Haarausfall nach der Schwangerschaft: So stoppen Sie postpartalen Haarausfall wieder

Ausfallende und stumpfe Haare nach einer Schwangerschaft treffen recht viele Frauen und sind wie so oft hormonbedingt. Denn durch das vermehrte Östrogen, dass während der Schwangerschaft durch den Körper wandert, werden auch die Haare stabiler im Wachstum gehalten. Da nach der Entbindung der Spiegel des Hormons Östrogens absinkt, fallen die Haare sozusagen in einen “Winterschlaf”. Das Haarwachstum kommt zum Stillstand und eben diese Haare fallen dann aus. Der folgende Artikel „Haarausfall nach der Schwangerschaft: Ursachen und was man dagegen tun kann” klärt Sie im Detail über die Prozesse im Körper auf und gibt Ihnen praktische Hilfestellungen, um auch als frisch gebackene Mutter wieder zu einer schönen Haarpracht zu gelangen.

Welche Ursachen kann ​Haarausfall nach der Schwangerschaft haben?

Im Grunde leiden alle Frauen, die gerade Mutter geworden sind, an sogenanntem postpartalem Haarausfall oder auch postpartalem Effluvium, eine Art von diffusem Haarausfall. Mediziner verstehen darunter den Prozess des gleichmäßigen Haarausfalls am gesamten Kopf, der sich etwa vom kreisrunden Haarausfall – von dem meist Männer betroffen sind – unterscheidet. Haarausfall nach der Geburt gilt als völlig normal und tritt von Frau zu Frau in unterschiedlichem Grad auf.

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Der Zyklus des Haarwachstums unterteilt sich in drei Phasen. In der anagenen, aktiven Phase bildet sich die Haarwurzel und das eigentliche Haarwachstum beginnt. Insgesamt kann dieser Prozess zwei bis sieben Jahre dauern. In der darauffolgenden katagenen Phase dringt das Haar langsam durch die Kopfhaut nach außen, nachdem es mit Nährstoffen versorgt und verhornt wurde. Diese Übergangsphase dauert etwa 10 bis 20 Tage. In der letzten, sogenannten telogenen Phase, kommt es zum Wachstumsstillstand und die Haarwurzel wird abgetrennt, so dass eine neue Haarpapille zu wachsen beginnen kann. Die telogene Periode ist eine Ruhephase, die bis zu 100 Tage dauern kann. Während dieser Phase wachsen Ihre Haare nicht. Im Detail können einige wenige Faktoren Ihren normalen Haarwachstumszyklus verändern.

Hormonelle Veränderungen

Viele Frauen bemerken während der Schwangerschaft Veränderungen an Ihren Haaren. Es beginnt oft dicker zu werden, was zu einer üppigen Haarpracht führt, die vor Gesundheit und Glanz nur so zu strotzen scheint. Dies geschieht aufgrund einer schwangerschaftsbedingten Erhöhung der Produktion des Hormons Östrogen und einem Anstieg des Blutvolumens und einer insgesamt verbesserten Durchblutung. Östrogen erhöht nämlich die Dauer der Telogenphase, was bedeutet, dass Sie mehr ruhende Haare und weniger ausfallende Haare haben als gewöhnlich. Dieser Anstieg an Östrogen macht das Haar dicker, da tatsächlich eine größere Anzahl von Strähnen am Kopf vorhanden ist als sonst.

Nach der Schwangerschaft – der lateinische Ausdruck postpartal leitet sich daher ab (post partum = nach der Geburt) – beginnt der Östrogenspiegel wieder zu sinken und sich zu normalisieren, was die telogene Phase mitsamt ihrer großen Anzahl von ruhenden Haarsträhnen beendet. Diese Haare fallen sodann aus und der gewohnte Wachstumszyklus setzt sich fort. Da eine größere Anzahl von Haaren innerhalb einer relativ kurzen Zeitspanne abgestoßen wird und ausfällt, kann dies zu einer merklichen Verdünnung führen, und das übermäßige Ausfallen macht sich bemerkbar. Postpartaler Haarausfall beginnt in der Regel zwei bis drei Monate nach der Geburt des Babys. Schwangerschaftsbedingter Haarverlust kann aber auch bereits am ersten Tag, nachdem Ihr Baby geboren wurde, auftreten. In anderen Fällen dauert es bis zu einem Jahr.

Telogener Haarausfall

Telogener Effluvium ist die andere Hauptursache für postpartalen Haarausfall. Dieser Zustand tritt auf, wenn der Körper traumatisiert ist, wie etwa durch die außergewöhnliche Belastung des Körpers während einer Schwangerschaft. Die Haare verfallen in eine Art Schockzustand und dieser bewirkt, dass einige der Follikel in die Ruhephase eintreten, obwohl sie sich im Grunde noch in der Wachstumsphase befinden müssten. Dies bedeutet, dass sich für diesen Zeitraum eine größere Anzahl von Haaren als normal auf Ihrem Kopf befindet, weil sie nicht herausfallen.

Was Sie bei Haarausfall nach der Schwangerschaft tun können

Zwar handelt es sich bei unserem Haupthaar lediglich um totes Horngewebe, dass evolutionsbedingt unseren Kopf vor Sonneneinstrahlung schützen soll und nicht als ästhetisches Merkmal gedacht war, doch Haare, die aus Schwefel, Keratin, Fett und Wasser bestehen, haben doch Einiges mit dem äußeren Erscheinungsbild und dem Selbstwertgefühl zu tun. Daher gibt es nachfolgend einige Tipps, wie Sie dem postpartalen Haarausfall schneller auf den Leib rücken können und Ihre Haare mit Unterstützung wieder stärker und gesünder wachsen zu lassen.

1. Reduzieren Sie Stress

Leichter gesagt als getan, denn gerade die anfänglichen mütterlichen Pflichten und Aufgaben mit Füttern, Baden, Anziehen, Trösten, Wiegen, Windeln wechseln und allen übrigen alltäglich anfallenden Dingen, können rasch zu Stress und auch zu einer ordentlichen Portion Schlafmangel führen, beides Faktoren, die den Haarausfall noch begünstigen können. Stress lässt sich durch bestimmt sportliche Übungen, aber auch durch mentale Übungen oder Atemübungen abbauen. Sehr hilfreich sind Übungen aus dem Yoga, die nicht allzu viel Zeit in Anspruch nehmen und keinerlei zusätzliches Gerät erfordern und leicht von Ihnen selbst durchgeführt werden können. Figuren mit den schönen Namen „Die Lotusblüte”, „Der Fels in der Brandung” oder „Der kleine Berg” finden Sie mitsamt Videoanleitungen im Internet.

2. Essen Sie nahrhafte Lebensmittel, die das Haarwachstum fördern

Besonders reich an Nährstoffen für das menschliche Haar sind Lebensmittel wie

Lachs, Soja, Beeren oder Avocados. Für eine gesunde Haarstruktur und ein optimales Haarwachstum benötigt Ihr Körper überdies Silizium, das Sie vornehmlich in Brennnesseln und daraus zubereitetem Tee, Hafer, Hirse, Gerste und Schachtelhalm finden. Auch grüne Gemüsesorten wie Spinat, Brokkoli und Bohnen sowie frische Kräuter wie Dill oder Petersilie unterstützen das Haarwachstum. Fettige und zuckerhaltige Speisen sollten Sie darüber hinaus meiden, wenn Sie an Haarausfall leiden.

3. Nehmen Sie Vitamine und Nahrungsergänzungsmittel gegen Haarausfall ein

Ergänzend zu einer gesunden Ernährung können Sie auch Vitamin-Präparate und Nahrungsergänzungsmittel zu sich nehmen, wenn Ihnen bestimmte Vitamine, Spurenelemente oder Mineralstoffe fehlen sollten. Um Haarausfall entgegenzuwirken sollten Sie in jedem Fall ausreichend Vitamin C, und sämtliche B-Vitamine zu sich nehmen. Bitte informieren Sie sich zunächst bei Ihrem Arzt, ob bei Ihnen ein spezieller Nährstoffmangel vorliegt und lassen sich ein für Sie passendes Produkt empfehlen anstatt selbst den Drogeriemarkt leer zu kaufen. Auch sollten Sie während Ihrer Stillzeit unbedingt eine möglich Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln mit Ihrem Hausarzt, Ihrem Dermatologen oder Ihrem Gynäkologen besprechen, um die Sicherheit für Ihr Baby während der Stillzeit zu gewährleisten.

4. Stylen und strapazieren Sie Ihr Haar nicht

Während des schwangerschaftsbedingten Haarausfalls sind die Haare, die nicht ausfallen besonders empfindlich und daher zu schonen und gut zu behandeln. Daher sollten Sie während der Regenerationsphase Ihrer Haare auf aufwendiges Styling in Form von Färben, Tönen und die Anwendung anderer chemischer Behandlungen gänzlich verzichten. Auch Föhnen, Glätten und die Verwendung vom Lockenstab sollten Sie Ihrem Haar zuliebe aussetzen. Bürsten Sie Ihre Haare nur sanft durch und beschädigen Sie Ihre Haare nicht durch übermäßige Hitze durch heißes Wasser beim Duschen oder Saunagänge. Auch sollten Sie Ihr feuchtes Haar nur leicht abtupfen und auf keinen Fall trocken rubbeln.

5. Versuchen Sie es mit natürlichen Heilmittel und Hausmitteln

Gerade während der Stillzeit sollten Mütter weiterhin auf die Einnahme synthetisch hergestellter Medikamente verzichten und stattdessen vermehrt auf die Heilkräfte aus der Natur setzen. Selbstgemachte Haarmasken wie die Bockshornklee-Haar-Maske oder die Ei-Haar-Maske regen das Haarwachstum an. Auch die Verwendung von Haarölen wie Amla-Öl, Arganöl, Kokosöl, Jasminöl oder Klettenwurzelöl können unterstützend bei Haarausfall wirken.

Eine der Haarmasken lässt sich aus Rosmarinöl (8 Tropfen), Zedernholzöl (8 Tropfen), Jojobaöl (1TL) und reinem Aloe Vera Gel (60 ml) herstellen. Vermischen Sie erst die Öle und rühren dann das Gel der Aloe Vera darunter. In einem lichtundurchlässigen Gefäß hält sich die Haarmaske einige Tage im Kühlschrank. Am besten wirkt die natürliche Haarmaske wenn sie über Nacht einwirkt und am nächsten Morgen mit lauwarmem Wasser ausgespült wird.

6. Massieren Sie Ihre Kopfhaut regelmäßig

Regelmäßige Kopfhautmassagen wirken ebenfalls effektiv gegen Haarausfall, denn durch sie wird die Durchblutung angeregt und die Kopfhaut gleichzeitig von abgestorbenen Hautpartikeln befreit. Dies hat wiederum zur Folge, dass der Sauerstoff an der Kopfhaut besser zirkulieren kann und die Talgproduktion wieder reguliert. Wichtig ist die Verwendung einer Bürste mit Naturborsten. Leiden Sie nicht nur an Haarausfall, sondern obendrein noch an fettigem Haar, kommen Ihnen die Massagen der Kopfhaut ebenfalls zugute, denn die übermäßige Produktion an Talg, die für fettige Haare und Ansätze verantwortlich ist, wird durch das Bürsten und Massieren eingedämmt.

7. Suchen Sie einen Arzt auf, wenn Ihr Haarausfall übermäßig ist

Grundsätzlich sollte Ihr Hausarzt die erste Anlaufstelle sein, wenn es um Haarausfall geht. Wenn Sie jedoch davon ausgehen können, dass der Haarverlust auf Ihre Schwangerschaft zurückzuführen ist, können Sie auch Ihren Frauenarzt konsultieren. Beide Ärzte werden Sie vermutlich an einen Dermatologen überweisen. Auch Endokrinologen können zu Rate gezogen werden, sind jedoch eher beim Ausschlussverfahren während der Diagnostik notwendig, wenn man die Ursachen des Haarausfalls nicht sofort bestimmen kann.

Schlussfolgerung

Um Ihr Haar nach der Schwangerschaft zu stärken können einfache Ernährungsumstellungen, die Minimierung des Stresslevels sowie Massagen der Kopfhaut bereits bekräftigend auf Ihr Haarwachstum wirken. In jedem Fall sollten Sie es erst mit natürlichen Hausmitteln probieren und Ihren behandelnden Arzt zu Rate ziehen, wenn Sie

die Anwendung von chemischen Haarprodukten, Vitamin-Präparaten und Nahrungsergänzungsmitteln in Erwägung ziehen. Erst bei lang anhaltendem Haarausfall – mehr als ein halbes Jahr – sollten Sie einen Mediziner aufsuchen. Hoffentlich hat Ihnen der Artikel gefallen, den Sie gerne in den sozialen Medien teilen dürfen; in den Kommentaren weiter unten können Sie gerne Ihre Gedanken mitteilen.


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