  • Überernährung
  • Lang andauernde Hungerzustände
Behandelbare Risikofaktoren
  • Nierenversagen (akut oder chronisch)
  • Starker Durchfall
  • Laktatazidose
  • Ketoazidose
  • Dünndarmoperationen
  • Operationen an der Bauchspeicheldrüse
  • Hypokaliämie
  • Hyperkaliämie
Arzneiinduzierte Risikofaktoren
  • Salicylate
  • Magnesiumsulfat
  • Kalziumchlorid
  • ACE-Hemmer
  • Ciclosporin als Vertreter der Immunsuppresiva
  • Kaliumsparende Diuretika

Komplikationen die mit einer ​Übersäuerung einhergehen

Wird eine ​Übersäuerung nicht rechtzeitig behandelt, kann es zu einer Vielzahl von Folgeerkrankungen kommen. Diese können unter Umständen lebensbedrohliche Ausmaße annehmen. Je nach Genese der ​Übersäuerung können unterschiedliche Krankheiten das Resultat sein.

Aufgrund der Atemproblematik beziehungsweise in weiterer Folge der alveolären Hypoventilation kann es bei einer nichtbeachteten, therapiebedürftigen, respiratorischen Azidose zu zentralnervösen Störungen kommen die Bewusstseinseintrübungen bis hin zu komatösen Zuständen, in Folge des Sauerstoffmangels, bedingen können.

Durch die Verschiebung der Kaliumkonzentration aus dem intra- in den extrazellulären Raum kommt es zu einer Hyperkaliämie, welche mit Symptomen wie Muskelschwäche, Parästhesien und Arrhythmien einhergehen kann. Durch eine akute Verschlechterung der respiratorischen Azidose kann es ebenfalls zu einem Herz-Kreislauf-Stillstand kommen oder auch zu akuten Lungenfunktionsstörungen (Keikawus, et al. 2012).

Eine metabolische Azidose kann mit vielerlei Störungen einhergehen. Durch eine metabolische Azidose kann beispielswiese das Hormonsystem zu einer Insulinresistenz, einem gesteigerten Eiweißkatabolismus, sowie zur Steigerung der körpereigenen Kortikoid-Ausschüttung gebracht werden. Ebenfalls kann in Bezug auf das Immunsystem beobachtet werden, wie natürliche Killerzellen deren Funktion einstellen und somit die körpereigene Abwehr geschwächt wird. Weiters kann durch eine metabolische Übersäuerung das schnelles Fortschreiten einer chronischen Niereninsuffizienz verursacht werden. Patienten mit einer manifesten metabolischen Azidose klagen zudem über das Auftreten von Leistungseinbußen und allgemein verminderter Organaktivität aufgrund verringerter Sauerstoffutilisation (individueller Sauerstoffbedarf verschiedener Organe) (DocMedicus 2017).

Körper Entsäuern: Behandlung der Azidose

Die Behandlung einer ​Übersäuerung, egal ob respiratorisch oder metabolisch erfolgt meist durch Therapie der Ursache, welche zur Azidose geführt haben. Nur so kann sichergestellt werden, dass es nicht zu einer weiteren Entgleisung des Säuren-Basen-Haushaltes kommt. Im Folgenden sollen Sie einen Einblick in die ärztlichen Therapiekonzepte bekommen, bevor Möglichkeiten vorgestellt werden, wie Sie selbst gegen eine Azidose vorgehen können.

Behandlung der respiratorischen Azidose

Die akute respiratorische Azidose führt medizinisch meist zur Indikationsstellung einer invasiven Beatmung. So kann sichergestellt werden, dass auch im Extremfall kein Versagen der Atemorgane entsteht. Neben dieser Notfallsituation, wird die Therapie der chronischen respiratorischen Azidose meist durch Medikamente dominiert. Die medikamentöse Therapie baut auf zwei Säulen auf:

  • Sekretolyse: Die Wirkstoffgruppe der Mukolytika beziehungsweise der Sekretolytika sorgt für eine Schleimlösung in den Atemwegen.
  • Bronchospasmolyse: hier wird medikamentös mittels Spasmolytika die glatte Bronchialmuskulatur relaxiert (entspannt).

Bei einer antiobstruktiven medikamentösen Behandlung kommen einerseits Kortikoide, Beta-Sympathomometika, Anticholinergika sowie Theophyllin zum Einsatz. Zusätzlich wird hier noch in Kombination mit einer Sauerstoffinsufflationstherapie und eventuell mit physiotherapeutischen Maßnahmen eine Besserung beziehungsweise eine vollständige Heilung angestrebt.

Behandlung der metabolischen Azidose

Bei einer stoffwechselbedingten Übersäuerung gibt es vielerlei unterschiedliche Therapiemöglichkeiten bedingt durch die verschiedensten Gründe, die als Auslöser der Azidose in Betracht kommen.

Eine Variante des therapeutischen Spektrums ist die Möglichkeit einer orthomolekularen Therapie. Hierbei werden geeignete basische Mineralstoffe als Ausgleich der metabolischen Azidose verwendet. Zu diesen zählen:

  • Natriumbikarbonat
  • Kaliumzitrat
  • Magnesiumzitrat
  • Calciumzitrat

Weiters wird die metabolische Azidose entsprechend deren Ursache behandelt. So wird bei einer Laktatazidose vorrangig der Kreislauf stabilisiert, sollte dies notwendig sein, Weiters die Gabe von Bikarbonaten veranlasst, die so für eine Neutralisierung des pH-Wertes sorgen. Möglicherweise kann bei schweren Fällen, das gilt für alle metabolischen Azidosen, eine Dialyse, also eine Blutwäsche, nötig sein, sollte der pH-Wert des Blutes Werte unterhalb von 7,0 annehmen (Wehner 2016).

Hingegen wird die Therapie einer Ketoazidose durch die Gabe von großzügigen Flüssigkeitsmengen, sowie gleichzeitig von Insulin bestimmt. Ebenfalls muss zur gleichen Zeit genügend viel Kalium in den Körper eingebracht werden, da hier durch die Wirkung des Insulins einer Kaliumverschiebung vom extrazellulären- in den intrazellulären Raum erfolgt und die Konzentration in der freien Flüssigkeit daher abnimmt (Christof und Abdou 2017).

​Was tun bei Übersäuerung? So entsäuern Sie Ihren Körper

Nachdem Sie nun wissen, wie medizinische Fachkräfte bei einer ​Übersäuerung jeglicher Genese vorgehen, soll Ihnen im Folgenden das Wissen mitgegeben werden, auch selbst, aufgrund der Kenntnis über die Symptome, bei einer drohenden Azidose schnell Gegenmaßnahmen ergreifen zu können. Folgend sind 13 Lebensmittel beziehungsweise Rezepte aufgelistet, die eine Azidose mildern beziehungsweise unter Umständen komplett beheben können.

1. Alkalisches Wasser

Alkalisches oder auch basisches Wasser genannt, weist im Vergleich zu normalem Wasser einen höheren pH-Wert auf. Das alkalische Wasser wirkt als natürlicher Säureneutralisierer und kann so den Säuren-Basen-Haushalt ausgleichen und eine Azidose mildern.

Es gibt verschiedene Methoden alkalisches Wasser selbst herzustellen. Eine bereits geringe Alkalisierung kann erreicht werden, wenn Wasser von einem vollen Gefäß in ein leeres Gefäß immer wieder hin und her geschüttet wird. Dadurch entstehen Lufteinschlüsse, also Bläschen, die nach ungefähr achtmaliger Ausführung eine pH-Wert-Erhöhung von 0,5 zur Folge haben.

Ebenfalls kann Wasser einfach aufgekocht werden um eine Alkalisierung zu erreichen. Dabei sollte das Wasser über einen Zeitraum von fünf Minuten gekocht werden um eine pH-Wert Erhöhung von 7,2 auf 8,5 zu erzielen. Diese pH-Wert-Steigerung ist ausreichend, um den Säuren-Basen-Haushalt Schritt für Schritt wieder auszugleichen.

Auch kann einfach ein Teelöffel Natron in einem Glas Wasser aufgelöst werden um eine pH-Wert Steigerung um rund 0,7 zu erreichen. Generell gilt, als basisch oder alkalisch wird Wasser dann angesehen, wenn der pH-Wert 7,3 überschreitet (BessergesundLeben 2016).

2. Backpulver und Wasser

Backpulver oder genauer gesagt Natriumhydrogencarbonat beziehungsweise Natriumbicarbonat ist eine natürlich vorkommende Substanz die basische beziehungsweise alkalische Eigenschaften aufweist. Dadurch ist Backpulver dazu in der Lage Säure zu neutralisieren.

Zur „allgemeinen Gesunderhaltung“ wird eine Dosierung von einem halben Löffel Backpulver in einem Glas Wasser empfohlen, welches sowohl morgens als auch vor dem zu Bett gehen getrunken werden sollte.

Die genaue Dosierung sollte jedoch immer der Packungsbeilage oder der Packung des jeweiligen Produktes entnommen werden, dort ist immer aufgeführt, was die höchstzulässige Tagesdosis an Backpulver ausmachen sollte (Gutemann 2017).

3. Aloe-Vera-Saft

Aloe-Vera-Saft wird bereits seit vielen Jahrhunderten zur Therapie unterschiedlichster Erkrankungen genutzt, so können beispielsweise Herz-Kreislauf-Erkrankungen durch die Einnahme von Aloe-Vera-Saft vermieden werden. Aber auch auf den Säuren-Basen-Haushalt hat Aloe Vera eine umfassende Wirkung.

Mit mehr als 400 enthaltenen Vitalstoffen unterstützt dieses basische, mineralisch angereicherte Gel der Aloe Vera Pflanze die natürliche Therapie einer ​Übersäuerung.

Mit dem Saft der Aloe-Vera-Pflanze können Sie also effektiv gegen eine Azidose vorgehen, sowie noch viele andere Krankheiten behandeln oder gar verhindern (Schnapperelle 2017).

4. Zitronenwasser

Wenn Sie Zitronensaft hören denken Sie unmittelbar an etwas Saures. Daher werden Sie sich wahrscheinlich fragen, wie Zitronensaft den pH-Wert steigern, eine alkalische Wirkung entfalten und gar noch eine Azidose kurieren kann.

Ein großer Irrtum ist, dass Menschen glauben, der pH-Wert eines Lebensmittels, wie einer Zitrone, hätte ebenfalls „saure Auswirkungen“ auf den Körper des Menschen. Hier ist die Zitrone das beste Beispiel. Eines der scheinbar sauersten Lebensmittel ist nämlich in der Lage, eine Verlagerung von einer Azidose in die normale Balance des Säuren-Basen-Haushaltes zu bewirken. Der Grund hierfür ist, dass in der Zitrone viele basische Mineralstoffe enthalten sind, die in alkalischer Form verstoffwechselt werden. Die Salze der Zitronensäure, welche Citrate genannt werden, sind also in der Lage, eine schwache, nur latent ausgeprägte Azidose, wirksam zu therapieren (Axxellence GmbH 2016).

5. Greens and Sprouts

Grünes Gemüse und auch Sprossengemüse bietet eine Vielzahl an Nährstoffen, die der Gesundheit durchaus zuträglich sind. Aber auch für übersäuerte Menschen bieten Karotten, Kohl, Spargel und grüne Bohnen, um nur einige Beispiele zu nennen, gute Möglichkeiten, deren Säure-Basen-Haushalt wieder auszugleichen und in Balance zu bringen.

So kann Experten zufolge ein regelmäßiger Verzehr von verschiedenen Gemüsesorten zu einem ausgewogenen Säuren-Basen-Gleichgewicht beitragen. Denn die oben genannten Gemüsesorten bieten eine gute basische Lebensmittelquelle.

Weitere Arten von Sprossengemüse welche gute basische Eigenschaften aufweisen und daher in die Essgewohnheiten von, zu Azidose neigenden Menschen, integriert werden sollten sind:

  • Alfalfa-Sprossen
  • Braunhirse-Sprossen
  • Senfsprossen
  • Linsensprossen
  • Leinsamensprossen
  • Weizenkeimlinge

und viele mehr (Zentrum der Gesundheit 2017), (Stone 2012).

6. Blattgemüse

Auch durch die Integration von Blattgemüse in Ihren Ernährungsrhythmus können Sie deutlich basischer essen. Lebensmittel wie Blattgemüse liefern dabei wichtige basische Inhaltsstoffe, mit denen Sie auch gegen eine leichte, latente Azidose selbst vorgehen können.

Im Folgenden sind einige Blattgemüse und auch Gewürze aufgeführt, die eine basische Wirkung auf Ihren Körper aufweisen.

  • Brunnenkresse
  • Kopfsalat
  • Friseesalat
  • Rucola
  • Oregano
  • Petersilie
  • Chinakohl
  • Melisse
  • Löwenzahn
  • Lollo-Salate
  • Basilkium

Diese Aufzählung ist nur eine kleine Zusammenstellung verschiedener Lebensmittel, die noch um viele Weitere erweitert werden kann. So kommt es auch nicht zwangsläufig zu einer einseitigen Ernährung, und die Vielfalt bleibt erhalten (Zentrum der Gesundheit 2017).

7. Kokosnüsse

Unter die basischen Lebensmittel fallen nicht nur heimische Gemüse und Obstsorten, sondern durchaus auch tropische Früchte können sich durch deren basenbildende Eigenschaften zu den alkalischen Lebensmitteln zählen.

Die Kokosnuss ist quasi als Ganzes ein reiner Basenbildner. So sind fast alle Bestandteile der Kokosnuss zur Behandlung einer latenten Azidose geeignet.

So können Sie Kokosflocken, Kokosmousse, aber auch Kokoswasser beziehungsweise Kokosmilch als basisches Lebensmittel in ihren Speiseplan integrieren. Durch die vielen verschiedenen Darreichungsformen der Kokosnuss, sind Ihnen als Anwender hier kaum Grenzen gesetzt (Wacker 2017).

8. Training

Durch regelmäßiges Training können sowohl die Gründe als auch die Folgen von respiratorischer als auch metabolischer Azidose minimiert werden. Symptome wie beispielsweise Atembeschwerden und fehlende körperliche Fitness können durch regelmäßiges Körpertraining verringert und minimiert werden. So kann eine respiratorische Azidose bedingt durch ein zu geringes Sauerstoffangebot verhindert werden. Auch die Gefahr einer metabolischen Azidose kann durch eine sportliche Lebensweise minimiert werden. Denn Ursachen einer metabolischen Azidose, wie beispielsweise Diabetes mellitus kann durch regelmäßiges Training und die dementsprechend angepasste Lebensweise vorgebeugt werden. Auch wird durch Schwitzen die Säureausscheidung im Körper verstärkt, so kann regelmäßiges Training helfen, Ihren Säure-Basen-Haushalt wieder in Balance zu bringen (Stephens 2017).

9. Stressvermeidung

Stress bringt den Körper auf unterschiedlichsten Ebenen aus dem Gleichgewicht. Stressvermeidung ist deshalb ein wichtiger Faktor in Bezug auf die Vermeidung der Entstehung einer ​Übersäuerung.

Eine Studie aus dem Jahr 2003 konnte zeigen, dass durch chronischen Hunger und gleichzeitig aufgetretenen physiologischen Stress eine erhöhte Anfälligkeit für die Entstehung einer Azidose besteht (Toth und Greenbaum 2003).

10. Multivitamine

Vitamine sind für den Körper überaus wichtig. Sie schützen vor Krankheiten, steigern dabei das Immunsystem und sind auch für eine Säuren-Basen-Balance entscheidend. Denn Vitamine verschieben den pH-Wert ins Basische.

Daher ist eine umfassende, vielschichtige und hochwertige Ernährung essentiell für Sie und ihren Säuren-Basen-Haushalt. Durch gesunde Ernährung viele Vitamine und Mineralstoffe können Sie sich zudem vor Krankheiten schützen, die eine Azidose verursachen würden. So sind Sie mit einem gründlichen Vitamincocktail bestens vor unterschiedlichsten Krankheiten und deren Folgen geschützt (Spitzbart 2017).

11. Gesund Leben

Gesund zu Leben ist eine Grundvoraussetzung um von vielerlei unterschiedlichen Krankheiten gefeit zu bleiben. So sind viele Stoffwechselentgleisungen und Folgeerkrankungen auf eine ungesunde Lebensweise zurückzuführen. Bedeutend ist einerseits die ausgewogene und vielschichtige Lebensweise, andererseits die regelmäßige sportliche Betätigung, die eine umfassende Gesundheit begünstigt. So sind auch viele Folgeerkrankungen und vor allem auch Ursachen einer Azidose vermeidbar. Durch eine ausgewogene und gesunde Lebensweise kann Ihr Körper von einer ​Übersäuerung, oder auch jeglicher anderen Säure-Basen-Haushalts-Entgleisung verschont bleiben.

12. Krankheiten als Ursachen der Azidose behandeln

Wichtig bei der Vermeidung der Azidose ist nicht nur eine gesunde Lebensweise, sondern natürlich auch die Krankheiten zu bekämpfen, die eine Azidose erst verursacht haben. Eine typische Krankheit die zu einer metabolischen Azidose führen kann, ist Diabetes mellitus. Jedoch ist Diabetes mellitus gut vermeidbar durch regelmäßiges körperliches Training zur Steigerung der Ausdauer, zum Aufbau von Muskelmasse und zur Verringerung von Körperfettgewebe.

Die Kombination der Vermeidung von krankheitsauslösenden Faktoren und der gleichzeitigen Vermeidung der Entstehung einer Azidose ist der beste Weg, um Ihren Säuren-Basen-Haushalt konstant und in Balance zu halten.

13. Zitronensaft und Backpulver Getränk

​Zitronensaft und Backpulver sind zusammen für Sie vielleicht nicht die Lieblingskombination an Lebensmitteln. Doch gegen eine ​Übersäuerung können diese beiden Lebensmittel durchaus gute Dienste leisten und Wirkungen erzielen. Einzeln wurden diese beiden Bestandteile ja bereits weiter oben besprochen, zusammen kann das Mixgetränk jedoch als wahres Wunder gegen eine ​Übersäuerung wirken. Durch die alkalisierenden Eigenschaften von Zitronensaft und Backpulver können erhöhte pH-Werte effektiv und schnell gesenkt werden und so eine Säuren-Basen-Balance erreicht werden.

​Quellen und weiterführende Links


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