Placebo

Ein Placebo ist ein Scheinmittel ohne arzneilich wirksamen Stoff, das dem echten Präparat äußerlich möglichst ähnlich sieht. In Studien dient es als Vergleich, um die Wirkung eines Mittels von Erwartungseffekten zu trennen.

In klinischen Studien erhält eine Gruppe das zu prüfende Mittel, die Vergleichsgruppe ein Placebo. Die Teilnehmenden werden dabei zufällig zugeteilt. Nur wenn sich die Gruppe mit dem Mittel klar von der Placebogruppe unterscheidet, gilt eine Wirkung als nachgewiesen. In „doppelt verblindeten“ Studien wissen weder Teilnehmende noch Behandelnde, wer was bekommt. Gibt es bereits eine wirksame Behandlung, gilt es als unethisch, sie durch ein Placebo zu ersetzen. Dann wird gegen die bewährte Behandlung verglichen.

Vom Placebo selbst ist der Placeboeffekt zu unterscheiden. Er hängt mit der Erwartung zusammen, dass eine Behandlung hilft, und zeigt sich vor allem bei subjektiven Beschwerden wie Schmerz oder Übelkeit, seltener bei objektiv messbaren Größen wie der Wundheilung. Erwartet jemand dagegen unerwünschte Wirkungen, spricht man vom Nocebo-Effekt.

Wichtig für dich: Auch in der Placebogruppe geht es manchen besser. Das macht eine Studie schwieriger auszuwerten, weil sich das echte Mittel dann deutlich davon abheben muss. „Placeboeffekt“ heißt deshalb nicht „wirkungslos“. Wenn dir ein Produkt mit Studien beworben wird, lohnt die Frage, ob es gegen ein Placebo getestet wurde.

Mehr dazu: Randomisierte kontrollierte Studie, Evidenz, Nahrungsergänzungsmittel

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