Retinol ist Vitamin A in seiner Alkoholform. In Hautpflege wird es vor allem in Anti-Aging-Produkten verwendet.
Retinol soll die Neubildung von Hautzellen und die Kollagenbildung anregen und wirkt leicht peelend. Als Nebenwirkung kann es die Haut reizen: Rötung, Brennen, Juckreiz und Trockenheit sind möglich, besonders bei großflächiger Anwendung, rund um den Mund oder auf verletzter Haut.
Vitamin A ist fettlöslich und wird im Körper gespeichert. Zu viel kann schaden; langfristig hohe Aufnahme verringert nachweislich die Knochendichte. Das BfR rät deshalb, die Vitamin-A-Menge in Gesichts- und Handpflege zu begrenzen und in Lippen- und Körperpflege ganz darauf zu verzichten. Für Erwachsene liegt die tolerierbare Gesamtaufnahme bei 3 mg Retinoläquivalenten täglich, bei erhöhtem Osteoporoserisiko, etwa nach den Wechseljahren, bei 1,5 mg. Über die normale Ernährung nehmen Frauen schon rund 1,8 mg auf.
Auch die EU hat reagiert: Körperlotionen dürfen laut PTA heute höchstens 0,05 Prozent Retinoläquivalente enthalten, andere Produkte höchstens 0,3 Prozent, mit Pflichthinweis auf den Vitamin-A-Gehalt. In der Schwangerschaft gilt besondere Vorsicht, weil hohe Vitamin-A-Dosen das Erbgut schädigen können. Sprich in Schwangerschaft und Stillzeit vor der Anwendung mit deiner Ärztin oder deinem Arzt.
Mehr dazu: INCI, Lichtschutzfaktor, Kosmetik
Quellen
- chemie.de: Vitamin A, Aufnahme über kosmetische Mittel sollte begrenzt werden (Meldung zur BfR-Stellungnahme, Februar 2014). https://www.chemie.de/news/146757/vitamin-a-aufnahme-ueber-kosmetische-mittel-sollte-begrenzt-werden.html
- CodeCheck: Retinol in Creme hilft gegen Falten, kann aber überdosiert werden. https://www.codecheck.info/news/Retinol-in-Creme-hilft-gegen-Falten-kann-aber-ueberdosiert-werden-267215
- PTA heute: Wird Vitamin A in Kosmetika verboten?. https://ptaheute.de/serien/dermokosmetik/wird-vitamin-a-in-kosmetika-verboten
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