Schüssler Salze Nr. 10: Natrium Sulfuricum – Wirkung, Dosierung, Anwendung

Das Schüßler Salz Nr. 10 Natrium sulfuricum, im gewöhnlichen Sprachgebrauch auch als Natriumsulfat bezeichnet, ist ein wichtiges Mittel zur Regulierung des Wasserhaushaltes, sowie des Stoffwechsels. Zudem greift es in den Abbau von Blutbestandteilen ein und kann auch im Verdauungssystem seine abführende, ableitende und reinigende Wirkung entfalten. Im folgenden Artikel erfahren sie mehr über die Wirkung dieses Schüßler Salzes und wie Sie die Dosierung für die eigenen Anwendungen wählen sollten.  

Schüssler Salze 10: Aufgabe im Körper

Natrium sulfuricum in der Form des Schüßler Salzes Nr. 10 hat umfassende Auswirkungen auf Stoffwechsel, Wasserhaushalt und den damit verbundenen Organen, wie beispielsweise auf Leber und Darm, sowie auch der Nieren und der ableitenden Harnwege. Als wichtiges Ausscheidungsmittel sorgt Natriumsulfat für eine Reinigung des Körpers und eine, damit verbundene, regelrechte Ausschwemmung, von im Körper vorhandenen Stoffwechselendprodukten. Zum Verständnis der Wirkung des Schüßler Salzes Nr. 10 ist es wichtig, die Grundzüge der Verdauung bezogen auf den Flüssigkeitshaushalt zu kennen. Während die Verdauung von Kohlenhydraten bereits im Mundraum beginnt und mit der Eiweißspaltung im Magen fortgeführt wird, kommt es im Bereich des Dünn- und Dickdarms zu unterschiedlichen Verdauungsprozessen, die maßgeblich vom Gallensaft, sowie vom exokrinen Pankreassekret unterstützt werden. Eine weitere zentrale Aufgabe des Verdauungstraktes ist es hier, nicht nur die Resorption von Nährstoffen, sondern auch von Wasser zu regulieren. Soll eine umfassende Entwässerung begleitend zur therapeutischen Entschlackung und Reinigung durchgeführt werden, hilft das Schüßler Salz Nr. 10 Natrium sulfuricum hier über unterschiedliche Prozesse, die im Unterpunkt „Allgemeinen Anwendung“ noch näher besprochen werden. Neben der Wirkung auf den Verdauungstrakt und den Wasserhaushalt ist der Natriumanteil wichtig für die Entstehung von Potenzialunterschieden an Zellmembranen und somit für die Erregbarkeit der Zelle. Durch die entwässernde Wirkung kann Natriumsulfat auch vorbeugend gegen rheumatische Erkrankungen eingesetzt werden, die maßgeblich durch das übermäßige Anfallen von Harnsäure bedingt werden. Weiters wird durch die Wirkung des Natriumsalzes die Energiegewinnung im Körper angeregt, was einer Steigerung des Stoffwechsels entspricht.

Allgemeine Anwendung

Verdauungssystem

Die umfangreichste Wirkung entfaltet das Schüßler Salz Nr. 10 im Verdauungssystem, hier wirkt es auf die verschiedensten, am Verdauungsprozess beteiligten Organe wie Leber, Gallenblase und auf den, für die Resorption von Nährstoffen und Flüssigkeiten unerlässlichen Dünn- und Dickdarm. Im Bereich der Leber und der Gallenblase sorgt Natrium sulfuricum für eine Funktionsanregung, was mit einer Erhöhung der Verdauungstätigkeit und einer Stoffwechselanregung einhergeht. Die Leber ist dabei für viele verschiedene metabolische Prozesse zuständig welche unter anderem die Überführung von Glucose in deren Speicherform Glykogen umfasst. Die Anregung der Produktion von Gallensäure kann zur verbesserten Emulgation von Fetten eingesetzt werden und dabei ebenfalls zu einer effizienteren verbesserten Verdauung führen. Die Hauptanwendung des Natrium sulfuricums im Verdauungssystem entfaltet das Schüßler Salz jedoch im Dünn- und Dickdarm. Die für die Nährstoff- und Wasserresorption verantwortlichen Areale des Gastrointestinal-Traktes können einerseits von der Wirkung des Natriumsulfats in deren Fähigkeit, Wasser aufzunehmen gehemmt werden, andererseits wirkt Natriumsulfat aufgrund von Osmose anziehend auf Wasser. Hierbei folgt das Wasser dem Natrium, bedingt durch den verschobenen Konzentrationsgradienten in Form eines passiven, also nicht Energie verbrauchenden Transportes, aus dem Gewebe. Beide Prozesse führen zu einer Verschiebung des Wasserhaushaltes aus dem Darm, was die anfallende Flüssigkeit zum Abtransport aus dem Körper befähigt. Dadurch ist das Schüßler Salz Nr. 10 vor allem bei Verstopfungen, aber auch bei willentlich herbeigeführten Durchfallbehandlungen im Zuge von Entschlackungs- und Entgiftungskuren das Mittel der Wahl. Bei diesen Anwendungen wird das Natrium sulfuricum oft als Glaubersalz bezeichnet. Hierbei können bezüglich der Dosierung bis zu fünfmal täglich zwei bis fünf Tabletten eingenommen werden. Die Potenz sollte hier D6 betragen (Helmke-Hausen 2003) (Naturprodukte.ch 2018) (Schlüter 2018) (schuessler-salze-zentrum.de 2018) (schuessler-salze.org 2018).

Blutsystem und Entgiftung

Auch auf das Blut und die allgemeine körperliche Entgiftung hat Natriumsulfat in Form des Schüßler Salzes Nr. 10 Auswirkungen. Einerseits sorgt das Mittel durch die verminderte Rückresorption von Flüssigkeit im Darm für eine allgemein entschlackende und abführende Wirkung, andererseits kann Natrium sulfuricum durch die Leistungserhöhung in der Leber für eine schnellere Verstoffwechselung und Entgiftung von Medikamenten und Stoffwechselendprodukten sorgen. Weiters sind dadurch auch eine regelrechte Entgiftung des Blutes und eine, damit verbundene Reinigung des Gewebes möglich. Neben der Wirkung im Verdauungssystem und in der Leber und den damit verbundenen Auswirkungen auf das Blut, wirkt Natriumsulfat auch auf die ableitenden Harnwege und die damit verbundene Funktion der Niere. Auch hier wird vermehrt Wasser an der Rückresorption in den Körper gehindert was zu einer damit verbundenen, vermehrten Ausscheidung der anfallenden Flüssigkeit über die Niere führt. So können auch harnpflichtige Substanzen, die vom Körper ausgeschieden werden müssen, wie beispielsweise Harnsäure, umfangreicher aus den Körper ausgeschleust werden. Dadurch ergibt sich für das Schüßler Salz Nr. 10 auch eine prophylaktische Anwendung bei der vorbeugenden Behandlung rheumatischer Erkrankungen wie Gicht, bei denen es zu einem vermehrten Auftreten von Harnsäure kommt, was zu Ablagerungen in den Gelenksbereichen führen kann. Durch die verstärkt urinabführende Wirkung des Natrium sulfuricums aus dem Körper, kann die krankhafte sowie schädliche Erhöhung des Harnsäurespiegels bereist im Vorhinein reguliert werden. Zur Behandlung empfiehlt sich eine Dosierung von drei- bis maximal fünfmal täglich zwei bis fünf Tabletten mit der Potenz D6 (Helmke-Hausen 2003) (Schlüter 2018) (schuessler-salze-zentrum.de 2018).

Haut

Auch auf die Haut hat das Schüßler Salz Nr. 10 eine Wirkung. So kann neben der allgemein entgiftenden und entschlackenden Wirkung, die bereits weiter oben beschrieben wurde, auch durch eine vermehrte Aktivierung der Schweißsekretion in der Haut das Ausschwitzen von Stoffwechselendprodukten aus dem Gewebe gefördert werden. Gleichzeitig sorgt Natrium sulfuricum ebenfalls für die aktive Öffnung der Hautporen was zu einer zusätzlichen Erhöhung der Ausscheidungsfunktion beiträgt. Dadurch kann besonders gegen Hautprobleme vorgegangen werden, die aufgrund einer schlechten Ausscheidungsfunktion von Endprodukten des Stoffwechsels bedingt sind. Mit dem Schüßler Salz Nr. 10 kann so beispielsweise gegen juckende Hautstellen, nässende Ausschläge mit Bläschenbildung vorgegangen werden. Ein weiteres mögliches Anwendungsgebiet von Natrium sulfuricum ist der Einsatz bei Ödembildungen, von denen meist die Beine betroffen sind. Hier kann es durch die Verdrängung von Flüssigkeiten aus dem Gefäßbereich in das umliegende Gewebe zu schmerzhaften und bewegungslimitierenden Funktionseinschränkungen kommen. Auch hier kann das Natriumsalz helfen, durch die osmotische Wirkung, das Wasser aus dem Gewebe zu entfernen und zielgerichtet aus dem Körper zu transportieren (schuessler-salze-zentrum.de 2018) (schuessler-salze.org 2018) (Helmke-Hausen 2003) (Strassacker 2018).

Natrium Sulfuricum Mangelsymptome

Ist die Aufnahme des Schüßler Salzes Nr. 10 zu gering, so kann es schnell zur Ausbildung von unterschiedlichsten Mangelsymptomen kommen. Dabei können die Symptome den ganzen Körper ausbetreffen. Folgend werden Ihnen die grundlegenden und wichtigsten Symptome vorgestellt, durch die Sie einen Mangel des Schüßler Salzes Nr. 10 schnell erkennen können.

Mangelsymptome im Gesicht

Je nach Ausprägung des Mangels kann es zu unterschiedlichen körperbezogenen Symptomen kommen, einen manifesten Mangel erkennen Sie meist bereist im Gesicht im Zuge einer sogenannten Antlitzdiagnose. Menschen mit einem Mangel des Schüßler Salzes Nr. 10 Natrium sulfuricum zeigen eine charakteristische grünlich-gelbe Gesichtsfarbe, die sich besonders im Bereich des Kinns lokalisiert und dabei bis in den Bereich der äußeren Augenwinkel fortlaufend entstehen kann. Weiters kann sich die Nase rötlich-blau färben und sogar leicht entzündet sein. Ebenso kann es zu einer unnatürlichen Röte an den Ohren und an der Wangenpartie kommen. Eine grünliche Zunge und gelbliche Augäpfel sind ebenfalls Teil des Symptomkreises und auch geschwollene, große Tränensäcke bieten ein mögliches Indiz für einen Mangel des Schüßler Salzes Nr. 10.

Mangelsymptome ohne Anzeichen im Gesicht

Bei zunehmendem Mangel kann es auch außerhalb des Gesichtes zu Mangelsymptomen kommen, die im Folgenden, zusammen mit den persönlichkeitsbezogenen Veränderungen besprochen werden sollen.

Eigenschaften von Personen mit latenten Mangelerscheinungen

Personen die unter einem latenten oder bereits manifesten Mangel des Schüßler Salzes Nr. 10 leiden, können unter Umständen einige spezifische Eigenschaften entwickeln. Beispielsweise sind Personen mit einem Natrium sulfuricum Mangel ungern in der Nähe von Gewässern und feuchten Umgebungen. Weites halten sich betroffene Personen bei feuchtem Wetter ungerne draußen auf, was ebenfalls auf einen Mangel hindeuten kann. Außerdem sind diese Personen bei trockenem Wetter gerne im Freien und auch auf Druck und Wärme reagieren Betroffene mit einer Milderung der körperlichen Symptome (Schlüter 2018).

Körperliche Symptome

Die allgemeinen körperlichen Symptome können sich je nach Organsystem unterschiedlich darstellen, jedoch sind hier einige allgemeine Symptome genannt, die leicht zu erkennen sind, bevor auf die spezifischen Symptome je nach Körperregion eingegangen wird. Dabei können allgemeine körperliche Anzeichen spröde Lippen, schuppige trockene Haut und vermehrter Warzenbildung darstellen. Ebenfalls möglich sind Schwächezustände und allgemeine Antriebslosigkeit als allgemeine Zeichen eines Natrium sulfuricum Mangels (Helmke-Hausen 2003).

Körperregionen und spezifische Symptome

Im Folgenden werden die spezifischen Symptome, geordnet nach funktionellen Körperregionen, abgehandelt, die mit einem Mangel des Schüßler Salzes Nr. 10 einhergehen können.

Gesichts- und Kopfbereich

Im Bereich der Augen kann es bei einem manifesten Mangel zu immer wiederkehrenden Bindehautentzündungen kommen, die im weiteren Verlauf zu einer übergreifenden Entzündung der kompletten Augenstruktur führen können. Damit verbunden treten oft Symptome wie Lichtscheu auf. In Bezug auf den des Nasen-Rachen-Raumes kann es zur Ausbildung von Halsschmerzen und Schnupfenneigung kommen. Ebenfalls sind Entzündungen der Ohren bei einem Mangel an Natrium sulfuricum gehäuft zu beobachten (Helmke-Hausen 2003).

Verdauungssystem

Durch einen Mangel an Natriumsulfat kann es zu den verschiedensten Verdauungsstörungen kommen. Einerseits können hartnäckige Verstopfungen auftreten, die sich bei Abgang mit hellem Stuhl äußern, Weiters kann es zu starken Blähungen und unter Umständen auch zu wässrigen Durchfällen kommen (Helmke-Hausen 2003).

Haut

Die Haut kann sich bei einem Mangel des Schüßler Salzes Nr. 10 deutlich verschlechtern. Es kann zu nässenden Hausausschlägen kommen die verbunden mit Ekzemen auftreten können. Weiters besteht eine höhere Affinität zur Entwicklung von akneartigen Erkrankungen. Vermehrt kann es bei Betroffenen zur Ausbildung einer Sonnenallergie kommen, sowie zur Ausprägung von Ödemen, die vor allem an den Beinen lokalisiert sind (Helmke-Hausen 2003).

Rheumatische Beschwerden

Durch eine verminderte Ausscheidung harnpflichtiger Substanzen kann es schnell zur Ausbildung von rheumatischen Erkrankungen kommen, die unter Umständen mit Symptomen wie schmerzenden Fingergelenken, stechenden Knieschmerzen und allgemein geschwollenen Gelenksregionen auftreten können (Helmke-Hausen 2003).

Dosierung

Die Dosierung des Schüßler Salzes Nr. 10 richtet sich je nach Altersgruppe und kann generell in drei Dosierungsschemata unterteilt werden. Kinder unter sechs Jahren sollten nicht mehr als eine Tablette täglich, aufgeteilt auf zwei Einnahmezeitpunkte zu sich nehmen. Die Potenz sollte hier für gewöhnlich D6 betragen. Weiters sind für bis zu 12-jährige Kinder Dosierungen von zwei Tabletten täglich als Maximum angegeben. Hier sollte die Potenz ebenfalls mit D6 gewählt werden. Bei akuten Beschwerden im Erwachsenenalter sollte eine Dosierung von 2 Tabletten alle 15 Minuten erfolgen, bis die Beschwerden nachlassen. Vorsicht ist jedoch vor der stark abführenden Wirkung geboten, daher sollte mit der Einnahme keinesfalls übertrieben werden. Auch für Erwachsene gilt bei langfristiger Einnahme des Schüßler Salzes Nr. 10 eine Höchstdosierung von drei- bis fünfmal maximal fünf Tabletten täglich mit einer Potenz von D6. Zur äußeren Begleitanwendung kann zusätzlich eine Natrium sulfuricum Creme angewandt werden, auch diese sollte die Potenz D6 haben.

Natrium Sulfuricum Quellen in Nahrungsmitteln

Das Schüßler Salz Nr. 10 Natrium sulfuricum kommt auch in den unterschiedlichsten Lebensmitteln vor. Diese können auch zusätzlich zur oralen Einnahme von Schüßler Salz Tabletten oder Pastillen eingesetzt werden, um die Aufnahme optimal zu gestalten und Schüßler Salz Therapie dadurch abzurunden. In Gemüse und Kräutern wie beispielsweise in Spinat, Feldsalat, Brunnenkresse und auch in Meerrettich sind hohe Anteile an Natriumsulfat zu finden. Weiters findet sich das Natriumsalz auch in einigen Getreidesorten in Hafer, sowie in Roggen und auch in Linsen. Bezüglich Fleisch, ist Natriumsulfat vor allem in Rindfleisch und im weniger oft verwendeten Hammelfleisch zu finden. Sollten Sie Fisch präferieren, so empfiehlt sich für Sie die Verwendung von Kabeljau, da auch dieser erhöhte Mengen an Natrium sulfuricum beinhaltet (schuessler-salze-zentrum.de 2018).

Nebenwirkungen

Bezüglich des Schüßler Salzes Nr. 10 sind keine Nebenwirkungen bekannt. Das anorganische Salz kann lediglich in Kombination mit einer, auf Fruchtzucker (Laktose) basierenden Trägersubstanz für Unverträglichkeitsreaktionen sorgen. Sollten Sie also an einer bekannten Laktoseintoleranz leiden, so sollten Sie aus Verträglichkeitsgründen auf Präparate mit einer pflanzlichen Trägersubstanz umsteigen. Hier bieten sich unter anderem Stoffe wie Getreidestärke an (schuessler-salze-zentrum.de 2018).

​Quellen und weiterführende Links