Beobachtungsstudie

Bei einer Beobachtungsstudie beobachten oder befragen Forschende Menschen, ohne aktiv in Behandlung oder Verhalten einzugreifen. Sie zeigen Zusammenhänge, können aber in der Regel keine Ursache-Wirkung-Beziehung sicher belegen.

Die zwei bekanntesten Typen:

  • Kohortenstudie: Eine Gruppe wird oft über viele Jahre begleitet. Man vergleicht Menschen mit unterschiedlichen Einflüssen, etwa Rauchende und Nichtrauchende. Sie kann vorausschauend (prospektiv) oder rückblickend (retrospektiv) angelegt sein.
  • Fall-Kontroll-Studie: Erkrankte werden mit ähnlichen Nichterkrankten verglichen und zu möglichen Risikofaktoren befragt. Sie ist meist rückblickend, weniger aufwendig und eignet sich für seltene Erkrankungen. Schwierig ist es, passende Vergleichspersonen zu finden, und die Erinnerung der Teilnehmenden kann lückenhaft sein.

Warum reicht ein Zusammenhang nicht? Ein Beispiel: Eine Kohortenstudie könnte einen Zusammenhang zwischen rotem Fleisch und Darmkrebs finden. Rauchen, Alkohol oder Übergewicht könnten aber die eigentlichen Einflussfaktoren sein. Nur ein Vergleich zufällig zugeteilter Gruppen schließt solche Einflüsse aus.

Das macht Beobachtungsstudien nicht wertlos. Sie helfen bei Fragen nach der Häufigkeit und nach Risikofaktoren von Krankheiten und sind oft die verfügbare Evidenz. In der Evidenzhierarchie gelten sie aber als weniger belastbar als randomisierte Studien. Lies ihre Ergebnisse deshalb als Hinweise, nicht als Beweis.

Mehr dazu: Randomisierte kontrollierte Studie, Evidenz, Metaanalyse

Quellen

  1. IQWiG (gesundheitsinformation.de): Welche Studienarten gibt es?. https://www.gesundheitsinformation.de/welche-studienarten-gibt-es.html
  2. MSD Manual Profi-Ausgabe: Evidenzbasierte Medizin und klinische Richtlinien. https://www.msdmanuals.com/de/profi/spezielle-fachgebiete/klinische-entscheidungsfindung/evidenzbasierte-medizin-und-klinische-richtlinien

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