Eisenmangel: Symptome, Ursachen, Folgen

Eisenmangel ist eine der medizinisch relevantesten und gleichzeitig weltweit verbreitetsten Mangelerscheinungen. Dabei leiden schätzungsweise rund zwei Milliarden Menschen der Weltbevölkerung an diesem Mangelzustand, hervorgerufen durch unterschiedlichste Gründe.
Der Eisenmangel ist mit 80 Prozent die häufigste Ursache für die Ausbildung einer Anämie, also einer Blutarmut. Die Prävalenz (Krankheitshäufigkeit) in Europa beträgt nur rund 5-10 Prozent. Bis zu 20 Prozent der Frauen vor der Menopause sind davon betroffen.

Der Eisenmangel, beziehungsweise die Sideropenie, kann unterschiedlichste Krankheitsbilder ausbilden und dementsprechend vielfältiger Behandlungsmöglichkeiten bedürfen.
Im folgenden Artikel „Eisenmangel: Symptome, Ursachen und Behandlung“ sollen Sie einen grundlegenden Überblick bekommen, der es Ihnen ermöglichen soll, Eisenmangel frühzeitig, zu erkennen und entsprechend rechtzeitig gegenzusteuern.

​Eisenmangel Symptome: Das sind die häufigsten Anzeichen für einen Mangel

Folgender Abschnitt soll Ihnen einen Überblick über die wichtigsten Symptome geben und Ihnen gleichzeitig vermitteln, wie es zu diesen Symptomen kommen kann.

​Müdigkeit und Erschöpfung

Vielleicht kennen auch Sie das Gefühl von Antriebslosigkeit, Müdigkeit und Abgeschlagenheit sowie Erschöpfungszustände. Oft kann auch der Versuch dem durch ausreichend Schlaf entgegenzuwirken, keine Linderung der Symptome verschaffen.

In solch einem Fall sollten Sie an die Möglichkeit eines Eisenmangels denken.

Erklärt werden kann diese Symptomatik durch den enormen biologischen Wert den Eisen im menschlichen Körper hat. Denn Eisen ist an vielen Stoffwechselvorgängen maßgeblich beteiligt. So spielt es beim mitochondrialen Elektronentransport, sowie im gesamten Energiestoffwechsel eine bedeutende Rolle.

Sie wussten vielleicht bereits um die bedeutende Rolle des Eisens bei der Blutbildung bescheid, doch das Eisen an bis zu 180 weiteren Körperfunktionen beteiligt ist, wissen viele Menschen nicht. Der Elektronentransport in den Mitochondrien ist dabei einer der wichtigsten Zusammenhänge, die mit dem Eisen als wichtiger Bestandteil der Energiebildung einhergehen. Wird nun zu wenig Eisen in den Körper eingelagert, so kann es zu einer Drosselung der Zellmechanismen, zur Energiegewinnung kommen. Die Folgen können vielseitig sein, bedingen jedoch in den meisten Fällen zweifelsohne die Ausprägung von Erschöpfungszuständen und Antriebslosigkeit (Nielsen 2009).

Leiden auch Sie unter solchen Symptomen, dann sollten Sie sich über ihre Eisenaufnahme bewusstwerden. Der menschliche Körper enthält gesamt rund 3-4 Gramm Eisen, was umgerechnet rund 40-60 Milligramm pro Kilogramm entspricht.

Durch eine ausgewogene Ernährung können Sie rund 12-18 Milligramm Eisen am Tag zu sich nehmen. Beachten müssen sie jedoch, dass nur 1-2 Milligramm im Zwölffingerdarm und im Rest des Dünndarms aufgenommen (resorbiert) werden können. Achten Sie daher immer auf eine ausgewogene Ernährung (Schellenberg 2016).

​Kurzatmigkeit

Sauerstoff ist essenziell um das Überleben des Menschen zu sichern. Die Aufnahme des Sauerstoffs erfolgt, wie weitläufig bekannt, durch die Atemwege. Tief in der Lunge, in den Bronchien erfolgt der Übergang des Sauerstoffs ins Blut. Dort wird der so wichtige Sauerstoff an das Hämoglobin gebunden. Dieser eisenhaltige Blutkomplex bindet im Zentrum des Moleküls Eisen, um den Sauerstoff transportieren zu können. Hierfür werden in Verbindung mit dem Hämoglobin 66 Prozent des im Körper verfügbaren Eisens verwendet (Schellenberg 2016).

Studien zeigten, dass Probanden unter körperlicher Belastung bei wenig Hämoglobin im Blut eine deutlich erhöhte Herzfrequenz aufweisen als Studienteilnehmer, die einen normalisierten Hämoglobinwert vorweisen konnten. Zudem wurde bei den Personen mit geringem Hämoglobinwerten festgestellt, dass auch der Milchsäurelevel deutlich erhöht war. Dies ist mit der anaeroben Energiegewinnung (Energiegewinnung ohne Sauerstoff) verbunden (Nielsen 2009).

Wird durch zu geringe Eisenaufnahme ein Mangel an Hämoglobin verursacht, so kann sich dies schnell in einer Sauerstoffminderversorgung zeigen, bevor sich letztendlich eine Eisenmangel-Anämie manifestiert.

Seien Sie daher speziell bei Erkrankungen der Atemwege wie beispielsweise COPD, Asthma bronchiale und anderen Atemwegserkrankungen wachsam. Denn hier wirken sich Einbußen im Sauerstofftransport deutlich gravierender auf die Gesundheit und das Wohlbefinden aus (Nielsen 2009).

​Blässe

Durch konsequenten Eisenmangel kann eine sogenannte Eisenmangelanämie entstehen. Die Eisenmangelanämie ist wie Eingangs erwähnt die häufigste Mangelerkrankung der Welt. Hier kommt es durch den konsequenten Eisenmangel zu einer Minderausbildung des roten Blutfarbstoffes Hämoglobin.

Durch die geringen Hämoglobinwerte im Blut kann die Haut schnell eine aschfahle bis blasse Farbe annehmen. Wenn Sie sich fragen wie Sie den Mangel am besten erkennen, dann sollten Sie vorrangig auf die Schleimhäute Ihres Munds achten.

Denn die Mundschleimhäute sind nur von dünnen Hautgewebsschichten umgeben, wodurch die Durchblutung hier weit besser erkannt werden kann als beispielsweise an anderen, außen gelegenen Hautarealen. Sind Sie also aufgrund von Hautblässe besorgt um Ihre Gesundheit, so können Sie an Schleimhäuten schnell erkennen, ob Sie möglicherweise von einer Eisenmangelanämie in Folge eines akuten Eisenmangels betroffen sind. Die genaue Entstehung und die Folgen der Eisenmangelanämie werden im Artikel später noch näher besprochen (Nielsen 2009).

​Haarausfall aufgrund von Eisenmangel

Liegt durch einen Eisenmangel wenig verwertbares Eisen im Körper vor, so werden vom Körper die „Eisenverbraucher“ nach und nach zurückgestuft. Denn bei lediglich geringen zugeführten Dosen wird Eisen nur mehr den wichtigen Organen zur Verfügung gestellt, um den Stoffwechsel und den Blutkreislauf, sowie den Sauerstofftransport aufrecht zu erhalten.

Eine der ersten Anzeichen von Eisenmangel ist daher unter anderem der Haarausfall. Verschiedene Studien untersuchten in den letzten Jahren die Bedeutung des Eisens in Verbindung mit dem Symptom des Haarausfalls. Eine Studie, die im Journal of Korean Medical Science publiziert wurde, untersuchte diesen Zusammenhang gründlich. Wissenschaftler konnten zeigen, dass ein geringes Serum-Ferritin-Level Haarausfall bei Frauen bedingen kann (Kantor, et al. 2003). Wieder andere Forscher zeigten, dass durch die orale Gabe von Eisenpräparaten der eisenmangelbedingte Haarausfall deutlich reduziert werden konnte (Rushton, et al. 2002). Die oben erwähnte Studie des Journal of Korean Medicine Science fasste die Erkenntnisse der vorherigen Studien zusammen und untersuchte den Zusammenhang separat. Dabei stellte sich heraus, dass Eisenmangel ein bedeutender Faktor in der Ausprägung von Haarausfall sein kann (Song Youn, et al. 2013).

​Eingerissene Mundwinkel

Eingerissene Mundwinkel sind wahrscheinlich auch Ihnen aus der kalten Jahreszeit bekannt, dabei müssen diese Symptome aber nicht zwangsläufig auf ein äußeres Problem wie beispielsweise die Temperatur hindeuten. Ebenso kann es sein, dass innere Ursachen Grund für die eingerissenen Mundwinkel sind.

Speziell viele kleine Risse, die einen entzündlichen Hof ausbilden und sich in den beiden Mundwinkeln lokalisieren sind ein Zeichen für einen manifesten Eisenmangel. Diese sogenannten Mundwinkelrhagaden treten dann auf, wenn durch zu geringe Eisenzufuhr die Energiegewinnung der Zellen nichtmehr ausreichend gegeben ist und dadurch die Haut an Feuchtigkeit, Stabilität und Abwehrkraft verliert (Stahl und Heseker 2012).

Die Haut wird durch diese Minderzufuhr von wichtigen Enzymen, die auf Eisen aufgebaut sind, strapaziert und büßt dabei an Funktionalität ein. Durch die praktisch ständig stattfindende Bewegung des Mundes und damit auch der beiden Mundwinkel ist die hohe Beanspruchung in diesem Bereich vorprogrammiert. Daher treten Rhagaden in diesem Bereich auch besonders häufig auf (Vifor Pharma Österreich GmbH 2017).

​Brüchige Nägel

Vor allem die Fingernägel können viel über die eigene Gesundheit aussagen. Ärzte können aus Erfahrung dabei oft bereits im Vorhinein viele Erkrankungen erahnen ohne zuvor andere Test gemacht zu haben. Auch Sie können sich dieses Wissen zu Nutze machen.

Eisenmangel ruft Studien zufolge nämlich ebenfalls eine Anomalie erkennbar an der Form der Fingernägel hervor, die als sogenannte „Löffelnägel“ bezeichnet werden. Die Koilonychie wie das Symptom in der Fachsprache genannt wird, deutet auf einen akuten Eisenmangel hin. Studien konnten dabei einen Zusammenhang zwischen Löffelnägeln und Personen mit manifestem Eisenmangel feststellen (Barnett und Scher 1992), (Fawcett, Linford und Stulberg 2004).

Wollen auch Sie sich vor einen Eisenmangel schützen, sich jedoch nicht ständigen Bluttest unterziehen, dann bieten Ihnen ihre Nägel eine Möglichkeit, schnell ablesen zu können um was es sich handeln könnte. So können Sie auf weitere Zeichen genauer achten und auch gegebenenfalls direkt nach genauer Abklärung gegensteuern.

​Depression und Ängstlichkeit

Von Gereiztheit, Ängstlichkeit und depressiven Verstimmungen sind heute viele Menschen betroffen. Eisen ist wichtig für die reibungslose Zellfunktion im menschlichen Körper und kann daher im ganzen Körper seine Wirkungen entfalten. So kann der Mangel an Eisen auch mit depressiven Verstimmungen einhergehen. Bedingt sei dies durch die Wirkung von Eisen aus die Nervenzellen sowie auf die Bildung des Botenstoffs Dopamin. Bereits im Jahr 2006 konnten Wissenschaftler nachweisen, dass bereits lange vor dem Auftreten einer Eisenmangel-Anämie depressive Verstimmungen bei den betroffenen Patienten diagnostiziert werden konnten. Ebenso konnte gezeigt werden, dass menstruierende Frauen durch den Blutverlust deutlich öfter an Depressionen leiden als männliche Probanden. Dabei zeigte sich aus Studien, dass doppelt so viele Frauen wie Männer Anzeichen einer klinischen Depression ausprägten, sowie dass sich die Unterschiede in den Zahlen der Depressionsleidenden erst mit der Pubertät zwischen den Geschlechtern vergrößern.

Bei 272 Patienten aus 17 Eisenzentren unter ärztlicher Leitung, konnte dokumentiert werden, dass sich nach einer Aufsättigung des Eisenspiegels im Blut, mittels Eiseninfusionen, eine deutliche Befindlichkeitsbesserung einstellte. In Zahlen konnte gezeigt werden, dass 64 Prozent von der Therapie profitierten und selbst angaben, erfolgreich von deren Depression befreit worden zu sein (Schaub 2007).

​Eisenmangel Folgen: So wirkt sich die Mangelerscheinung aus

Durch einen konsequenten Mangel an Eisen verbraucht der Körper auch die letzten Reserven an Eisen die diesem noch zur Verfügung stehen. Dadurch können sich unterschiedliche Erkrankungen ausbilden. Der Eisenmangel bringt so auch Folgen mit sich, die dem Patienten deutliche Einschränkungen im eigenen Leben bereiten können. Erfahren Sie im Folgenden, welche Langzeitfolgen bei einem chronischen Eisenmangel auftreten können und was es zu verhindern gilt.

Blutarmut (Eisenmangel-Anämie)

Der Körper kann Eisen in verschiedenen Organen und Strukturen speichern, um bei Bedarf eine Freisetzung zu ermöglichen. Im Menschen findet diese Speicherung in Leber, Milz sowie im Knochenmark statt. Dabei werden rund 20 Prozent des gesamten Eisens in Form von Ferritin gespeichert. Dabei handelt es sich um ein Protein, dass bis zu 4000 Eisenmoleküle an sich binden kann und diese in dieser Form speichern kann.

Kommt es durch diverse Ursachen, die im Artikel an geeigneter Stelle behandelt werden, zu einem großen Verlust an Eisen, so kann der Körper die Aufrechterhaltung der Blutbildung nichtmehr garantieren und daher auch nichtmehr für ausreichend sauerstofftransportierende rote Blutkörperchen sorgen. Als direkte Folge stellt sich dabei eine sogenannte Blutarmut, also eine Anämie ein. Wichtig bei der Anämie ist es, die Ursache für den Verlust des Eisens zu finden, um der Anämie auf diesem Weg entgegenwirken zu können. Ebenso kann symptomatisch gegen die Eisenmangelanämie in Form einer Eisensupplementation vorgegangen werden (Nielsen 2009), (Antwerpes und Ostendorf 2017).

Um gegen Eisenmangelanämien also entsprechen vorgehen zu können ist es wichtig, schnell zu erkennen und zu sichern, woher der Verlust des Eisens kommt, um effektiv und schnell dagegen vorgehen zu können und dem Körper so eine unnötige Belastung abzunehmen. Nutzen auch Sie das erlangte Wissen um sich gegen die Eisenmangelanämie und die bereits zuvor besprochenen Symptome zu rüsten.

Depressive Stimmungslagen

Depressive Verstimmungen sind wie Eingangs erwähnt eine Folge von Eisenmangel, die sich bei konsequenter Unterversorgung mit Eisen noch intensivieren können. Sie sollten daher immer im Hinterkopf behalten, dass bei depressiven Stimmungslagen auch Spurenelemente wie Eisen eine tragende Rolle spielen können. Da Eisen auch bei der Konzentration von Hämoglobin eine wichtige Rolle spielt, untersuchten Forscher der Pennsylvania State University, wie sich schwankende Hämoglobinwerte auf den Gemütszustand von Frauen nach der Geburt auswirkten.

In der Studie konnten die Wissenschaftler zeigen, dass eine depressive Verstimmung und eine, in weiterer Folge damit möglicherweise verbundene Wochenbettdepression durch geringe Konzentrationen von Hämoglobin im Blut festgestellt werden konnten (Corwin, Murray-Kolb und Beard 2003).

Grund für depressive Verstimmungen kann Studien zufolge also durchaus ein Eisenmangel sein, schützen Sie sich daher, sollten Sie in einer Gefährdungsgruppe sein, vor der Wahrscheinlichkeit, einen Eisenmangel zu vermeiden und so in eine depressive Abwärtsspirale abzurutschen.

Restless-Leg-Syndrom

Das Restless-Leg-Syndrom, kurz RLS ist eine Erkrankung bei der der Patient vor allem bei Nacht und währen täglichen Ruhephasen ein deutliches Missempfinden in den Beinen verspürt. Erst durch erneute Bewegung kann diese Missempfindung wieder gemindert werden. Die Betroffenen sind also bestrebt sich ständig zu bewegen und so dem unangenehmen Gefühl zu entgehen. Die Stärke der Krankheit kann dabei sehr variieren und von leichten Bewegungen bis hin zu unkontrollierbaren, starken Bewegungen führen, die als neurologische Störung gewertet werden können.

Die Verbindung von Eisenmangel und dem RLS führen Wissenschaftler aus Brasilien auf die Dopamindysfunktion sowie auf die Tatsache zurück, dass eine Fehlregulation im Eisenstoffwechsel unterschiedliche neurologische Bewegungskrankheiten zur Folge habe (Daubian-Nose, Frank und Esteves 2014), (Dusek, Jankovic und Le 2012).

Sollten Sie also an den oben beschriebenen Symptomen leiden, sollten Sie durch eine Laboruntersuchung klären lassen, ob es sich dabei vielleicht um einen Eisenmangel handeln könnte.

Fatigue-Syndrom

Das Fatigue-Syndrom, oft auch chronisches Erschöpfungssyndrom genannt, ist eine bis heute nicht ganz aufgeklärte Erkrankung die sich dadurch abzeichnet, dass Patienten eine starke Müdigkeit verspüren die alle Aktivitäten beeinträchtigt. Erschöpfung auch bereits beim Ausbleiben von körperlicher Belastung ist ein Symptom des chronischen Erschöpfungssyndroms.

Eine doppelbinde, plazebokontrollierte Studie konnte zeigen, dass eine intravenöse Gabe von 800 Milligramm Eisen in zwei Wochen, bei prämenopausalen Frauen eine deutliche Verbesserung hinsichtlich der Müdigkeitssymptome bewirken kann. In der Studie wurden 90 prämenopausale Frauen mit dem Symptom der chronischen Müdigkeit und keiner, im Blut feststellbaren, Anämie beobachtet. Zu Beginn der Studie füllten die Probandinnen einen Fragebogen aus, bei dem im Mittel 4,5 von 10 Punkten, auf dem Fatigue-Score, errechnet wurden. Insgesamt erhielten die Teilnehmerinnen eine Gesamtdosis von 800 Milligramm Eisen innerhalb von zwei Wochen interavenös. Nach sechs, beziehungsweise zwölf, Wochen wurden erneute Testungen durchgeführt, die am Ende darauf hindeuteten, dass bei der Gruppe von Frauen, die das Eisenpräparat erhielten, ein Wohlbefinden ohne Müdigkeit, von 63 Prozent erreicht werden konnte. In der Plazebogruppe berichteten lediglich 34 Prozent der Frauen über ein subjektives Wohlbefinden bei unveränderten Eisenwert im Blut (Krayenbuehl, et al. 2011).

​Ursachen eines Eisenmangels

Bisher wurde besprochen, welche Symptome und Folgen der Eisenmangel mit sich bringen kann, nun sollen die Gründe für Eisenmangel beleuchtet werden, denn diese können vielfältig sein. Sie sollten sich der unterschiedlichen Gründe bewusst sein, die einen Eisenmangel auslösen können. Grundsätzlich kommt es zu einem Eisenmangel, wenn entweder Eisen aktiv verloren geht, die Zufuhr zu gering ist oder der Grundbedarf åder Person steigt. Folgend sollen Sie einen Überblick über die wichtigsten Ursachen für Eisenmangel bekommen.

Menstruation

Bei der Menstruation verliert die Frau pro Zyklus, also pro Monat, eine Blutmenge von 40 bis 50 Milliliter Blut. Während das Blut problemlos nachgebildet wird, kann das verlorengegangene Eisen nicht einfach wieder neu gebildet werden. Denn der Körper verfügt über keinen Mechanismus, um Eisen selbst zu synthetisieren, also herzustellen. Es muss daher mit der Nahrung aufgenommen werden.

Doch neben der einfachen Menstruationsblutung, auch wenn diese bei jeder Frau in unterschiedlichem Maß auftritt, ist die Hypermenorrhoe eine Störung der Menstruationszyklus, bei der es zu einer starken Ausprägung der Monatsblutung kommt (Pschyrembel, Strauss und Petri 1991).

Durch eine Kontraktionsstörung des Uterus kann es beispielsweise zu dieser ausgeprägten Blutung kommen. Dabei wird von einer Hypermenorrhoe gesprochen, wenn eine Blutmenge von 150 Milliliter pro Zyklus verloren geht. Hier ist ein weit höherer Blutverlust vom Körper zu kompensieren (Frühmann 2017).  Der damit verbundene Eisenmangel ist oftmals mit normaler Ernährung schwer in den Griff zu bekommen. Daher empfiehlt sich für Sie in diesem Fall eine verstärkte Achtsamkeit bezüglich der Aufnahme von Eisen, um nicht in einen Eisenmangelzustand zu geraten.

Chronische gastrointestinale Blutungen

Der Mange-Darm-Trakt ist durch seine vielfältigen, wichtigen Funktionen sehr stark durchblutet. Nur so kann gewährleistet werden, dass die zur Verfügung gestellten Nährstoffe, auch in ausreichendem Maße in die Blutbahn übergeben werden können. Tun sich hier jedoch Beschwerden auf, die mit einem Blutverlust einhergehen, so können hier schnell bedrohliche Zustände eintreten. Symptome für gastrointestinale Blutungen sind unter anderem Bluterbrechen, teerfarbiger, dunkler Stuhl sowie rektale Blutungen, je nach Ursprungsort der Blutung. Durch geplatzte Krampfadern, Geschwüre oder Tumoren können unter Umständen auch gastrointestinale Blutungen auftreten, die teilweise zu hohem Blutverlust und damit auch zu einem beträchtlichen Verlust von Eisen führen können. Ebenfalls gefährlich kann es bei chronischen Blutungen werden, die einer chronisch entzündlichen Darmerkrankung zugrunde liegen. Hier kann konstant Eisen verloren gehen ohne dass vom Betroffenen aktiv gegengesteuert wird (Herold 2005).  

Traumata

Durch verschiedensten Traumata kann es in kürzester Zeit zu unterschiedlich hohen Blutverlusten kommen. So kann eine komplexe Beckenfraktur eine Blutung hervorrufen, die in wenigen Minuten das komplette Blut im Gewebe versickern lässt und den Betroffenen umgehend in einen Schockzustand verfallen lässt.

Aber auch geschlossene Frakturen der Arme und Beine können hohe Eisenverluste bedingen. Hier werden in Fachkreisen Blutverluste von bis zu 1000 Milliliter bei einer geschlossenen Fraktur des Oberarms angegeben. Oberschenkelfrakturen in geschlossener Form können sogar bis zu 2000 Milliliter verursachen. All diese Blutverluste bedingen einen ebenso hohen Eisenverlust, der nur durch Supplementierung wiederhergestellt werden kann. Daher ist es auch nach gröberen Verletzungen für Sie wichtig, sich auch auf ihren Eisenhaushalt zu besinnen, um zu verhindern, einer der vielzähligen Mangelerscheinungen zum Opfer zu fallen (Schneider, Böhmer und Wolcke 2010).

Benötigte Dosis

Durch die Tatsache bedingt, dass der Körper nur wenig von dem zugeführten Eisen auch im Darm resorbiert, geschweige denn bioverfügbar machen kann, ist der Bedarf von Mensch zu Mensch verschieden und kann nur ungefähr und statistisch angegeben werden. Die deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt daher für Kinder bis zum siebten Lebensjahr eine tägliche Eisenzufuhr von 7 Milligramm. Ab der Pubertät sollten Frauen 15 Milligramm pro Tag zu sich nehmen, bedingt durch die Monatsblutung, wobei Männer mit 10 Milligramm täglich auskommen sollten.

Schwanger Frauen stellen eine Ausnahme dar, denn diese haben einen Bedarf von bis zu 30 Milligramm pro Tag, bedingt durch das Baby. Auch stillende Mütter sollten auf eine Eisenaufnahme von rund 20 Milligramm achten.

Für Personen ab dem fünfzigsten Lebensjahr werden Dosen von 10 Milligramm täglich empfohlen.

Behand​lung

Es gibt dank moderner Verfahren in der pharmazeutischen Wissenschaft eine Vielzahl an Methoden Eisen in den Körper einzubringen, ohne große Nebenwirkungen hervorzurufen. Dabei kann die Eisentherapie auf unterschiedlichen Wegen stattfinden, die anbei kurz beschrieben werden.

Parenteral

Hierbei wird Eisen als Infusion intravenös verabreicht. Dies dient der schnellen Zufuhr bei großen Verlusten und findet vor allem bei Notfällen Anwendung, oder wenn der Patient nicht im Stande ist, die Präparate, aus welchem Grund auch immer, oral aufzunehmen.

Oral

Der Weg der oralen Aufnahme wird von vielen Herstellern und Wissenschaftlern verfolgt da hier keine Venenpunktion notwendig ist und auch mögliche, allergische Reaktionen besser in den Griff zu bekommen sind. Die natürliche Absorption des Eisens erfolgt dann im Dünndarm. Hier kann je nach Konzentration des Hämoglobinspiegels eine entsprechende Resorptionsrate festgestellt werden, die sich von fünf Prozent auf bis zu 50 Prozent steigern kann (DGHO Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und Medizinische Onkologie e.V. 2014).

Die orale Eisentherapie wird heute in verschiedensten Formen angeboten. Hierzu zählen unter anderem Eisentabletten, sowie Eisensäfte. Der Nachteil der oralen Eisentherapie ist jedoch, dass hierbei meist das zweiwertige Eisen in Verwendung ist. Dieses wird vom Magen jedoch schlechter aufgenommen und kann bei Patienten zu Bauchschmerzen und Ähnlichem führen.

Zu unterscheiden ist zudem noch, dass Eisen in zwei Präparat-Gruppen mit unterschiedlichen Wirkzeiten eingeteilt werden kann. Einige Präparate können dabei schnell wirksam werden und entfalten deren Wirkung konzentriert im Magen und Zwölffingerdarm, andere Präparate entfalten deren Wirkung langsam und so über den gesamten Magen-Darm-Trakt verteilt.

Je nach Dosierungsempfehlung und persönlichen Bedarf sollten Sie sich unterschiedliche Eisenpräparate aneignen.

Für lediglich niedrige Dosierungen empfiehl sich beispielsweise das Präparat von Vihado, welches 90 Kapseln enthält und so mit 35,1 Gramm Gesamteisen einen Vorrat von 3 Monaten bietet​.

Für mehr Bioverfügbarkeit und höhere Dosierungen können Sie auch zum Eisenpräparat von Greenfood greifen. Hier sind 50 Milligramm Eisen in einer Tablette enthalten, wobei eine Packung 120 Tabletten enthält​.

Bitte beachten Sie, dass dies lediglich Empfehlungen aufgrund eigener Recherchen sind. Die Produkte wurden zuvor nicht von uns getestet. Ein Test, zufriedener Kauf und positiver Erfahrungswert obliegt dabei Ihnen persönlich und kann nicht garantiert werden.

​Quellen und weiterführende Links


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