Ceramide

Ceramide sind Fettstoffe (Lipide), die in der Hornschicht zwischen den Hornzellen liegen. Sie binden Wasser und halten die Hautbarriere geschmeidig und dicht.

Ceramide gehören zu den Sphingolipiden. Zusammen mit freien Fettsäuren und Cholesterin bilden sie in der Hornschicht geschichtete Lipidlamellen, den „Mörtel“ zwischen den Hornzellen. Besonders lange Ceramide ragen in die nächste Lipidschicht hinein und festigen den Verbund, weshalb sie in der Fachliteratur als „Nagelfunktion“ beschrieben werden.

Fehlen Ceramide, trocknet die Haut schneller aus, und Reizstoffe können leichter eindringen. Mit dem Alter bildet der Körper weniger davon. Bei atopischer Haut ist die Zusammensetzung des Zellkitts verändert, die Talgproduktion ist gering, und es fehlen natürliche Feuchthaltefaktoren. Deshalb wird ihr gezielt Fett zugeführt.

In der Pflege kommen Ceramide natürlicher oder hautidentischer Herkunft vor, ebenso Vorstufen wie Phytosphingosin, die der Haut helfen sollen, selbst mehr Ceramide zu bilden. Fachleute empfehlen sie vor allem in Produkten für trockene oder empfindliche Haut. Auf der Packung findest du sie in der INCI-Liste meist als „Ceramide“ mit einer Nummer oder Ergänzung.

Wichtig zu wissen: Ceramide sind kein Wundermittel. Sie unterstützen die Barriere, ersetzen aber keine ärztliche Behandlung bei Hautkrankheiten wie Neurodermitis.

Mehr dazu: Hautbarriere, INCI, Gesichtscreme für trockene Haut

Quellen

  1. Pharmazeutische Zeitung (Ausgabe 17/2007): Struktur und Morphologie einer Barriere. https://www.pharmazeutische-zeitung.de/ausgabe-172007/struktur-und-morphologie-einer-barriere/
  2. Pharmazeutische Zeitung: Das hilft bei trockener, empfindlicher Haut. https://www.pharmazeutische-zeitung.de/das-hilft-bei-trockener-empfindlicher-haut-158020/

Bildquellen