Haarausfall in der Stillzeit: Wie Sie den Haarausfall wieder stoppen

Schwangere Frauen und auch Frauen, die stillen, haben oftmals mit Haarausfall zu kämpfen, da ihr Hormonhaushalt auf dem Kopf steht. Denn während der Schwangerschaft

ist der Anteil am weiblichen Sexualhormon Östrogen wesentlich höher als sonst. Östrogen sorgt für schöne Haare und starke Nägel, doch bei manchen Frauen kann ein Defizit an Eisen dazu führen, dass man während der Schwangerschaft und der anschließenden Stillzeit an stumpfen Haaren, brüchigen Nägeln und Haarverlust leidet. Der folgende Artikel „Haarausfall während der Stillzeit: Ursachen und was Sie dagegen tun können” erklärt Ihnen die körpereigenen Prozesse im Detail und liefert Ihnen Lösungsvorschläge, um schnell gegen den Haarverlust anzugehen.

​Warum haben Frauen Haarausfall in der Stillzeit?

Laut der American Pregnancy Association erleben zwischen 40 und 50 Prozent der Frauen nach ihrer Schwangerschaft verstärkten Haarausfall. Allerdings ist es ein Irrglaube Haarausfall in der Stillzeit mit dem Stillen in Verbindung zu bringen, denn verursacht wird der Haarverlust vielmehr durch die Schwangerschaft selbst und setzt einfach verspätet – während der Stillzeit – ein.

Dieser sogenannte postpartale Haarausfall ist eine normale und vorübergehende körperliche Veränderung, die nichts mit dem Stillen zu tun hat. Der postpartale Haarausfall wird durch hormonelle Veränderungen verursacht, die nach der Geburt auftreten – egal, ob die betroffene Frau stillt oder eben nicht. Postpartaler Haarausfall beginnt in der Regel zwei bis drei Monate nach der Geburt des Babys, kann aber im Grunde an jedem Tag nach der Entbindung auftreten.

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Was verursacht Haarausfall während der Stillzeit wirklich?

Tatsächlich hat der mögliche Haarausfall nach einer Geburt nichts mit dem Stillen zu tun, sondern mit den hormonellen Veränderungen während der Schwangerschaft und dem erneuten Hormonumschwung nach der Entbindung. Da auch das Wachstum und das Ausfallen der Haare mit Hormonen in Verbindung stehen, erklären wir Ihnen nachfolgend den Zyklus des Haares.

Haarwachstum verstehen

Um die wahre Ursache des Haarverlustes nach der Geburt besser verstehen zu können, sollten Sie die drei Phasen des Haarwachstumszyklus kennen.

In der Anagenphase, die auch Wachstumsphase genannt wird sind rund 85 Prozent der Haare im Prozess des Wachstums. Diese Phase dauert mindestens 2 Jahre und maximal 6 Jahre an, in der die Kopfhaare in der Kopfhaut – genauer gesagt im Follikel – gebildet werden und dort aktiv gedeihen.

In der Katagenphase wiederum werden die Haare umgebaut, indem das Haar von der Nährstoffversorgung abgeschnitten wird. In dieser Übergangsphase, die etwa 2 Wochen andauern kann, befinden sich immer knapp 3 Prozent der gesamten Kopfhaare, deren Wurzeln sodann verhornt werden und in die finale Phase des Haarzyklus übergehen.

Die Telogenphase wird auch Ruhe- oder Ausfallphase genannt. In diesem Stadium werden die Aktivitäten des Stoffwechsels der Haarfollikel gestoppt. das Wachstum und die Versorgung des Haares werden somit eingestellt und das Haar beginnt zu verkümmern und fällt anschließend aus. Für etwa 3 Monate befinden sich rund 15 Prozent der Haare in diesem Zustand. Nach der telogenen Phase bildet die Haarmatrix neue Haare, welche das abgestorbene Haar nach außen schieben, um dem neuen Haar Platz zu machen. Anschließend beginnt der Haarzyklus von vorne.

Hormonelle Veränderungen verursachen postpartalen Haarausfall

Während der Schwangerschaft verhindert der erhöhte Östrogenspiegel die übliche Rate an ausfallenden Haaren. Normalerweise fallen Ihnen jeden Tag Haare in kleinen Mengen aus. Während der Schwangerschaft nimmt der Haarausfall jedoch ab. Dies geschieht aufgrund einer Erhöhung der Produktion des Hormons Östrogen. Denn Östrogen erhöht die Dauer der Telogenphase, was bedeutet, dass Sie insgesamt mehr Haare haben, die ruhen und nicht herausfallen. Nach der Schwangerschaft beginnt sich die Östrogenspiegel jedoch wieder zu normalisieren, was die Telogenphase für die große Anzahl an Haarsträhnen, die sich in der Ruhephase befanden, beendet. In der Folge fallen diese Haarsträhnen dann aus und der Wachstumszyklus wird fortgesetzt. Da nun eine größere Anzahl von Haaren als gewohnt – in relativ kurzer Zeit – ausfällt, kann dies zu einer deutlichen Verdünnung und auffälligem Haarverlust führen.

Was Sie gegen Haarausfall ​in der Stillzeit tun können

Postpartaler – also schwangerschaftsbedingter – Haarausfall ist völlig normal und das Haarwachstum kann sich nach einer Weile der hormonellen Regeneration auf natürliche Weise selbst wiederherstellen. Im Grunde können Sie den Hormonhaushalt während Schwangerschaft und Stillzeit nicht beeinflussen und doch gibt es ein paar wenige Dinge, die Sie tun können oder ausprobieren können, um das Wachstum, die Kraft und die Gesundheit Ihrer Haare während dieses Zeitraums zu unterstützen und zu verbessern.

1. Reduzieren Sie Stress

Stress ist einer der Hauptübeltäter für einen ungesunden Lebensstil. Stress äußert sich nicht nur in Schlafmangel und somit Übermüdung und Augenringen, sondern auch in Gereiztheit und Konzentrationsschwäche sowie in fahler Haut und schlechten Nägeln. Überdies wirkt sich Stress auch auf den Zyklus des Haarwachstums aus. Warum genau Stress zu vermehrtem Haarausfall führen kann ist bis dato noch nicht eindeutig geklärt. Die Zusammenhänge sind jedoch wissenschaftlich belegt und so sollten Sie nach Ihrer Entbindung nicht nur Ihrem Körper, sondern auch Ihrer Seele etwas Entspannung gönnen, um sich wieder zu regenerieren.

2. Essen Sie Lebensmitteln, die das Haarwachstum anregen

Bestimmte Lebensmittel sind nicht nur nahrhaft, sondern erfüllen auch besondere Funktionen im Körper. So sagt man etwa Eiern, Beeren, Spinat oder Lachs nach sie seien förderlich für ein gesundes Haarwachstum. Vor allem Nahrungsmittel mit enthaltenen Omega-3-Fettsäuren sind für die Haargesundheit wichtig, denn sie verleihen dem Haar Kraft, Elastizität und Glanz. Enthalten sind diese guten Fette in den meisten Fischsorten, aber auch in Nüssen, Lein- oder Chiasamen. Für ein gesundes Aussehen der Haare sorgen auch Lebensmittel, die reich an Vitaminen sind. Gerade die Vitamine A, B, C und E sind für das Haarwachstum essentiell. Frisches Obst und Gemüse sollte ohnehin täglich verzehrt werden. Überdies braucht das Haar Mineralstoffe, um zu wachsen. Lebensmittel, die Eisen oder Magnesium, Selen, Kupfer oder Zink enthalten sollten daher regelmäßig auf Ihrem Speiseplan stehen, wenn Sie Ihr Haar von innen heraus stärken wollen. Grüner Salat, Brokkoli, Kohl, Möhren, Orangen, Avocados, Rüben, Paprika, Hafer, Petersilie und Spinat sind wichtig für ein gesundes Haarwachstum.

3. Nehmen Sie Vitaminpräparate oder Nahrungsergänzungsmittel zu sich

Sofern Sie an bestimmten Lebensmittelallergien oder Unverträglichkeiten leiden, können Sie auch zu Vitaminpräparaten oder Nahrungsergänzungsmitteln greifen, um sich mit ausreichend Vitamin C und B-Vitaminen zu versorgen und so Ihr Haarwachstum zu unterstützen. Bitte kontaktieren Sie Ihren Arzt vor der Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln, um die Sicherheit während der Stillzeit zu gewährleisten und mögliche Nebenwirkungen für sich und Ihr Baby ausschließen zu können. Grundsätzlich die Versorgung mit essentiellen Vitalstoffen und die Zufuhr von Vitaminen, Mineralien und Spurenelementen über eine gesunde Ernährung stattfinden und nicht über die Einnahme von synthetisch hergestellten Ersatzmitteln geschehen.

4. Gehen Sie sanft mit Ihrem Haar um

Gerade nach der Schwangerschaft und während der Stillzeit leiden viele Frauen an übermäßigem Haarverlust, den Sie nur noch verstärken, wenn Sie grob mit Ihrem Haar umgehen. Um Ihre Haare in dieser Phase zu schonen, sollten Sie daher auf sämtliche chemischen Behandlungen wie Färben, Tönen oder Strähnchen verzichten. Auch eine Dauerwelle zählt zu den Dingen, auf die Sie verzichten sollten. Auch sollten Sie Ihr Haar sanfter als gewohnt behandeln und es sowohl vorsichtiger bürsten als auch sanfter und schonender waschen und abtrocknen. Stylingprodukte wie Haarspray, Gel oder Schaumfestiger sollten ebenso gemieden werden und größerer Kontakt mit Hitze durch heißes Wasser, Föhnen oder Glätten sollten Sie Ihrem Haar nach der Schwangerschaft ebenfalls nicht antun.

5. Versuchen Sie es mit natürlichen Heilmitteln

Um während der Stillzeit auf Nummer sicher zu gehen, sollten Sie nur Präparate zu sich nehmen, die aus der Natur stammen oder als altbewährte Heil- und Hausmittel gegen Haarausfall bekannt sind und keinerlei Nebenwirkungen aufweisen. Dazu zählen selbst hergestellte Masken aus Bockshornklee, Ei, Avocado oder Amla-Öl, das vor allem in Indien oft Anwendung zur Haarpflege findet.

Einfach und altbewährt ist folgende Haarmaske, die auch bei Haarausfall bei Männern oder ohne Schwangerschaft äußert gerne angewendet wird. Mischen Sie 4 Esslöffel Honig mit einem frischen Eigelb und ein paar Spritzern frischem Zitronensaft. Tragen Sie die Haarmaske einmal in der Woche auf das frisch gewaschene Haar auf und lassen alles für mindestens eine halbe Stunde einwirken. Um den Effekt zu verstärken, sollten Sie Ihren Kopf mit Folie oder einem Handtuch warm halten. Nach 30 Minuten sollten Sie Ihr Haar gründlich mit lauwarmem Wasser auswaschen und nur bei Bedarf nochmals mit einem milden Shampoo waschen.

6. Massieren Sie Ihre Kopfhaut

Bei Haarausfall und zusehend dünner werdendem Haar sollten Sie Ihre Kopfhaut regelmäßig massieren. Denn eine Massage regt die Durchblutung an und sorgt für eine Stimulation der Haarfollikel, in denen wiederum die Wurzeln der Haare wachsen. Können die Haarfollikel nicht richtig arbeiten, können auch Ihre Haare nicht richtig wachsen, daher ist deren Stimulation, Durchblutung und Versorgung mit Nährstoffen so wichtig. Ob Sie Ihre Kopfhaut pur, unter der Dusche mit einem milden Shampoo oder in trockenem Zustand mit einem Öl – Kokosöl, Arganöl, Klettenwurzelöl oder Olivenöl eignen sich besonders zur Haarpflege – massieren, bleibt Ihnen überlassen. Wichtig sind kreisförmige Bewegungen und eine Massage von wenigstens einem Mal in der Woche, um Erfolge für das Haarwachstum zu erzielen.

7. Suchen Sie einen Arzt auf, wenn Ihr Haarausfall übermäßig ist

Natürlich ist Haarausfall eine relative Angelegenheit, denn Haare fallen uns im Grunde täglich aus und zwar Dutzende. Sobald Sie allerdings einen Haarverlust bemerken, der über Ihr gewohntes Ausmaß hinausreicht und sich etwa in kahlen Stellen auf dem Kopf, dicken Büscheln in der Bürste nach dem Kämmen oder nach dem Duschen im Abfluss bemerkbar macht, dann sollten Sie Ihren behandelten Arzt aufsuchen. Oft reicht Ihr Hausarzt oder Ihr Gynäkologe völlig aus und Sie müssen nicht unbedingt zu einem Spezialisten. Sollte Ihr Haarverlust eine andere Ursache als die Hormonumstellung nach der Schwangerschaft haben, kann Sie Ihr Arzt an einen Dermatologen überweisen.

Fazit 

Haarausfall nach der Schwangerschaft und während der Stillzeit ist völlig normal und kein Grund zur Sorge. Wie aufgezeigt gibt es zudem einige natürliche Möglichkeiten, um die Gesundheit der Haare während der Stillzeit zu verbessern. Vor der Anwendung von chemischen Präparaten zur Verbesserung des Haarwachstums oder der Einnahme von Vitaminen und Nahrungsergänzungsmitteln sollten Sie in jedem Fall vorab Ihren Arzt konsultieren. Einen Arzt brauchen Sie ansonsten nur aufsuchen, wenn Ihnen Ihr Haarverlust extrem vorkommt und Sie nicht sicher sind, ob dieser auf die hormonelle Situation Ihres Körpers durch die Schwangerschaft zurückzuführen ist. Auch bei Haarausfall, der länger als ein Jahr anhält, sollten Sie einen Mediziner um Rat fragen. Hoffentlich hat Ihnen der Artikel gefallen, den Sie gerne in den sozialen Medien teilen und kommentieren können.


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