Alles was Sie über Minoxidil wissen müssen: Wirkung, Nebenwirkung, Anwendung

Haarausfall ist ein großes Problem, das nicht nur Männer jeglichen Alters betrifft, sondern auch zunehmend bei Frauen auftritt. Entsprechend groß ist das Verlangen nach einem Mittel, das gegen Haarausfall hilft und im besten Fall nicht nur die Symptome lindert, sondern einen kompletten Stopp ermöglicht. Als ein neues „Wundermittel“ wurde in den USA das Medikament „Minoxidil“ zugelassen, das laut Hersteller nicht nur den Haarausfall drastisch reduziert, sondern – immer abhängig vom jeweiligen Nutzer – sogar das Haarwachstum stimulieren kann. Dabei wird darauf hingewiesen, dass eine möglichst frühe Nutzung bei den ersten Anzeichen von Haarausfall der Schlüssel zum Erfolg sei. Doch wie funktioniert Minoxidil eigentlich genau? Und wie sehen die Nebenwirkungen und die unterschiedlichen Anwendungen im Detail aus? Wir klären genau diese Fragen in diesem Artikel.

Was ist Minoxidil eigentlich?

Ursprünglich handelt es sich bei Minoxidil um ein Medikament, das speziell für Bluthochdruck entwickelt und oral eingenommen wurde. Während der ersten Studien an Menschen fiel den Medizinern jedoch auf, dass die Menschen, die das Medikament regelmäßig eingenommen hatten, an verschiedenen Stellen des Körpers starken Haarwuchs als Nebenwirkung bekamen. Daraufhin wurden erste Versuche mit einer lokalen Nutzung an einzelnen Stellen des Körpers durchgeführt und während bei einigen Patienten der Prozess des Haarausfalls verlangsamt wurden, konnten sich andere Teilnehmer der Studie sogar über erneutes Haarwachstum freuen. So entstand bereits der erste Wechsel vom Medikament gegen Bluthochdruck hin zum „Wundermittel“ gegen Haarausfall.

Das Medikament selbst wird in der Regel entweder als Schaum oder als flüssige Lösung angeboten und wird ganz bequem von außen auf die betroffenen Stellen aufgetragen. Dabei wird es in einer Konzentration von 2% bis 5% angeboten und wird auch unter dem Namen „Rogaine“ vertrieben. Die geringeren Dosierungen richten sich dabei eher an die weibliche Kundschaft, während die höheren Dosierungen speziell für den männlichen Körper entwickelt wurden.

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Auf welche Weise funktioniert Minoxidil?

Forscher haben sich intensiv mit dem Haarwuchs beschäftigt und dabei herausgefunden, dass die menschlichen Haare nicht einfach gleichmäßig wachsen, sondern verschiedene Phasen durchlaufen, die als „anagen“, „catagen“ und „telogen“ bezeichnet werden. Der Haarwuchs selbst findet in der ersten Phase statt und genau dort setzt der Wirkstoff Minoxidil an. Im besten Fall wird nämlich bereits in der frühen anagenen Phase das Mittel verabreicht, indem es direkt von außen auf die Haut aufgetragen wird. Dadurch werden die Haarfollikel angeregt, was dazu führt, dass sie schneller und früher als eigentlich vorgesehen zu wachsen beginnen. Das gilt allerdings auch für die bereits vorhandenen Haare, weshalb gerade in der frühen Phase der Behandlung mehr Haare als zuvor ausfallen. Der Grund dafür liegt natürlich darin, dass auch die alten Haare schneller wachsen, dadurch ihren Zyklus schneller vollenden und eher ausfallen.

Auch scheinen sich aktuelle Forschungen nicht ganz einig zu sein, denn während einige Studien darauf hinweisen, dass vorhandener Schaden wieder rückgängig gemacht werden kann, weisen andere Studien lediglich darauf hin, dass der Prozess des Haarausfalls zwar gestoppt, jedoch nicht wieder rückgängig gemacht wird. Wer also zum Beispiel bereits über eine (Halb)Glatze verfügt, der wird nicht plötzlich dort Haare wachsen lassen können, wo seit vielen Jahren keine gewachsen sind.

Ein weiterer Vorteil des eigentlich als Medikament gegen Bluthochdruck entwickelten Mittels ist, dass es die Blutgefäße weitet. Das ist besonders für die Haarzellen von Vorteil, denn ein besserer Blutdurchfluss führt dazu, dass die Haarwurzeln besser mit Flüssigkeit und den wichtigen Bausteinen versorgt werden. Dadurch kann Minoxidil nachweislich für ein festeres, glänzenderes und dichteres Haar sorgen. Gleichzeitig wächst das Haar ausdauernder und kräftiger, was sich ebenfalls positiv auf die Gesundheit der einzelnen Haare auswirkt und einfach dafür sorgt, dass sich die Haarpracht merklich positiv verändert.

Wie effektiv ist Minoxidil wirklich?

Damit der Wirkstoff auch tatsächlich nachhaltig wirken kann, ist eine längere Behandlung notwendig. In einer aktuellen Studie haben Forscher zum Beispiel die Wirksamkeit der 2% Lösung im Vergleich zu der stärkeren 5% Lösung verglichen und dabei herausgefunden, dass die stärkere Lösung auch tatsächlich bessere Ergebnisse liefert. Dabei haben ungefähr 55% aller Studienteilnehmer nach etwa fünf Monaten angegeben, dass ihr Haar merklich stärker und dichter wächst und allgemein einen festeren, glänzenderen Eindruck hinterlassen hat. Bei der 2% Variante hingegen haben lediglich 25% der Teilnehmer im selben Zeitraum positive Veränderungen feststellen können. Grundsätzlich sollte daraus also zu schließen sein, dass ein stärkeres Medikament immer die sinnvollere Variante wäre – zumindest, wenn es um den Kampf gegen den Haarausfall geht.

Allerdings sind diese Zahlen mit Vorsicht zu genießen, denn es gibt große Unterschiede zwischen den angebotenen Mitteln selbst sowie zwischen den Nutzern. Alter und Genetik spielen also ebenso eine wichtige Rolle wie zum Beispiel die Frage, ob das Minoxidil denn in flüssiger Öl-Form oder als Schaum aufgetragen wird. In der Regel sollte die Behandlung zwei Mal am Tag durchgeführt werden, damit eine effektive Veränderung stattfinden kann. Dabei ist jedoch wichtig zu wissen, dass vier bis fünf Stunden nach der Behandlung kein Shampoo an die Haare kommen sollte. Die dort enthaltenen Chemikalien würden nämlich den positiven Effekt des Wirkstoffs zerstören.

Darüber hinaus bedeutet selbst eine positive Veränderung bei 55% aller Teilnehmer, dass nur ungefähr jeder Zweite auf Minoxidil anspricht – und das auch erst nach einer monatelangen Behandlung. Da das Mittel in der Regel nicht von der Krankenkasse bezahlt wird, muss also selbst Geld investiert werden, das am Ende unter Umständen gar keine Veränderung oder Verbesserung mit sich bringt. Grundsätzlich ist es zudem sinnvoll, dass vorab immer der Hausarzt oder ein Spezialist zu Rate gezogen wird, da dieser nicht nur bei der optimalen Dosierung helfen kann, sondern eventuell auch vorab überprüft, ob die langfristige Nutzung von Minoxidil überhaupt sinnvoll wäre.

So setzen Sie Minoxidil richtig ein

Damit der Wirkstoff seine volle Wirkung auch tatsächlich entfalten kann, ist es sinnvoll und wichtig, dass die Packungsbeilage des Mittels genaustens studiert und befolgt wird. Darüber hinaus gibt es auch einige weitere Tipps, die einen höheren Erfolg garantieren. Gehen Sie am besten wie folgt vor:

1. Zunächst einmal muss das Haar ordentlich gewaschen werden. Für einen möglichst guten Effekt sollte ein mildes Shampoo ohne aggressive Chemikalien verwendet werden. Nach dem Waschen können Sie einfach ein Handtuch oder einen Föhn zum Trocknen verwenden. Das Haar sollte wirklich trocken sein, muss allerdings nicht auskühlen – Minoxidil wirkt auch bei warmen Haar.

2. Als nächstes müssen die Hände gesäubert werden. Dazu verwenden Sie am besten kaltes Wasser, bevor Sie Ihre Hände ausgiebig trocknen.

3. Nun kommt endlich das Präparat zum Einsatz. Dazu wird es geöffnet und entweder als Flüssigkeit (für Frauen und Männer) oder im Schaum-Form (für Männer) aufgetragen. Achten Sie dabei genau auf die Verpackungsangaben und verwenden Sie genau die angegebenen Mengen. Fülle Sie diese in den Applikator (bei Flüssigkeiten) oder in Ihre Hand (bei Schaum).

4. Die freie Hand schiebt nun das Haar dort zur Seite, wo das Mittel angewendet werden soll. Notfalls können Sie auch vorsichtig mit einer Bürste arbeiten und so die lichten Stellen freilegen. Das Minoxidil wird nun vorsichtig und langsam auf die betroffenen Stellen gerieben.

5. Wenn nicht auf der Verpackung anders angegeben muss das Mittel nun 20 bis 25 Minuten einwirken, bevor Sie weitere Haarprodukte – wie zum Beispiel Haargel oder -spray – einsetzen können. Sollten Sie das Minoxidil am Abend verwenden, dann planen Sie mindestens zwei Stunden ein, bevor Sie sich in das Bett legen.

6. Dieser Prozess wird in der Regel zwei Mal pro Tag wiederholt – und zwar über mehrere Wochen hinweg. In den ersten zwei Wochen sollten Sie mit einem erhöhten Haarausfall rechnen, doch danach legt sich das wieder. Sollte das Problem für länger als zwei Wochen bestehen, dann wenden Sie sich schnellstmöglich an Ihren Hausarzt.

7. Erste Ergebnisse sollten nach einigen Wochen sichtbar werden, doch sollten Sie mindestens drei bis fünf Monate einplanen, bevor die Ergebnisse gänzlich vorhanden sind.

Grundsätzlich ist es ratsam, dass Sie sich vor dem ersten Einsatz von Minoxidil mit einem Arzt besprechen, der Ihnen weitere Tipps zur optimalen Dosierung und dem genauen Einsatz geben kann. Schließlich ist jeder Mensch anders und hat mit unterschiedlichen Haarproblemen zu kämpfen.

Die Vor- und Nachteile in der Übersicht

Auch wenn Minoxidil als eine Art „Wundermittel“ gehandelt wird, so bringt es doch nicht nur Vorteile mit sich, sondern kann auch Nebenwirkungen haben. Aus diesem Grund ist es einerseits wichtig, dass Sie vorab einen Arzt konsultieren, andererseits müssen Sie sich auch überlegen, ob die potentiellen Vorteile die Nachteile überwiegen. Die Vorteile sind zum Beispiel:

Hohe Effektivität: Vor allem junge Männer und Frauen haben eine gute Chance auf Erfolg, wenn Minoxidil bereits im frühen Stadium des Haarausfalls eingesetzt wird. Dabei hilft es, wenn die älteren männlichen Verwandten als Vorbild dienen. Haben zum Beispiel Vater oder Onkel mit Haarausfall zu kämpfen, so sollte eine Behandlung bereits frühzeitig in Betracht gezogen werden. Dann ist die Erfolgschance auch groß.

Ohne Rezept verfügbar: Da Minoxidil nicht rezeptpflichtig ist, kann es einfach über das Internet oder in gut sortierten Apotheken vollkommen legal gekauft werden. Grundsätzlich ist es allerdings ratsam, dass vor der Eigenbehandlung ein Arzt beziehungsweise Fachmann zu Rate gezogen wird.

Einfache Handhabung: Der Einsatz von Minoxidil ist extrem simpel gestaltet, denn das jeweilige Präparat wird einfach auf die Kopfhaut aufgetragen, wo es dann seine Wirkung entfaltet. Die einzige „Schwierigkeit“ hier liegt darin, dass das Mittel zwei Mal am Tag über mehrere Wochen eingesetzt werden muss, damit tatsächlich ein Wirken möglich ist. Gerade für Berufstätige ist dies nicht immer einfach.

Wer also gerade im frühen Alter mit der Behandlung anfängt, der kann einen späteren Haarausfall oftmals komplett verhindern. Trotzdem sollten Sie sich auch der Nachteile bewusst sein, denn der Wirkstoff mag zwar tatsächlich funktionieren, der Einsatz der Präparate kann jedoch einige Probleme mit sich bringen Dazu zählt zum Beispiel:

Funktioniert nicht für jeden: Wer bereits mit kahlen Stellen zu kämpfen hat oder jahrelang Glatze trägt, der darf von Minoxidil kein Wunder erwarten. Ja, es kräftigt die Haare und den Haarwuchs, doch allerdings nur dort, wo auch noch Haare zum Wachsen vorhanden sind. Kahle stellen werden nicht einfach neue Haare bekommen, wenn dort keine Haarwurzeln mehr liegen. Deshalb ist ein möglichst früher Start der Behandlung auch so wichtig.

Hohe Kosten: Je nach Produkt kann die regelmäßige Nutzung schnell teuer werden. Die Krankenkasse übernimmt nämlich die Behandlung in der Regel nicht, weshalb die Produkte aus der eigenen Tasche bezahlt werden müssen. Zwar lassen sich günstigere Produkte im Internet finden, doch sollte immer auf Qualität geachtet werden.

Lebenslange Nutzung erforderlich: Derzeit sind die Produkte so ausgelegt, dass sie letztendlich ein Leben lang genutzt werden müssen, wenn denn das Haarwachstum so bleiben soll. Wird die Behandlung abgebrochen, so verschwindet der Effekt einfach wieder und das Haar wird irgendwann immer dünner und fällt aus. Ob es diesbezüglich eine bessere Lösung in der Zukunft geben wird, ist derzeit noch nicht klar.

Behandlung erfordert Disziplin: Das Mittel muss zwei Mal pro Tag aufgetragen werden und benötigt zudem Zeit zum Einwirken, bevor andere Haarprodukte genutzt werden können. Das bedeutet, dass ein strikter Zeitplan notwendig ist, der einfach nicht für jeden passt. Sollte eine Behandlung ausfallen, so stellt das kein Problem dar – fallen jedoch in der Woche mehrere Behandlungen aus Zeitgründen aus, so wirkt das Minoxidil nicht wie gewünscht.

Letztendlich muss natürlich jeder selbst entscheiden, ob sich der Aufwand lohnt. Es darf jedoch auch nicht vergessen werden, dass das Mittel allem Anschein nach bei einigen Menschen absolute Wunder vollbringt, während es bei anderen einfach nicht zu funktionieren scheint. Genaue Gründe dafür sind bisher noch nicht erforscht worden, doch können zum Beispiel die Gene eine wichtige Rolle spielen.

Die Nebenwirkungen von Minoxidil

Grundsätzlich ist es sinnvoll, wenn Sie sich vor dem Nutzen den Beipackzettel genau durchlesen und sich so informieren, welche potentiellen Nebenwirkungen auf Sie zukommen können. Hier sind einige Beispiele, die häufig angegeben werden:

  • Rötungen, ein Brennen oder ein Stechen auf der Haut ist vollkommen normal, denn die Blutgefäße werden durch den Wirkstoff geweitet. Sollte diese Prozedur jedoch besonders schmerzhaft sein oder einige Stunden anhalten, dann sollten Sie lieber einen Arzt aufsuchen.
  • Unerwünschte Haare am Körper können eine Nebenwirkung des Produkts sein, denn das Minoxidil wird von der Kopfhaut aufgenommen und kann so durch den Blutkreislauf auch an andere Stellen des Körpers gelangen. In solchen Fällen sollte die Behandlung entweder gestoppt oder zumindest die Dosis reduziert werden.
  • Allergische Reaktionen gegen Minoxidil sind recht selten, können jedoch wie bei jedem Wirkstoff vorkommen. In solchen Fällen muss die Behandlung sofort abgebrochen werden. Auch das Aufsuchen eines Arztes ist dann sinnvoll, um Folgeerscheinungen zu verhindern.

Auch eine unnatürliche Gewichtszunahme, Herzrasen oder Seitenstechen sind häufig genannte Nebenwirkungen, die auftreten können, aber eben nicht müssen. Letztendlich ist die Wahrscheinlichkeit für diese Nebenwirkungen nicht größer als bei anderen Medikamenten, denn ansonsten würde das Mittel nicht zugelassen werden. Trotzdem ist es sinnvoll, wenn Sie sich und Ihren Körper gerade in den ersten Wochen genau beobachten und bei etwaigen Nebenwirkungen Ihren Arzt aufsuchen.

Fazit

Letztendlich bleibt nur zu sagen, dass Minoxidil tatsächlich ein Wundermittel ist – das jedoch nicht bei jedem wirkt. Je früher es eingesetzt wird, desto wahrscheinlicher ist es, dass der Haarausfall tatsächlich aufgehalten wird. Setzen Sie die Präparate grundsätzlich vorsichtig ein, beachten Sie die Angaben der Hersteller und suchen Sie einen Arzt auf, wenn Sie erste Nebenwirkungen spüren. Vergessen Sie zudem nicht, dass das Mittel nur funktioniert, wenn es auch täglich eingesetzt wird.

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