Phytotherapie (Pflanzenheilkunde) ist die Behandlung, Linderung oder Vorbeugung von Beschwerden mit Arzneipflanzen und daraus hergestellten Präparaten, den Phytopharmaka.
Verwendet werden ganze Pflanzen oder Pflanzenteile wie Blüten, Wurzeln, Blätter oder Rinde, außerdem Extrakte, Tinkturen, Presssäfte oder ätherische Öle. Homöopathische und anthroposophische Mittel zählen nicht dazu.
Bei der Wirksamkeit lohnt der genaue Blick. Unterschieden wird zwischen traditionell angewendeten Pflanzen und „rationalen“ Phytopharmaka, deren Wirkung in randomisierten, placebokontrollierten Studien gezeigt wurde. Für traditionelle pflanzliche Arzneimittel gibt es in der EU ein vereinfachtes Registrierungsverfahren: Sie müssen mindestens 30 Jahre, davon 15 in der EU, angewendet worden sein, und ein Nutzen muss plausibel sein. Klinische Wirksamkeitsstudien sind dafür nicht nötig. Auf der Packung steht dann, dass das Mittel auf Grundlage langjähriger Anwendung registriert ist.
Was du im Alltag wissen solltest:
- Pflanzlich bedeutet nicht nebenwirkungsfrei. Möglich sind unter anderem Kontaktallergien, Magen-Darm-Beschwerden und Lichtempfindlichkeit.
- Phytotherapie kann die konventionelle Behandlung ergänzen und wird eher bei länger bestehenden Beschwerden erwogen. Bei akuten Erkrankungen steht laut Quelle vor allem die chemisch definierte Arznei im Vordergrund.
- In Schwangerschaft und Stillzeit ist die Anwendung nur nach genauer Abwägung und produktabhängig ratsam.
Sprich pflanzliche Mittel vor der Einnahme mit Arzt oder Apotheke ab, besonders wenn du andere Medikamente nimmst.
Mehr dazu: Naturheilkunde, Ingwer Wirkung, Traditionelle Chinesische Medizin, Evidenz
Quellen
- Altmeyers Enzyklopädie: Phytotherapie. https://www.altmeyers.org/de/naturheilkunde/phytotherapie-13592
- DocCheck Flexikon: Traditionelle Arzneimittel. https://flexikon.doccheck.com/de/Traditionelle_Arzneimittel
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