Stressbedingter Haarausfall: Wie Sie die negativen Effekte von Stress auf das Haar vermeiden

Stress kann definitiv eine Ursache von Haarausfall sein. Neben genetisch bedingtem Haarausfall und dem Haarverlust im Alter können auch junge Menschen an Haarausfall erkranken, der oftmals durch ein zu hohes Stresspensum ausgelöst wurde. Denn ein konstantes Niveau an Anspannung, Druck und Stress kann den Haarzyklus negativ beeinflussen. Um das Wachstum des Haares wieder zu normalisieren muss zunächst der Kern des Problems identifiziert werden – nämlich was Sie so sehr stresst, dass Ihnen die Haare ausfallen und erst dann kann mit einer geeigneten Behandlung begonnen werden. „Verursacht Stress Haarausfall?“ soll im Folgenden mitsamt hilfreichen Hintergrundinformationen beantwortet werden.

Arten von stressbedingtem Haarausfall

Stress ist nicht gleich Stress – es gibt Stress auf der Arbeit, durch die Familie oder durch Zeitdruck. Daher lässt sich Stress ganz grob in physischen und körperlichen Stress unterteilen und auch Haarausfall ist nicht gleich Haarausfall.

Telogenes Effluvium

Bei dieser Art des Haarausfalls sind meist Frauen ab 40 Jahren betroffen. Für mindestens die Dauer von einem halben Jahr fallen täglich übermäßig viele Haare – sprich bis zu 1000 Haare am Tag – aus. Dieser Haarausfall macht sich gleichmäßig und überall an der Kopfhaut bemerkbar. Oftmals schmerzt dabei auch die Kopfhaut.

​Alopezie areata

Diese Form des Haarverlustes nennt man auch kreisrunden Haarausfall, der meist Männer betrifft und sich sowohl am Kopfhaar als auch am Barthaar bemerkbar machen kann. Die Haare fallen nicht willkürlich über den gesamten Kopf oder Bartbereich hinaus aus, sondern vielmehr in einem bestimmten, meist kreisförmigen Gebiet. Der kreisrunde Haarausfall kann Folge bestimmter Erkrankungen sein, tritt aber ebenso häufig als Resultat bestimmter Stresssituationen auf. Für die konkrete Diagnostik braucht es den Ausschluss von Schilddrüsenproblemen, Autoimmunkrankheiten sowie dem Mangel an bestimmten Spurenelementen.

Trichotillomanie

Bei der Trichotillomanie handelt es sich um eine Zwangsstörung, bei der man sich selbst die Haare ausreißt. Dabei werden sowohl die Haare des Kopfhaares als auch Wimpern Augenbrauen und Körperbehaarung zwanghaft ausgerissen. Betroffene Patienten reißen sich oftmals nicht nur einzelne Haare aus, sondern ganze Büschel.

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​Wie Stress Haarausfall verursacht

Stress schädigt die Haarfollikel: Cortisol ist ein Stresshormon, das im Körper aufgrund von inneren und äußeren Stressfaktoren freigesetzt wird. So wie einige bestimmte Krankheiten den Cortisolspiegel ansteigen lassen können, kann dieser auch aufgrund zu stressiger Arbeits- oder Familienereignisse herbeigeführt werden. Zahlreiche Studien haben gezeigt, dass ein über die Maßen erhöhter Cortisolspiegel die Fähigkeit hat, integrale Substanzen in der extrazellulären Matrix abzubauen. Ein hoher Cortisolspiegel betrifft vor allem das Hyaluronan (Hyaluronsäure) und die Proteoglykane, zwei Substanzen, die zwischen den Zellen vorhandene Füllstoff-Masse bilden. Diese Substanzen spielen eine entscheidende Rolle für die normale Funktion und den Zyklus des Haarfollikels. Auf diese Weise kann überschüssiges Cortisol den fein abgestimmten Mechanismus des Haarfollikels störend beeinflussen. Sobald die Unversehrtheit eines Haarfollikels beeinträchtigt ist, können sich Störungen des Haarwachstums wie telogenes Effluvium entwickeln.

Ernährungsumstellung durch Stress: Ein weiterer wichtiger Punkt ist der, dass wir uns bei Stress oft nicht ausreichend um uns selbst kümmern. Wenigstens nicht in dem Maß, in dem wir unseren Körper und unseren Geist pflegen sollten. Beispielsweise lassen wir in stressigen Situationen Mahlzeiten aus oder setzen vermehrt auf den Verzehr von industriell hergestellten Lebensmitteln, da sie oft schnell gekauft und zubereitet sind. Fertiggerichte haben allerdings nur einen kurzen Effekt des Sättigungsgefühls und darüber hinaus nur einen geringen Nutzen für die Ernährung. Die Ernährung hat allerdings weitreichende Auswirkungen auf das Haarwachstum, wobei falsche und unausgewogene Ernährung eine der Hauptursachen für Haarausfall bei Frauen ist.

Ist stressbedingter Haarausfall dauerhaft?

Haarausfall durch Stress ist meist nur vorübergehend. Wenn Sie aufgrund von Stress oder Angstzuständen Haare verloren haben, besteht die Chance, dass Ihre Haare wieder wachsen, sobald sich Ihr Stressniveau wieder normalisiert hat. Gleiches gilt, wenn Ihr Haarverlust auf körperlichen Stress durch ein Ungleichgewicht der Hormone – etwa während der Menopause – zurückzuführen ist. Als weiteres Beispiel kann eine Chemotherapie stehen, die unsagbaren körperlichen Stress bedeutet und nicht selten auch die Haare ausfallen lässt. Nach Beendigung dieser aggressiven Behandlung beginnen die Haare meist auch wieder zu wachsen.

Suchen Sie einen Arzt auf, um die Diagnose zu bestätigen

Haarausfall kann neben Stress durch viele verschiedene Faktoren verursacht werden. Stress ist möglicherweise keine direkte Ursache für Haarausfall, sondern eher eine weiter Nebenwirkung von einem ganz anderen Auslöser. Zu den schwerwiegenderen Erkrankungen, die zu Haarausfall führen können, zählen Hypothyreose, Autoimmunkrankheiten wie Lupus oder das PCOS (polyzystische Ovarial- oder Ovarsyndrom). Wird eine dieser Krankheiten früh genug erkannt und mit einer Behandlung begonnen, können Sie weitere Komplikationen oft vermeiden. Mangelernährung und daraus resultierende Nährstoffdefizite wie Eisenmangel oder Zinkmangel können ebenfalls Ursache für Haarausfall sein und sollten durch einen Bluttest abgeklärt werden.

Tipps zum Abbau von Stress und zur Verbesserung der Haare

Nachfolgend finden Sie einige wertvolle Empfehlungen, wie Sie Ihren Stress-Pegel senken können und somit zu Ihrer Gesundheit im Allgemeinen und der Haargesundheit im Speziellen selbst beitragen können.

1. Schlafen Sie genug

Ausreichend Schlaf ist immer gut für mehr Vitalität, Kraft und Fitness. Sowohl Ihre mentale wie auch Ihre körperliche Leistungsbereitschaft können Sie durch ausreichend Schlaf potenzieren. Wie viel Schlaf Sie im Einzelnen benötigen hängt von Ihrem Schlaftyp ab. Manche Menschen kommen wunderbar mit 6 Stunden Schlaf pro Nacht aus, andere hingegen benötigen 8 Stunden Schlaf, um am nächsten Tag zu funktionieren. Gestresste Menschen leiden oft an Schlafstörungen oder Schlafmangel. Ein Teufelskreis, den Sie durchbrechen müssen, denn Ihre Haare regenerieren sich ausschließlich während Sie schlafen. Zu wenig Schlaf bedeutet im Umkehrschuss, dass Sie Ihren Haarausfall noch unterstützen.

2. Ernähren Sie sich gesund und ausgewogen

Auch mit einer gesunden Ernährung hängt das Haarwachstum maßgeblich zusammen, denn Ihre Haare benötigen Stoffe wie Biotin und andere B-Vitamine, das Vitamin A und C, Zink, Magnesium, Eisen sowie bestimmte Fette in Form von Omega-3-Fettsäuren und Proteine, um gesund zu wachsen und nicht auszufallen. Da es im stressigen Alltag oftmals an Zeit mangelt und die wenige Zeit dann nicht noch zum Kochen verwendet wird, greifen viele Menschen auf Fertigprodukte oder Tiefkühlwaren sowie Fast Food zurück. All diese Nahrungsmitteln liefern Ihnen aber keine Nährwerte und Vitamine schon gar nicht. Nehmen Sie sich also Zeit zum Kochen und Essen. Ersetzen Sie Snacks wie Chips oder Weingummis durch Obst oder Gemüse und stellen Sie sich einen Ernährungsplan mit Ihrem Arzt auf, an den Sie sich halten. Ihre Gesundheit wird es Ihnen danken. Nicht nur Ihr Äußeres.

3. Bewegung, Sport und Training

Zu einem gesunden Lebensstil gehört neben einer guten Ernährung und dem Verzicht auf Nikotin und Alkohol auch ausreichend Bewegung, um Stress zu vermeiden oder gar abzubauen. Wenn Ihnen Sport nicht liegt, reichen auch ausgedehnte Spaziergänge, das Ersetzen des Lifts durch die Treppe oder leichtes Walking, um Ihren Kreislauf einmal am Tag für eine halbe Stunde in Schwung zu bringen und aufgestauten Stress wieder loszuwerden. Auch mentales Training in Form von Yoga, Atemübungen oder Pilates kann Ihnen dabei helfen Ihr Stress-Level zu sinken. Einmal erlernte Übungen können Sie sodann auch auf der Arbeit oder daheim allein anwenden, wenn Sie merken, dass der Stress wieder zunimmt.

4. Geben Sie Ihrem Körper Zeit, sich nach einer schweren psychischen Veränderung zu erholen

Sowohl innere als auch äußere Einflüsse können Stress verursachen. Wenn Sie sich etwa nach einer Verletzungen, einer Operationen, einer langwierigen Krankheit oder einem Autounfall in der Genesungs- und Besserungsphase befinden, setzen Sie sich selbst nicht unter Druck, denn dies stresst Ihren Körper erneut. Auch die Geburt eines Kindes, ein Umzug oder der Tod eines geliebten Menschen kann uns stressen – oft mehr als wir es zugeben wollen. All dies sind jedoch völlig natürliche Stressfaktoren. Geben Sie Ihrem Körper und Ihrem Geist entsprechend Zeit sich zu erholen und vollständig zu genesen. Starten Sie wieder zu früh mit Vollgas durch, holt es Sie sicher ein – dann aber mit größerer Wucht und einem Stress-Level, dass für jeden nur schwer zu bewältigen ist. Also setzen Sie eher auf eine lange Erholungszeit und hetzen Sie sich nicht.

5. Reduzieren Sie Ihre Koffeinaufnahme

Koffein von außen angewendet steht ja in der Diskussion das Haarwachstum anzuregen, verzehrt allerdings kann sich Koffein negativ auf Ihre Haargesundheit auswirken. Einerseits soll Koffein das Haarwachstum anregen, andererseits soll es zu kreisrundem Haarausfall beitragen. Eindeutig bewiesen sind jedoch beide Theorien bis dato nicht. Eine Annahme besagt, dass das vornehmlich durch Kaffee, Tee oder Energie-Drinks zu sich genommene Koffein sich negativ auf den Vitamin- und Mineralienhaushalt auswirke, indem es etwa die Reserven der B-Vitamine angreife, die wiederum für die Gesundheit des Haares notwendig sind. Ob Koffein für Sie und Ihren speziellen Haarausfall verantwortlich ist, kann man nicht aus der Ferne und schon gar nicht pauschal diagnostizieren, weshalb Sie bei auftretendem Haarausfall in jedem Fall Ihren Arzt aufsuchen sollten.

6. Verbringen Sie mehr Zeit mit Freunden und der Familie

Das Sprichwort „Familie sucht man sich nicht aus, die ist einfach da“ hat etwas Wahres. Denn ein familiäres Umfeld hat meist jeder und in den seltenen Fällen, in denen keine Angehörigen da sind, gibt es Freunde und Bekannte. Um Stress zu reduzieren ist die sogenannten Work-Life-Balance, die in den letzten Jahren immer wieder in aller Munde war, im Grunde die Wunderformel, an die sich jeder, der gesund lebt und bleiben möchte, halten sollte. Sie besagt nichts anderes als eine Ausgewogenheit zwischen Pflicht und Spaß, zwischen Arbeit und Freizeit, zwischen Verantwortung und Schwerelosigkeit zu schaffen und zu befolgen. Leider ist dieses Verhältnis nicht 50 zu 50 aufgeteilt – das würde bedeuten wir würden alle nur halbtags arbeiten und hätten keine familiären Verpflichtungen. Und doch sollte man eine Balance finden zwischen Dingen, die getan werden müssen und Dingen, die man tun möchte. Freunde und Familie sind übrigens nachweislich der beste Umgang, um Stress zu reduzieren.

7. Massieren Sie Ihre Kopfhaut und Ihr Haar mit natürlichen Ölen

Zwar gibt es spezielle Haaröle, doch auch natürliche Öle wie Rizinusöl, Kokosnussöl oder Olivenöl eignen sich hervorragend für Massagen der Kopfhaut, die das Haarwachstum fördern sollen. Wenigstens einmal in der Woche wird Menschen, die an Haarausfall leiden – gleich von welcher spezifischen Art sie betroffen sind –, empfohlen sich die Kopfhaut zu massieren. Besonders geeignet sind dafür Haaröle, die reich an Vitaminen, Nährstoffen und wertvollen Fetten sind, welche die Kopfhaut versorgen und die Massage einfacher von der Hand gehen lassen. Da stressbedingter Haarausfall wortwörtlich auch mit dem Stressniveau zusammenhängt kommt eine Massage Körper und Geist gleichermaßen zugute.

8. Vermeiden Sie ein übermäßiges Frisieren Ihrer Haare und aggressive Stylings

Wenn Sie gegen Ihren Haarausfall ankämpfen ist es wichtig, das noch vorhandene Haar besonders schonend zu behandeln. Dies fängt mit der Pflege an, reicht bis zum Stylen und endet in dem Verzicht auf chemische Behandlungen. Aggressive Substanzen in Form von Tönungen, Bleichmitteln oder Färbemitteln sollten Sie Ihren Haaren in jedem Fall ersparen. Auch aufwändiges und tägliches Frisieren mit Föhn, Glätteeisen, Lockenstab oder anderen Utensilien sollten Sie vermeiden, wenn Sie gegen Haarausfall ankämpfen. Stramme Frisuren, die an den Haarsträhnen ziehen sind ebenfalls tabu. Das Kämmen oder Bürsten der nassen Haare schädigt Ihr Haar ebenfalls. Am besten lassen Sie Ihre Haare im Übrigen an der Luft trocknen nachdem Sie es maximal drei Mal in der Woche mit einem milden Shampoo gewaschen haben.

Schlussfolgerung

Es gibt einige Möglichkeiten, um Stress abzubauen und somit das Haar zu verbessern. Von Yoga und Bewegung über mehr Zeit mit der Familie und einer gesünderen Ernährung bis hin zu Kopfhautmassagen können Sie sich durch viele Tipps probieren. Und das Gute daran ist, dass Sie auch alle Tipps gleichzeitig befolgen können, denn Nebenwirkungen gibt es keine. Vor der Verwendung bestimmter Haarpflegemittel gegen Haarausfall sollten Sie sich immer mit Ihrem Arzt beraten. Wenn Ihnen der Artikel gefallen hat, teilen Sie diesen gerne in den sozialen Medien oder hinterlassen uns eine Nachricht in den Kommentaren weiter unten.


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