Ist die E-Zigarette schädlich oder eine gesunde Alternative?

 

 

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Besonders in den letzten Jahren ist sie immer häufiger in Erscheinung getreten – in der Öffentlichkeit, am Bahnhof, in Restaurants, bei Freunden und Familienmitgliedern. Sie sieht aus wie eine kleine, moderne Wasserpfeife und ist mittlerweile in (fast) aller Munde – im wahrsten Sinne des Wortes.

Die E-Zigarette ist seit ihrer Markteinführung immer mehr auf dem Vormarsch und es scheint fast so, als löse sie die herkömmliche Tabak-Zigarette nach und nach ab. Immer häufiger sieht man die sogenannten Dampfer, Nutzer von E-Zigaretten. Es scheint sich in den letzten Jahren ein neuer Trend entwickelt zu haben, der vom ungesunden Rauchen zum angeblich gesünderen Dampfen gewechselt hat. Nicht mehr das Rauchen ist modern und „in“, sondern die schön designten, speziellen E-Zigaretten.

In Deutschland sind es laut Schätzungen ungefähr drei Millionen Menschen, die sich der E-Zigarette bedienen. Selbiger Trend lässt sich auch in der Schweiz, Großbritannien, der USA und den Schwellenländern beobachten. Aber was genau ist eine E-Zigarette? Woher kommt der Trend und wie konnte sich die Erfindung etablieren?

Im folgenden Ratgeber geht es um genau dieses Thema. Sie werden über alle wichtigen Hintergründe der E-Zigarette informiert und es soll ein Aufklärungsversuch erfolgen, der die E-Zigarette als „gesunde Alternative zum Rauchen“ näher beleuchtet. Auch wird interessant sein, zu erfahren, ob das Dampfen dabei helfen kann, mit dem Rauchen aufzuhören.

Was sind E-Zigaretten?


Das „E“ im Wort steht für „elektronisch“. Es handelt sich bei E-Zigaretten somit – ganz kurz und knapp – um elektronische Zigaretten. Das Gerät funktioniert über elektronisch beheizte Komponenten, die eine Flüssigkeit verdampfen lässt. Diesen Wasserdampf kann man inhalieren oder eben dampfen beziehungsweise dampfen oder paffen. Die E-Zigarette kommt ohne Verbrennungsprozesse von Tabak klar. Aber woher kommt diese Erfindung eigentlich und wie genau funktioniert eine E-Zigarette?

Wer hat's erfunden?


Man könnte annehmen, dass die E-Zigarette erst seit ein paar Jahren existiert. Das stimmt auch, wenn es um das Bewusstsein von uns Menschen geht. Aber erfunden wurde sie bereits in den 1960er Jahren. Im Jahr 1963 entwickelte der Amerikaner Herbert A. Gilbert das Grundprinzip der heutigen E-Zigarette und ließ sich diese Erfindung auch patentieren. Damals hieß die E-Zigarette aber noch rauch- und tabakfreie Zigarette. Allerdings sollte die Zeit der E-Zigarette in den 1960er Jahren noch nicht gekommen sein. Umgesetzt wurde die Idee noch nicht, da sich keine Produzenten fanden. Die Idee einer Zigarette, die ohne Tabak und Verbrennung funktioniert, war noch zu neu. So sollte es noch viele Jahrzehnte dauern, bis die heute bekannte E-Zigarette wirklich marktreif wurde.​

Im Jahr 2003 nahm sich der Chinese Hon Lik die patentierte Erfindung vor und entwickelte daraus ein zeitgemäßes Modell. Bereits ein Jahr später kam die erste E-Zigarette auf den chinesischen Markt. Hon Lik lag die Entwicklung und Produktion dieser Erfindung aus privaten Gründen am Herzen. Zudem machte die Tatsache, dass in China hunderte Millionen Raucher lebten, solch eine Alternative in seinen Augen auch notwendig. Und was in Asien Erfolg hat, lässt auch in Europa und den westlichen Ländern nicht lange auf sich warten. Im Jahr 2007 wurde die E-Zigarette auch weltweit produziert und vertrieben.

Von den Anfängen bis zum heutigen Trend


Die ersten E-Zigaretten sahen optisch tatsächlich noch sehr wie echte Zigaretten aus. Das hatte den Sinn, den Umstieg von den herkömmlichen Zigaretten auf die E-Zigarette zu erleichtern. Das Auge „isst“ ja schließlich mit. Noch heute sind die – zumindest von der Form her – Zigaretten-ähnlichen E-Geräte sehr beliebt. Sie fühlen sich in der Hand eben an wie die echte Zigarette und sind auch sehr einfach in der Handhabung. Es dauerte allerdings nicht lange, bis neuere, designte Modelle auf den Markt kamen. Diese Modelle sieht man heute vorrangig bei den Dampfern. Sie sind etwas größer und mit einem Akku ausgestattet. Die sogenannten EGO-Modelle sind schmal und lang und ähneln einem Stift. Und seit der Marktetablierung entwickelten sich die E-Zigaretten optisch wie auch funktionell immer weiter.

Die Zukunft der E-Zigarette scheint rosig zu sein. Selbst eigentliche Tabakfirmen stellen eigene Modelle von E-Zigaretten her und starten eigene Projekte, die wenig später schon auf dem Markt erhältlich sind. Die Technik der E-Zigarette ist allerdings bei jedem Modell weitestgehend gleich. Wie genau eine E-Zigarette funktioniert und aus was sie besteht, wird später noch genauer erläutert. Neben der generellen Funktionsweise der E-Zigaretten, haben sich aber auch Modelle mit neuen Einstellungsmöglichkeiten etablieren können. In den Varianten unterscheidet man heute zwischen Einweg- und Mehrwegdampfern. Auch in Sachen Material gibt es viele Möglichkeiten. Der sogenannte Clearomizer, der für die Aufnahme des Liquids zuständig ist, ist in verschiedenen Materialien erhältlich. Er kann sowohl aus Glas, als auch aus Kunststoff oder gar Metall gefertigt sein. Zudem gibt es Unterschiede bei den Akkus und deren Bauweise. Es gibt schmale Modelle mit röhrenförmigen Akkus, eckige Modelle, die eher einer kleinen Box ähneln sowie fest verbaute oder wechselbare Akkus.

In der heutigen Zeit sind Modelle mit Lithium-Ionen-Akkus die bewährtesten E-Zigaretten. Je nach Größe und Ausstattung gibt es zahlreiche verschiedene Modelle und Erweiterungsmöglichkeiten. Die Auswahl ist im Vergleich zum Marktbeginn sehr viel größer geworden. Heute gilt die E-Zigarette als beliebte Alternative zum Tabakrauchen. Die gesundheitlichen Aspekte der Geräte wird allerdings seit je her untersucht und immer wieder neu erforscht. Bisher fehlt es an Langzeitstudien, die genauere Informationen hergeben.

Grundlegende Technik und Bestandteile

​Aufbau der E-Zigarette


Dass die Entwicklung der E-Zigarette bis heute anhält, dürfte nun bekannt sein. Aber wie genau funktioniert denn nur ein solches Gerät? Die erste, wohl wichtigste, Funktion ist, dass E-Zigaretten keinen Rauch produzieren wie herkömmliche Tabakzigaretten, sondern Dampf. Auf dieser Grundlage baut die Bauweise der E-Zigaretten auch auf. Eine E-Zigarette besteht in der Regel aus einem Verdampfer, dem sogenannten Clearomizer, einer Heizspirale, einem Akku, einem Tank und einem Mundstück. Der Verdampfer soll den Dampf erzeugen, der sich aus dem Liquid bildet. Er bringt das Liquid mit einer Heizspirale in Berührung und der Wasserdampf wird erzeugt. Übrigens hat die Anzahl der Heizspiralen in der E-Zigarette einen Einfluss auf die Menge an Dampf, die erzeugt werden soll. Es gibt Modelle mit einer, zwei oder drei Heizspiralen, auch Coil, Dual und Triple genannt. Das heißt, je mehr Heizspiralen enthalten sind, desto mehr Dampf kann erzeugt werden. Aber das ist eine rein optische Entscheidung. Eine wichtige Komponente ist auch der Akku. Diese sorgt für die nötige Strom- und Energieversorgung. Nur mit dem Akku kann die eben erwähnte Heizspirale überhaupt funktionieren. Im sogenannten Tank befindet sich das Liquid. Der Tank ist in der Regel mit dem Mundstück verbunden. Zudem verfügt eine herkömmliche E-Zigarette über einen Mikroprozessor.

Wie funktioniert eine E-Zigarette?


Die Funktion einer E-Zigarette ist eigentlich recht simpel, wenn man die richtige Technik verwendet. Durch den Zug am Mundstück wird der Akku aktiviert. Dieser versorgt den Verdampfer, und somit auch die Heizspirale, mit elektronischer Spannung. Zwischen Mundstück und Verdampfer befinden sich Sensoren, die den Unterdruck beim Ziehen registrieren und den Mechanismus in Gang bringen. Bei vielen E-Zigaretten müssen Sie, während Sie am Mundstück ziehen, einen Power-Knopf gedrückt halten. Dieser ist dafür da, damit der Strom fließt. Durch den zugeführten Strom erhitzen sich die Heizspiralen im Verdampfer und das Liquid verdampft. Die Liquids werden in der Regel manuell in den Tank geträufelt oder über einen Docht in den Tank gegeben. Dabei herrschen im Gerät Temperaturen bis zu 315 Grad Celsius. Der Dampf wird über einen Luftströmungskanal zum Mund geleitet, während man an der E-Zigarette zieht und der Dampf kann inhaliert oder gedampft werden. Bei dem entstehenden Dampf handelt es sich eigentlich nicht direkt um Wasserdampf, sondern eher einem Gemisch aus Glycerindämpfen und Propylenglycol. Diese beiden Stoffe sollen die im Liquid enthaltenen Aromen sowie das eventuell enthaltene Nikotin tragen. Somit wird der entstehende Dampf, den man inhaliert, zum Aromen- und Geschmacksträger.

Und hier liegt auch der Unterschied zur herkömmlichen Zigarette. Bei den Tabakzigaretten wird Tabak verbrannt und dessen Rauch inhaliert. Bei den E-Zigaretten hingegen wird der Dampf inhaliert, der weder Teer noch Kondensate enthält. Das hat den Vorteil, dass der Dampf nicht unangenehm riecht und sich nicht in Kleidungsstücken oder auf der Haut festsetzt. Auch entsteht keinerlei Asche oder sonstiger, unnötiger Abfall.

Die richtige Zugtechnik macht den Unterschied


Das Ziehen an einer E-Zigarette ist anders als das Ziehen an herkömmlichen Zigaretten. Das liegt auch daran, dass es beim Dampfen nicht um den puren Nikotinkonsum geht, sondern um Geschmack und auch Genuss. Dampf verbreitet sich langsamer als Rauch. So kann sich aber das enthaltene Aroma besser entfalten. In der Regel wird empfohlen, den Verdampfer kurz vor dem Ziehen schon etwas vorglühen zu lassen. Dadurch soll sich mehr Aroma und auch mehr Dampf bilden können. Tatsächlich wird oft berichtet, dass die richtige Zugtechnik beim Dampfen enorm wichtig ist. Nicht selten entscheidet die richtige Technik darüber, ob man weiter dampft oder es lieber doch bleiben lässt. Wichtig ist, dass Sie möglichst gleichmäßig und langsam am Mundstück ziehen. Der Dampf sollte nicht direkt in die Lunge inhaliert, sondern erst im Mund gesammelt werden. Erst, wenn man nach eigenem Ermessen genügend Dampf in der Mundhöhle gesammelt hat, kann er in die Lunge inhaliert werden. Mehr Genuss verspricht das Dampfen, wenn man den Dampf nicht nur über den Mund, sondern auch über die Nase ausbläst.

Übrigens dauert es bei E-Zigaretten auch länger, bis das Nikotin wirkt. In einer Zigarette aus Tabak liegt Nikotin in freier Form vor. Das Nikotin im Rauch kommt meist direkt im Körper und im Gehirn an. Bei E-Zigaretten befindet sich das Nikotin im Liquid, und zwar in protonierter Form. Diese Form des Nikotins schlägt langsamer an, die Wirkung lässt einige Sekunden mehr auf sich warten.

Die E-Liquids


Das Inhalieren von E-Liquids gilt bisher als gesündere Alternative zum Rauchen von Zigaretten. Vielen Rauchern ist nicht bewusst, welche gesundheitsgefährdenden Substanzen sich in Zigaretten befinden. Und die über das Rauchen in den Körper gelangen. Es handelt sich dabei um mehrere tausend Giftstoffe, etwa 90 davon gelten bislang als krebserregend. Dazu gehören unter anderem Blei, Formaldehyd, Nitrosamine, Benzol, Acetaldehyd sowie Cadmium. Beim Abbrennen der Zigarette während des Rauchens können sich auch vorerst ungefährliche Zusatzstoffe und Substanzen in gesundheitsschädliche Stoffe verwandeln. Diese gefährlichen Stoffe fehlen in den E-Liquids in der Regel.

Liquids werden die Flüssigkeiten der E-Zigarette genannt, die für das Aroma und den Geschmack zuständig sind. Es gibt sie in unzähligen Stärken, Qualitäten und Aromen. Meist sind sie als kleine Flasche erhältlich, die dazu dient, den Tank der E-Zigarette aufzufüllen. Es gibt aber auch Einwegpatronen. In den Liquids befinden sich insgesamt zwei bis drei Hauptkomponenten: Aroma sowie Verdünnungsmittel, also die Trägerflüssigkeit, und bei Bedarf auch Nikotin.

Die Inhaltsstoffe der E-Liquids


Die Trägerflüssigkeit


Die Trägerflüssigkeit dient in erster Linie der Verdünnung der Lösung, so dass die anderen Komponenten wie Aroma und Nikotin die richtige Stärke entwickeln können. Sie ist aber auch die Komponente der E-Zigarette, die verdampft wird. Dabei trägt sie sowohl den Geschmack beziehungsweise das Aroma aber auch das Nikotin. Meist wird Propylenglykol, auch 1,2-Propandiol genannt, als Verdünnungsmittel verwendet. Dabei handelt es sich um einen Lebensmittelzusatzstoff, der pharmazeutischen Qualitäten entspricht. Es ist eine geruch- und farblose, klare Flüssigkeit, die Feuchtigkeit binden soll. Propylenglykol wird bisher als sichere Substanz eingestuft und gilt als unbedenklich. Sie ist in der Europäischen Union mit der Bezeichnung E1520 zugelassen. Meist findet das Lösungsmittel Anwendung in der Kosmetik, aber auch in Lebensmitteln. Die Wirkung von Propylenglykol in E-Zigaretten wird aber noch hinreichend erforscht.

Weitere Arten der Trägerflüssigkeit ist Glycerin und das pflanzliche Glycerin. Auch hierbei handelt es sich um einen Lebensmittelzusatzstoff. Pflanzliches Glycerin soll die Qualität des Dampfes verbessern und ist weniger süß. Ebenso gilt wässriges Glycerin als eine mögliche Trägerflüssigkeit. Diese wird aber eher selten verwendet, da sie sehr hochwertig und daher teurer ist. Wässriges Glycerin ist ein pharmazeutischer Zusatzstoff.

Glycerin


Bei Glycerin handelt es sich um eine farb- und geruchlose Flüssigkeit, die leicht süßlich schmeckt. Zudem ist sie viskos und hygroskopisch. In der Europäischen Union ist Glycerin unter der Bezeichnung E422 benannt und zugelassen. Glycerin wird in einem chemischen Prozess aus Propylen gewonnen. Vor allem wird es in der Kosmetikbranche, in Lebensmitteln aber auch als Feuchthaltemittel in anderen Produkten verwendet. Als Feuchthaltemittel dient die Flüssigkeit auch in Tabakerzeugnissen. Bisher gilt Glycerin als unbedenklich und ohne Nebenwirkungen, die der Gesundheit schaden.

Die Aromen


Die E-Zigarette gibt es nicht nur mit dem Geschmack nach Tabak. Die Hersteller fügen immer wieder neue Geschmacksrichtungen und Aromen in ihre Angebote ein. Nikotin ist kein Geschmacksträger, so dass es sinnvoll ist, den Liquids weitere Aromen zuzuführen, um das Dampf-Erlebnis etwas spannender zu machen. Dabei gibt es mittlerweile für jeden Geschmack und Bedarf die richtigen Geschmacksrichtungen – von fruchtig, bis minzig über exotisch und ausgefallen. Meist handelt es sich bei diesen Aromen um Zusatzstoffe für Lebensmittel. Häufig werden Aromen mit natürlichem Ursprung verwendet, die ganz ohne Chemie auskommen. Diese Liquids entsprechen auch der europäischen Aromenverordnung und gelten als unbedenklich.

Das Nikotin


Nikotin ist ein Stoff, ein sogenanntes Alkaloid, welcher in Tabakpflanzen vorkommt. Dabei handelt es sich um eine ölige, aber farblose Flüssigkeit. Kommt Nikotin mit Luft in Berührung, kann es auch eine bräunliche Farbe annehmen. Nikotin ist dafür bekannt, das vegetative Nervensystem zu stören und zu blockieren. In höherer Konzentration kann der Stoff nicht nur gesundheitsgefährdend, sondern auch tödlich sein. In geringer Menge führt es „nur“ zu geringen Schädigungen des Organismus. Der Stoff ist ein Nervengift und macht süchtig.

Wer nicht nur dampfen, sondern weiterhin Nikotin inhalieren möchte, entscheidet sich für E-Zigaretten mit Liquids, denen Nikotin zugesetzt wurde. In Tabakzigaretten ist Nikotin der Hauptwirkstoff und auch der Grund für die Abhängigkeit. Nikotin wirkt stimulierend und soll seine Konsumenten wach und entspannt machen. Bei E-Zigaretten wird der Nikotingehalt in mg angegeben. Dabei kann der Dampfer manuell wählen, wieviel Nikotin im Liquid sein soll. Bei den E-Liquids wird die enthaltene Menge an Nikotin meist in stark/high (mit 18mg), mittel/medium (mit 12mg) oder leicht (mit 3 bis 6mg) angegeben. So fällt besonders Rauchern der Umstieg von der Tabakzigarette zur E-Zigarette leichter. Wer nur dampfen möchte, wählt besser nikotinfreie Liquids.

Destilliertes Wasser


Bei destilliertem Wasser handelt es sich um reines Wasser, welches frei von organischen Stoffen und Salzen ist. Für die Liquids ist es wichtig, um den Flüssigkeiten die nötige Viskosität, also die nötige Substanz, zu verleihen.

Die Stoffe in den Liquids entsprechen in der Regel allen Vorgaben der Lebensmittelproduktion und der pharmazeutischen Industrie und sind allesamt in der EU zugelassen. Normalerweise bestehen die Liquids aus vier bis fünf der genannten Bestandteile. Allerdings sollte man nur Liquids bei seriösen und vertrauenswürdigen Herstellern und Anbietern erwerben, um auszuschließen, dass weitere, vielleicht giftige, Stoffe enthalten sind, die nicht deklariert wurden.

​Wie wirkt sich die E-Zigarette auf die Gesundheit aus?


​Die Frage, ob das Dampfen eine gesündere Alternative zum Rauchen ist wird bis heute mit Ja beantwortet, ist aber dennoch strittig beziehungsweise Auslegungssache.

Fakt ist: Der Zigarettenverkauf wird immer rückläufiger, während immer mehr Menschen auf E-Zigaretten umsteigen. Wer eine Tabakzigarette raucht, inhaliert ungefähr 4800 Chemikalien mit ein. Ungefähr 90 davon gelten als krebserregend, unter anderem Formaldehyd, Cadmium, Nitrosamine, Benzol, Blei sowie Acetaldehyd. Ebenfalls enthalten sind circa 250 giftige Stoffe. Beim Abbrennen des Tabaks entwickeln sich auch harmlose Zusatzstoffe nicht selten zu gefährlichen Stoffen. Den wenigsten Rauchern sind diese Zahlen geläufig. Zudem weisen Tabakzigaretten ein sehr hohes Potenzial einer Sucht auf.

Zum Vergleich: In E-Zigaretten befinden sich prinzipiell nur destilliertes Wasser, Glycerol oder Propylenglykol sowie wahlweise Nikotin. Die Mehrheit der enthaltenen Stoffe ist nicht krebserregend. Auch soll der Dampf einer E-Zigarette deutlich weniger Schadstoffe enthalten als der Rauch einer Tabakzigarette. So ist zum Beispiel kein Teer enthalten. Aufgrund dessen wird immer häufiger die Aussage laut, dass das Dampfen gesünder sei als das Rauchen. Aber gesünder ist nicht das richtige Wort. Es ist weniger schädlich, aber dennoch nicht gesund oder vollkommen harmlos. Die Meinungen von Fachleuten gehen hierbei deutlich auseinander. Dabei wechseln viele Raucher in erster Linie aus Kostengründen zur E-Zigarette. Ein Fläschchen Liquid kostet nicht viel und reicht für ungefähr 60 Nutzungen. Zigaretten hingegen werden immer teurer. Zudem gibt es bei der E-Zigarette eine wesentlich größere Auswahl, allein schon wegen der verfügbaren Aromen und der Option, die Liquids ohne oder mit Nikotin zu erwerben.

Aber ist die E-Zigarette wirklich auch gesünder als das Rauchen?

Nach dem aktuellen Forschungsstand kann gesagt werden, dass das Dampfen einer E-Zigarette durchaus weniger schadet als das Rauchen einer Tabakzigarette. Das heißt aber nicht, dass das Dampfen gänzlich harmlos oder gar gesund ist. Bisher fehlen noch Langzeitstudien zu dem Thema. Über die langfristigen Auswirkungen des Dampfens ist bisher zu wenig bekannt. Fest steht aber, dass der Dampf einer E-Zigarette weniger Schadstoffe beinhaltet, als der Rauch einer herkömmlichen Zigarette. Das konnten Studien bisher bereits belegen. Das liegt zum großen Teil auch daran, dass bei E-Zigaretten kein Tabak verbrannt wird. Die E-Zigarette ist noch nicht allzu gut erforscht. Sicher gibt es zahlreiche Studien zu der Thematik, aber es mangelt bisher an Langzeitstudien. So konnte aber bereits festgestellt werden, dass auch beim Dampfen Schadstoffe enthalten sind. Funktioniert das Gerät unter großer elektrischer Spannung kann sich beispielsweise Formaldehyd bilden. Formaldehyd gilt als bedenklich und zum Teil krebsfördernd. Dennoch sieht es bisher so aus, als seien die Schäden, die das Rauchen verursacht – vorzeitige Alterung, Krebs, Zahnschäden, Herz-Kreislauferkrankungen, Knochenschäden und viele mehr – wesentlich höher als beim Dampfen von E-Zigaretten. Bis jetzt ist die Liste der möglichen Erkrankungen und Nebenwirkungen vom Dampfen noch recht kurz. Ob es sich beim Dampfen von E-Zigaretten aber tatsächlich um eine gesündere Alternative zum Rauchen von Tabakzigaretten handelt, wird sich wohl erst im Laufe der nächsten Jahre herausstellen. Dann gibt es mehr Langzeitstudien und die E-Zigarette ist hinreichend erforscht.

Die wichtigsten Gründe für Dampfen statt Rauchen

  • ​Das Dampfen ist sauberer, es entsteht zum Beispiel keine Asche und es kostet weniger als das Rauchen von Tabakzigaretten. Eine 10 Milliliter-Flasche Liquid hält ungefähr so lange wie acht Schachteln herkömmliche Zigaretten.
  • ​Durch das Dampfen wird der Geschmacks- und Geruchssinn wieder besser.
  • ​Das Dampfen verursacht keine üblen Gerüche, wie sie beim Rauchen von Tabak entstehen. Zudem setzt sich der Geruch nicht in der Luft ab, sondern der Dampf löst sich auf. 
  • ​Die E-Zigarette kann (noch) an vielen Orten verwendet werden, an denen das Rauchen von Tabakzigaretten bereits verboten ist. Weitere Informationen hierzu geben wir Ihnen später im Text.
  • ​Das Dampfen kann angeblich dabei helfen, mit dem Rauchen aufzuhören, zum Beispiel, indem man die Nikotinmenge in den Liquids nach und nach verringert.
  • ​Das Dampfen ist weniger gesundheitsschädlich als das Rauchen, weil unter anderem kein Teer enthalten ist und kein Kohlenmonoxid, kein Benzol, kein Cadmium und andere Schadstoffe gebildet werden.
  • ​Das Dampfen kann dazu führen, dass man wieder fitter wird, besser atmen kann und der Raucherhusten entfällt.

Im direkten Vergleich zwischen dem Dampfen und dem Rauchen kann man bereits erkennen, welche Alternative bislang als unschädlicher gilt. Im Jahr 2015 wurde von der Public Health England, kurz PHE, ein Bericht veröffentlicht, der besagt, dass das Dampfen sogar 95 Prozent weniger schädlich sei, als das Rauchen. Das liegt vor allem an dem grundlegenden Unterschied, dass man E-Zigaretten nicht raucht, sondern dampft. Erst das Rauchen selbst, also das gezielte Abbrennen von Tabakblättern, entstehen die meisten schädigenden Substanzen für den Körper. Der Dampf einer E-Zigarette ist frei von Teer und anderen giftigen oder schädlichen Substanzen – weil keine Verbrennung stattfindet. Beides – E-Zigarette wie Tabakzigarette – sind sich in der Optik vielleicht ähnlich, aber funktionieren eben grundlegend anders. Das macht E-Zigaretten (vorerst) zu der weniger schädlichen Alternative zum Rauchen. Gesund in dem Sinne ist das Dampfen aber auch nicht. Langzeitstudien in den nächsten Jahren werden mehr Aufschluss darüber geben, inwieweit die bisherige Annahme stimmt, dass das Dampfen „gesünder“ sei als das Rauchen. Fakt ist aber, dass viele Menschen vor allem deshalb auf die E-Zigarette umsteigen, weil es günstiger, sparsamer und vorteilhafter ist. So wird zum Beispiel der Geruchs- und Geschmackssinn beim Dampfen nicht so eingeschränkt wie beim Rauchen. Auch ist das Dampfen ideal für diejenigen, die auf die sensorische Erfahrung beim Rauchen nicht verzichten wollen.

Hilft das Dampfen, mit dem Rauchen aufzuhören oder ist es nur ein Ersatz?


Auch diese Frage kann man nicht grundlegend mit Ja oder Nein beantworten. Erfahrungsgemäß ist der Umstieg vom Rauchen zum Dampfen individuell und von Mensch zu Mensch unterschiedlich. Die E-Zigarette kann einem Raucher dabei helfen, aufzuhören. Aber es gibt keine Garantie dafür. Auch Studien und Forschungen gehen hier meinungstechnisch auseinander.

Während die University of California sowie die University of Croydon im Jahr 2016 in einer Studie herausfanden, dass E-Zigaretten nicht der Entwöhnung dienen können, gab es andere Studien, die das Gegenteil belegten. Dazu gehört zum Beispiel das Ergebnis, zu welchem das unabhängige Cochrane Netzwerk kam. Das Netzwerk wertet verschiedene wissenschaftliche Forschungsstände zu medizinischen Themen aus. In 13 Studien zum Thema Rauchentwöhnung durch E-Zigaretten kam es zu der Analyse, dass diese Maßnahme durchaus möglich ist. Ob es also wirklich hilft, mit der E-Zigarette mit dem Rauchen aufzuhören, ist ebenfalls noch nicht umfassend erforscht worden. Bisherige Erfahrungsberichte besagen, dass es bei einigen Menschen durchaus funktioniert hat, bei anderen wiederum nicht. Manche Berichte erörtern sogar, dass die E-Zigarette das Aufhören mit dem Rauchen sogar noch erschweren könnte, weshalb das Dampfen eher ein Ersatz zum Rauchen darstellt. Beim momentanen Forschungsstand kann man davon ausgehen, dass keine der beiden Meinungen wirklich zu 100 Prozent stimmt. Jeder Raucher macht andere Erfahrungen mit der E-Zigarette. Einige können ihren Nikotinkonsum mit der E-Zigarette nach und nach reduzieren und irgendwann ganz einstellen. Die Sucht ist somit gebannt. Andere wollen oder können das Rauchen nicht ganz lassen und finden in der E-Zigarette einen guten Ersatz, der weniger schädlich ist.

Gefahren und Risiken beim Dampfen


Zwar gibt es mittlerweile eine ganze Reihe an Studien zum Thema E-Zigaretten, aber wie bereits erwähnt, existieren noch keine Langzeitstudien. Dadurch können noch nicht alle möglichen Risiken und Nebenwirkungen des Dampfens benannt werden. Aktuell gilt die Aussage, dass die E-Zigarette weitaus weniger schädlich ist als die Tabakzigarette. Fachleute sprechen davon, dass die Risiken der E-Zigaretten schätzungsweise 10 Mal niedriger angelegt sind, als bei herkömmlichen Zigaretten. Wie viele Schadstoffe in Zigaretten enthalten sind, ist bereits ausreichend erforscht. Viele dieser Stoffe sind krebserregend. Wie viele Schadstoffe sich in E-Zigaretten befinden, ist bisher noch unklar. In einigen Studien konnten Giftstoffe wie Formaldehyd, Diethylenglykol und Nitrosamine in der E-Zigarette entdeckt werden. Das Dampfen ist nicht gänzlich frei von Schadstoffen, so viel steht fest. Auch ist noch nicht ganz klar, welche Chemikalien und Schadstoffe sich eventuell beim Verdampfen der Aromastoffe bilden könnten. Einige bisher erkannte Risiken sollen Ihnen hier dennoch erläutert werden:

  • ​Auch eine E-Zigarette ist ein Sucht- und somit auch Schadstoff, sobald Nikotin enthalten ist.
    Auch eine E-Zigarette ist ein Sucht- und somit auch Schadstoff, sobald Nikotin enthalten ist.
  • ​Das Verdünnungsmittel Propylenglykol kann in einzelnen Fällen die Atemwege und die Schleimhäute reizen.
  • ​Beim Ausatmen des Dampfes können schädliche Stoffe, wie zum Beispiel Aerosole, freigesetzt werden. In einer Studie des Penn State College of Medicine wurde herausgefunden, dass Aerosole freie Radikale in sich tragen, die Krebs verursachen und Körperzellen schädigen können. Ähnliche Ergebnisse gab es zu Aldehyden, die in E-Zigaretten nachgewiesen werden konnten. Die chemischen Verbindungen können die Zellen schädigen, was wiederum zu Krebs, COPD sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen führen könnte.
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    ​Die Chronisch-Obstruktive Lungenerkrankung COPD ist eine klassische Raucherkrankheit. Sie wurde auch bei Dampfern schon festgestellt.
    Die Chronisch-Obstruktive Lungenerkrankung COPD ist eine klassische Raucherkrankheit. Sie wurde auch bei Dampfern schon festgestellt.
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    ​Einzelne Aromen in den Liquids könnten Allergien auslösen.


Diese, bisher bekannten Risiken, sind durchaus bedenklich. Der genaue Grad der Gefährlichkeit von E-Zigaretten muss aber noch in Langzeitstudien erforscht werden. Mehrere Gerichtsbeschlüsse konnten durchsetzen, dass die E-Zigaretten nicht mehr als gesund, weniger schädlich oder gesünder beworben werden dürfen. Das hat seine Gründe. Denn obwohl es bis jetzt so aussieht, als sei die E-Zigarette weniger schädlich als die Tabakzigarette, ist sie deshalb keinesfalls harmlos oder gar gesund. Besonders die langfristigen, möglichen Schäden, die das Dampfen nach sich ziehen könnte, konnten bisher nicht ausreichend untersucht werden. Auch hierfür fehlen Langzeitstudien. Aktuell kann man somit nicht abschätzen, welche Risiken und Nebenwirkungen der regelmäßige Konsum von E-Zigaretten hat. Aufgrund dieser Unschlüssigkeit und auch Unwissenheit über die genauen Folgen des Dampfens hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) bereits im Jahr 2008 vor der Nutzung der E-Zigaretten gewarnt. Das größte Risiko der E-Zigaretten liegt bisher wohl darin, dass der Konsum verharmlost wird und somit immer mehr Menschen zur E-Zigarette greifen. Auch bestehen gewisse Risiken für Jugendliche und Nicht- beziehungsweise Passivraucher, die im Folgenden näher erläutert werden sollen.

Gefahr für Jugendliche


Gerade bei Kindern und Jugendlichen stellt sich die Frage, ob die E-Zigarette – gerade weil sie (noch) als weniger schädlich gilt – zum Rauchen verführt und eine Gefahr darstellt. E-Zigaretten gibt es in vielen verschiedenen, auch ausgefallenen Aromen, die schmecken und gut riechen. Es hat sich in den letzten Jahren – ähnlich wie bei der Shisha – ein absoluter Trend entwickelt und besonders junge Leute werden schneller auf solche Trends aufmerksam und neugierig. Sie könnten in die Versuchung gelangen, die E-Zigarette auch einmal auszuprobieren. Jugendliche und Kinder gelten als leicht beeinflussbar, so dass die E-Zigarette ganz einfach zur Einstiegsdroge werden kann. Dabei ist die E-Zigarette für diese Altersgruppe genauso ungeeignet wie die Zigarette. Laut einer Studie aus dem Jahr 2014 ist die Akzeptanz bei Jugendlichen für die herkömmliche Tabakzigarette stark gesunden. Es wird nicht mehr als „cool“ empfunden, zu rauchen. Der Trend der E-Zigarette könnte diese Entwicklung ganz schnell zu Nichte machen. Zumal die E-Zigarette bislang nicht unter das Nichtraucherschutzgesetz fiel, was den Erwerb und Konsum von E-Zigaretten für Kinder und Jugendliche durchaus vereinfachte. Mittlerweile ist der Verkauf von E-Zigaretten an Jugendliche unter 18 Jahren genauso verboten wie der der Zigaretten. Dabei sind gerade die nikotinhaltigen E-Zigaretten sehr gefährlich, da sie eine Sucht nach Nikotin hervorrufen und Jugendliche werden schnell abhängig. Sie dampfen regelmäßiger und irgendwann reicht die E-Zigarette nicht mehr aus. Sie greifen gegebenenfalls dann auch zu den herkömmlichen Zigaretten und die sind, wie bekannt, noch schädlicher als die E-Geräte. Bisher ist bekannt, dass bereits jeder siebte Jugendliche zwischen zwölf und 17 Jahren eine E-Zigarette probiert hat. Das fand die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung jüngst heraus. Sicher, nicht nur der Trend verführt, sondern auch die exotischen, spannenden und süßen Aromen und Gerüche, die aus der E-Zigarette strömen. Es ist enorm wichtig, das in den nächsten Jahren ein schärferes Bewusstsein dafür geschaffen wird, dass das Dampfen nicht harmlos und auch nicht gesund ist – und zwar so, dass auch Jugendliche keinem Risiko mehr ausgesetzt sind.

Gefahr für Nicht- beziehungsweise Passivraucher


Das Dampfen von E-Zigaretten stellt sicherlich auch ein gewisses Risiko für Passiv- und Nichtraucher dar.

Die in den E-Zigaretten befindlichen Liquids enthalten meist neben Aromastoffen auch Nikotin. Konsumieren Nichtraucher E-Zigaretten mit Nikotingehalt, können auch sie süchtig werden. Das stellt wohl das größte Risiko dar. Schon beim ersten Zug wird der Körper mit Nikotin bedient und das Suchtpotential steigt bei jedem weiteren Zug. Aus Unwissenheit können Nichtraucher – die eine E-Zigarette vielleicht nur einmal ausprobieren wollten – schnell zum regelmäßigen Dampfer oder sogar Raucher werden. Ein Bericht der American Chemical Societyin der Fachzeitschrift Chemical Research in Toxicology aus dem Jahr 2015 zeigte auf, dass auch nikotinfreie Liquids ein gewisses Risiko bergen. Wer mit dem Dampfen beginnt, setzt seine Hemmschwelle automatisch hinab und greift nicht selten später auch zu nikotinhaltigen Liquids oder gar Zigaretten. E-Zigaretten gelten in diesem Fall als Einstiegsdroge, die das Suchtverhalten von Nichtrauchern fördern und später auch verstärken kann.

Aber was ist mit den Passivrauchern, also den Menschen, die eigentlich selbst gar nicht dampfen, sondern nur daneben stehen, wenn jemand seine E-Zigarette bedient? Wie bereits erwähnt, ist die gesamte Bandbreite an möglichen Risiken für die direkten Konsumenten von E-Zigaretten durch fehlende Langzeitstudien noch nicht belegt. Daher ist es auch schwer, die Risiken für Passivraucher genau festzulegen. Auch fehlen Studien dazu, ob und wie viele Schadstoffe über den Dampf in die Luft abgegeben und verbreitet werden. An den Passivraucher beziehungsweise die Umgebung gelangt ja nur das, was der Konsument ausatmet. Der Dampf einer E-Zigarette scheint vorläufig weniger Schadstoffe zu enthalten als der Rauch einer Tabakzigarette. In einer Studie des Braunschweiger Fraunhofer Wilhelm-Klauditz-Instituts wurde herausgefunden, dass die von E-Zigaretten ausgehende Menge an organischen Stoffen im Dampf weniger schadhaft ist als der Qualm einer Zigarette. Die Partikel im Rauch einer Zigarette sind fest, das heißt, sie verbleiben noch lange in der Luft und lagern sich auch ab – zum Beispiel in Kleidungsstücken oder auf Gegenständen. Die Teilchen im Dampf einer E-Zigarette hingegen lösen sich relativ schnell auf und werden zu Gas. Das macht die E-Zigarette weniger schädlich für Passivraucher – so zumindest der aktuelle Stand der Forschungen.
Vorteilhaft und auch angenehmer für Passivraucher ist sicherlich auch, dass die E-Zigaretten meist nur per Knopfdruck aktiviert werden. Die Geräte qualmen beziehungsweise dampfen somit nicht ununterbrochen, wie eine Tabakzigarette.

Aktueller rechtlicher Status in Bezug auf E-Zigaretten


Es gibt hierzulande ein Tabakrecht und ein Nichtraucherschutzgesetz. Aber beides beinhaltete bisher nicht die E-Zigarette. Woran das liegt? Ganz einfach: Die E-Zigarette ist kein Tabakprodukt. Sie ist viel eher eine revolutionäre Erfindung, die sich nicht in bestehende Regularien integrieren lässt. Vielmehr muss das Gesetz diesbezüglich angepasst und ausgedehnt werden. Die Technologie der E-Zigaretten ist neu, sie weicht von allen bisher bekannten Arten des Konsums von Nikotin ab. Zumal im deutschen Tabakrecht bisher nur die Tabakprodukte inbegriffen waren, die geraucht, gekaut oder geschnupft werden. Von der Inhalation von Wasserdampf war bisher keine Rede im Tabakrecht. Auch ist nicht ganz klar, ob die Liquids der E-Zigaretten überhaupt als Tabakerzeugnis gelten können. Das betraf vor allem deren Zusammensetzung. Die meisten Inhaltsstoffe entstammen der Lebensmittelproduktion beziehungsweise sind Lebensmittelzusatzstoffe und fallen daher unter entsprechende andere Gesetze und Vorgaben des Landes. Erst im Jahr 2014 wurde eine Tabakprodukt Richtlinie verabschiedet, die die neuartigen E-Zigaretten und Liquids einschließt. Dabei geht es vor allem um neuartige Zusatzstoffe, Werbebeschränkungen, erweiterte Überwachungs- und Kennzeichnungspflichten sowie neue Vorschriften zum Verkauf von E-Zigaretten und Liquids. Die Richtlinie musste nicht direkt angewendet werden, sondern sollte bis Mitte des Jahres 2016 von allen EU-Mitgliedsstaaten umgesetzt werden. Von da an sollte die E-Zigarette als Tabakprodukte angesehen und das Gesetz entsprechend angepasst werden. Das beinhaltet vor allem das Werbeverbot, die Melde- und Deklarationspflicht von Herstellern der E-Zigaretten sowie eine Volumenbegrenzung. Deutschland setzte den endgültigen Entwurf im Jahr 2016 durch. Seit dem dürfen auch keine E-Zigaretten mehr an Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren verkauft und die E-Zigaretten nicht mehr als gesund oder ähnlich in der Werbung bezeichnet werden.

Allerdings herrscht nach wie vor Unklarheit über die Nutzung der E-Zigaretten in Deutschland. Diese Regelungen sind nämlich von Bundesland zu Bundesland ganz verschieden. Bundesweit gilt nur, dass der Verkauf und der Konsum von allen Tabakwaren, auch der E-Zigarette, für Kinder und Jugendliche verboten sind. Ein generelles Verbot des Konsums beziehungsweise Nutzungseinschränkungen der E-Zigarette auf Bundesebene sind bisher nicht geplant. Das liegt vor allem auch wieder daran, dass bisher nicht eindeutig geklärt werden konnte, inwieweit E-Zigaretten schädlich und eine Gefahr für Passivraucher sind. Das führt dazu, dass die E-Zigarette bislang nicht dem Nichtraucherschutzgesetz in Deutschland unterliegt, welches unter anderem den Konsum von Tabakprodukten in öffentlichen Einrichtungen und Verkehrsmitteln untersagt. Das bedeutet wiederum, dass das Dampfen generell überall erlaubt ist. Die Ausgestaltung der Nichtraucherschutzgesetzte ist Ländersache und von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich ausgelegt.

E-Zigaretten in der Öffentlichkeit


Der Unterschied beim Konsum von E-Zigaretten und Zigaretten liegt darin, dass E-Geräte gedampft, Tabakzigaretten aber geraucht werden. Und während sich Rauch in der Luft absetzt und stinkt, verzieht sich Dampf relativ schnell und verbreitet keine unangenehmen Gerüche. Somit ist es durchaus nicht selten, dass das Dampfen in der Gastronomie und auch in öffentlichen Verkehrsmitteln (noch) erlaubt ist. Allerdings entscheidet jedes Unternehmen selbst darüber, ob das Dampfen im jeweiligen Bereich dem allgemeinen Rauchverbot unterliegt oder nicht. Das wird in der Regel in einer Hausordnung festgelegt und diese ist unabhängig von offizieller Rechtsprechung auch einzuhalten.

In Restaurants, Bars oder Kneipen ist das Rauchen weitestgehend verboten. Die E-Zigaretten bilden gerade in diesen Bereichen aber oft eine Ausnahme. Viele Unternehmen erlauben das Dampfen in ihren Etablissements, weil es nicht unter das Nichtraucherschutzgesetz fällt. Oftmals ist das Dampfen zwar erlaubt, aber nicht gewünscht. Das letzte Wort hat der Unternehmensleiter beziehungsweise die aktuelle Hausordnung. In öffentlichen Verkehrsmitteln gibt es ebenfalls keine bundesweite Rechtsprechung, sondern kommt auf die jeweilige Hausordnung an. Für das Dampfen am Arbeitsplatz gibt es ebenso keine einheitliche Gesetzgebung. Besonders in diesem Bereich ist es individuell unterschiedlich und hängt oft von vielen Faktoren ab, ob man am Arbeitsplatz dampfen darf oder nicht. Hauptaugenmerk liegt hier auf den Vorstellungen und Wünschen von Chef und Kollegen. Selten gibt es eine Hausordnung.

​Das sagen Umsteiger


Mit dem Trend des Dampfens begann auch bei vielen Rauchern das Umdenken. Sie entschieden sich, auf E-Zigaretten umzusteigen, zum Teil, um mit dem Rauchen aufzuhören, zum Teil auch, um unangenehme und störende Begleiterscheinungen, die das Rauchen mit sich bringt, zu umgehen. Dazu gehört zum Beispiel, dass beim Dampfen weder Glut noch Asche entsteht und dass der Gestank weder den Raucher selbst, noch seine Mitmenschen oder Haustiere stört. In vielen Erfahrungsberichten liest man, dass fast alle „Umsteiger“ anfangs eher skeptisch waren. Schließlich ist das Dampfen doch etwas ganz anderes als das Rauchen einer Tabakzigarette. Die meisten fanden relativ schnell heraus, wie das Dampfen am besten funktioniert. Auch fanden sie Aroma und Geschmack wesentlich angenehmer als den reinen Tabakgeschmack der zuvor gerauchten Zigaretten. Es gab laut vielen Erfahrungsberichten bald keine unangenehmen Begleiterscheinungen, wie Raucherhusten oder Kratzen im Hals, mehr. Auch das Inhalieren gestaltet sich laut den Dampfern als viel angenehmer und sanfter. Die meisten Dampfer berichten über eine bessere Atmung, über eine Verbesserung der Fitness und des Wohlbefindens sowie einen besser ausgeprägten Geschmacks- und Geruchssinn. Auch stanken Wohnung oder Kleidung nicht mehr nach Qualm und volle Aschenbecher galten der Vergangenheit. Allerdings stellt man bei den Erfahrungsberichten auch fest, dass die Motivation und das Interesse, den Nikotingehalt in den E-Liquids zu senken, unterschiedlich sind. Viele sind zum Dampfen umgestiegen, um den immer teurer werdenden Zigarettenpreisen zu entfliehen oder weil sie von Rauch und Gestank genervt waren. Andere hingegen haben das Dampfen begonnen, um von den Tabakzigaretten Abstand zu gewinnen und bald gänzlich mit dem Rauchen aufhören zu können. Der Drang nach echten Zigaretten sollte verschwinden. Eine Alternative sollte das Dampfen werden. Viele Dampfer wollen ihre Nikotin-Sucht nur noch über die E-Zigarette stillen, andere wollen den Nikotingehalt nach und nach senken, um ihre Sucht gänzlich zu bekämpfen. Dabei wählen einige direkt nikotinfreie Liquids, andere senken den Nikotingehalt über die Liquids erst schrittweise, bevor sie komplett verzichten. Die Meinungen gehen hierbei auseinander. Das Dampfen ist laut den Erfahrungsberichten durchaus eine Möglichkeit, mit dem Rauchen aufzuhören. Aber das sollte jeder für sich selbst entscheiden und ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich motiviert und erfolgsversprechend.

Das Dampfen gestaltet sich gerade zu Beginn bei vielen Anfängern als Gewöhnungssache, da die E-Zigarette anders zu bedienen ist und auch nicht ganz so leicht in der Hand liegt wie die herkömmliche Zigarette. Besonders am Anfang berichten einige Dampfer über Mundtrockenheit, aber diese Nebenerscheinung ist nur kurzfristig und es hilft, mehr zu trinken. Als großen Vorteil liest und hört man oft, dass es genügt, kurz an der E-Zigarette zu ziehen, wenn der Körper nach Nikotin verlangt. Zigaretten musste man direkt aufrauchen, was zeitintensiver und auf Dauer auch ungesünder ist. Nicht selten rauchen und dampfen viele Menschen auch gleichzeitig, eben je nach Gelegenheit. Das Dampfen deckt das Gefühl beim Rauchen nicht vollständig ab, so dass oftmals beide Alternativen gewählt werden. Die Tatsache, dass man fast überall dampfen kann, ohne seine Umgebung zu stören, gilt bei vielen Dampfern als großer Vorteil. Zudem macht es vielen Menschen auch einfach Spaß, zu dampfen. Das Dampfen ist wesentlich abwechslungsreicher, dank der vielen möglichen Aromen, der großen Auswahl und den Optionen, die man als Dampfer hat. Einige mischen sich ihre Liquids nach Wunsch sogar selbst und erfreuen sich dann am neu gefundenen Lieblingsaroma.

Die Vorteile der E-Zigarette laut ​Umsteigern

  • ​Sauber, keine Asche, keine Glut, keine Kippen
  • ​Kein Gestank, kein Festsetzen von Qualm Geruch in Kleidung und auf Gegenständen
  • ​Günstiger als Zigaretten
  • ​Manuell und kurzfristig zu nutzen, kann jederzeit genutzt werden
  • ​Kann fast überall genutzt werden
  • ​Abwechslungsreich, viele Aromen, große Auswahl
  • ​Keine unangenehmen Nebenerscheinungen, wie Husten oder Kratzen im Hals
  • ​Kann dabei helfen, mit dem Rauchen aufzuhören
  • ​Sanfteres Inhalieren, Einatmen
  • ​Geruchs- und Geschmackssinn verbessern sich nach Umstieg

​Quellen und weiterführende Links


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