Melatonin

Melatonin ist ein körpereigenes Hormon, das den Schlaf-Wach-Rhythmus steuert. Außerdem ist es an Körpertemperatur, Blutdruck, Blutzuckerhaushalt und der Ausschüttung anderer Hormone beteiligt.

Als Arzneimittel ist Melatonin nur zur zeitlich begrenzten Behandlung bestimmter Schlafstörungen und unter ärztlicher Verordnung zugelassen. Nahrungsergänzungsmittel mit Melatonin brauchen keine Zulassung, ihre Wirksamkeit, Sicherheit und Verträglichkeit werden nicht geprüft.

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) hält eine unkontrollierte, besonders eine langfristige Einnahme für bedenklich. Es konnte keine sichere Tagesmenge ableiten, und manche Produkte erreichen oder überschreiten die Dosis zugelassener Arzneimittel. Bei gesunden Erwachsenen wurden unter anderem Schläfrigkeit, Kopfschmerzen, Blutdruckabfall, Albträume und morgendliche Benommenheit beobachtet. Die Wirkung kann bis in den nächsten Tag reichen und die Fahrtüchtigkeit beeinträchtigen. Auch der Abbau ist individuell sehr verschieden: Bei langsamem Abbau kann sich der Stoff bei regelmäßiger Einnahme im Körper anreichern.

Besondere Vorsicht gilt für Kinder und Jugendliche, Schwangere und Stillende sowie Menschen mit Leber- oder Nierenproblemen, Autoimmunerkrankungen oder Epilepsie. Auch Wechselwirkungen mit Arzneimitteln sind möglich, frage deshalb vorher in der Praxis oder Apotheke nach. Bei anhaltenden Schlafproblemen ist ärztlicher Rat sinnvoller als Selbstversuche. Lass die Ursache lieber abklären, statt dauerhaft auf eigene Faust Präparate zu probieren.

Mehr dazu: Insomnie, Schlafhygiene, Schlafstörungen.

Quellen

  1. Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR): Melatoninhaltige Nahrungsergänzungsmittel, BfR weist auf mögliche Gesundheitsrisiken hin. Stellungnahme Nr. 038/2024. https://www.bfr.bund.de/stellungnahme/melatoninhaltige-nahrungsergaenzungsmittel-bfr-weist-auf-moegliche-gesundheitsrisiken-hin/
  2. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG): Schlafstörungen. gesundheitsinformation.de. https://www.gesundheitsinformation.de/schlafstoerungen.html

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