Dysbiose bezeichnet eine Störung der natürlichen Besiedelung eines Körperbereichs mit Mikroorganismen, am häufigsten gemeint ist der Darm. Sie ist keine eigenständige Erkrankung, sondern ein Zustand, der mit verschiedenen Erkrankungen zusammenhängen kann.
Hinter dem Begriff steht die Idee, dass harmlose Standortkeime durch potenziell krankmachende verdrängt werden oder dass sich die Zusammensetzung der Darmbakterien verändert. Als mögliche Auslöser nennt das DocCheck Flexikon Antibiotika, ballaststoffarme, fett- oder zuckerreiche Ernährung, bestimmte Medikamente, Darminfektionen und hormonelle Veränderungen.
Wissenschaftlich ist Dysbiose allerdings ein weicher Begriff. Es gibt keine einheitliche Definition, viele Studien verwenden ihn, ohne ihn zu erklären. Zudem unterscheidet sich das Mikrobiom zwischen gesunden Menschen stark und schwankt über Tage und Wochen. Meist sind nur Zusammenhänge beobachtet, ob Dysbiose Krankheiten verursacht oder eine Folge davon ist, bleibt oft offen.
Für dich im Alltag heißt das: Eine standardisierte Routinediagnostik für Dysbiose gibt es bislang nicht. Klinisch wird sie meist indirekt aus Beschwerden und Umständen eingeschätzt. Sei skeptisch gegenüber Tests, die dir ein klares Urteil versprechen. Mehr Ballaststoffe und das Vermeiden unnötiger Antibiotika werden als Ansatzpunkte genannt, die Evidenz hängt aber vom Anwendungsfall ab. Bei anhaltendem Durchfall, Blut im Stuhl oder starken Bauchschmerzen suche ärztlichen Rat.
Mehr dazu: Mikrobiom, Darmflora aufbauen, Probiotika, Präbiotika.
Quellen
- Brüssow H.: Problems with the concept of gut microbiota dysbiosis. Microbial Biotechnology, 2020. https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC7017827/
- DocCheck Flexikon: Dysbiose. https://flexikon.doccheck.com/de/Dysbiose
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