Bockshornklee gegen Haarausfall: Wie Bockshornkleesamen den Haarwuchs anregen

Für Haarausfall kann es zahlreiche Ursachen geben. Zu den gängigen Auslösern zählen neben genetischen Faktoren, auch die Ernährung, Nebenwirkungen von Medikamenten oder eine Umstellung des Hormonhaushaltes sowie Krankheiten oder Stress. Den vielen Ursachen für Haarausfall stehen auch viele Lösungen, um Haarausfall vorzubeugen und zu behandeln, entgegen. Der folgende Artikel „Bockshornklee gegen Haarausfall: Wie die Heilpflanze Ihre Haare stärken kann” gibt Ihnen Einblicke in die Behandlung von Haarausfall mit dem heilenden Kraut aus der Familie der Schmetterlingsblütler und klärt sie über Anwendungsmöglichkeiten sowie Risiken und Nebenwirkungen auf.

Wie Bockshornklee ​gegen Haarausfall wirkt und das Haar stärkt

Zwar lassen sich die Ursachen für Haarausfall oftmals gar nicht genau feststellen, doch ist er erst einmal da, sollte schnell gehandelt werden. Sowohl Frauen als auch Männer können von Haarausfall betroffen sein, der sich nochmals in diffusen, flächigen und kreisrunden Haarausfall differenzieren lässt. Die Heil-und Nutzpflanze Bockshornklee ist ein probates Mittel, um dem Haarverlust entgegenzuwirken. Obendrein soll die Verwendung von Bockshornklee gegen Schuppen und schnelles Ergrauen der Haare helfen und zu den effektivsten Haarpflegeprodukten zählen, welche die Natur zu bieten hat. Einige der Vorteile für Ihre Haargesundheit, die Ihnen Bockshornklee liefert sind wissenschaftlich fundiert, andere hingegen basieren auf überliefertem Volksglauben.

1. Bockshornklee ​gegen Haarausfall

Die Forschung ist sich nicht sicher, warum Bockshornklee gegen Haarausfall wirkt, ist sich jedoch einig, dass er wirkt. Vermutlich liegt die Wirkung gegen Haarverlust in der spezifischen Zusammensetzung von Bockshornklee begründet, denn er besteht aus wichtigen Mineralien wie Eisen, Magnesium und Calcium, Schleimstoffen und Vitaminen wie Vitamin A, B6 und C. Bereits in der Antike verwendete man daher die Samen des Bockshornklees gegen Haarausfall vornehmlich zur äußeren Anwendungen wie Spülungen, Haarkuren und Haarmasken.

Neben der Vermeidung von Haarausfall führen die regelmäßigen Anwendungen auch zu glänzenderem und weicherem Haar. Vermutlich sind die im Bockshornklee enthaltenen Eiweiße der Grund für den positiven Effekt auf das Haarwachstum. Die enthaltenen Vitalstoffe sollen zudem für eine Stärkung des Haares und zu einer Förderung des Haarwachstums führen. Die im Bockshornklee vorzufindenden Phytohormone schützen die Haarfollikel und tragen so zu deren Schutz bei. Etwa mit 3 % ist die sogenannte Nikotinsäure – auch als Vitamin B3 oder Trigonellin bekannt – in Bockshornklee vertreten, die nachweislich das Haarwuchs fördert.

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2. Bockshornklee kann Schuppen bekämpfen

Schuppen sind grundsätzliche eine völlig normale Reaktion des Körpers. Sieht man die hellen Flöckchen jedoch ständig auf dem Haupthaar, auf den Schultern oder im Nacken, ist dies ein Anzeichen für eine überdurchschnittlich hohe Schuppenproduktion. Tatsächlich verliert man täglich Hautschuppen – und natürlich auch am Kopf –, denn durch die Erneuerung der Haut im 4-Wochen-Rhythmus werden die abgestorbenen Hautschuppen abgestoßen. Diese sind oft so klein und in der Menge so wenig, dass man sie nicht sieht. Bei offensichtlichen Schuppen, aber auch bei juckender Kopfhaut bis hin zur seborrhoischen Dermatitis kann ein selbstgemachtes Haarwasser aus Bockshornklee helfen.

Für die Schuppen bekämpfende Lösung sollten Sie einfach 10 Esslöffel der Bockshornkleesamen mit einem Liter Wasser vermengen und ziehen lassen, um einen Sud herzustellen. Mit diesem Haarwasser sollten Sie nach jedem Haarwaschgang Ihre Kopfhaut abspülen, um die Schweiß- und Talgproduktion auf der Kopfhaut zu regulieren und so Schuppen zu bekämpfen.

3. Bockshornklee kann Irritationen und Entzündungen der Kopfhaut lindern

Bei Ekzemen, Geschwüren und Hautentzündungen kann eine Anwendung mit Bockshornklee ebenfalls Abhilfe und Linderung verschaffen, denn die Samen haben nachweislich entzündungshemmende Eigenschaften. Seit dem Jahr 1990 ist die Wirksamkeit von Bockshornklee bei Hautentzündungen im Übrigen offiziell anerkannt. Doch bereits Tausende Jahre zuvor war diese heilende Kraft der Samen bekannt und durch Zubereitung eines Breis damit sowohl Entzündungen der Haut auf Kopf und Körper als auch Ekzeme, Ausschläge, Furunkel und Geschwüre behandelt. Auch in den Schriften von Hildegard von Bingen findet man diese entzündungshemmenden Eigenschaften von Bockshornklee schon beschrieben. Irritationen und Entzündungen – auch auf der empfindlichen Kopfhaut – werden durch den Wirkstoff Diosgenin, der in Bockshornklee enthalten ist, gelindert.

4. Bockshornklee schützt und befeuchtet die Kopfhaut

Aufgrund des hohen Vitaminreichtums in den Samen von Bockshornklee versorgen diese nicht nur die Kopfhaut optimal mit Feuchtigkeit. Auch andere Hautpartien können von der äußerlichen Anwendung mit Bockshornklee profitieren. Doch vor allem trockene, schuppige und zu Spannungen neigende Kopfhaut wird durch eine Paste aus Bockshornklee beruhigt und reguliert.

Am besten eignet sich Bockshornkleepulver zum Anrühren der Kurpackung für den Kopf. Mischen Sie so viel Pulver und Wasser in einer Schale zusammen bis ein zähflüssiger Brei entsteht. Diesen können Sie dann auf die Kopfhaut geben und für etwa eine halbe Stunde einwirken lassen. Die Reste anschließend mit lauwarmem Wasser abspülen. Diese selbstgemachte Haarpackung regt aufgrund der enthaltenen Nikotinsäure und der Proteine nicht nur das Haarwachstum an, sondern spendet der Kopfhaut aufgrund der enthaltenen der Lecithine – eine chemische Verbindungsgruppe, die etwa Fettsäuren und Glycerin enthält – auch ausreichend Feuchtigkeit.

Was sagt die Forschung - Wie wirksam ist Bockshornklee für die Haare?

Die Wissenschaft untersucht die Wirkungen Bockshornklee auf die Gesundheit schon seit einiger Zeit, dennoch gibt es kaum nennenswerte Studien, die sich dem expliziten Zusammenhang von Bockshornklee und Haarausfall widmen.

Eine erwähnenswerte Studie wurde im Jahr 2006 durchgeführt. Teilgenommen habe 60 Personen zwischen 30 und 67 Jahren. Davon waren genau die Hälfte weibliche Probandinnen. Das sogenannte Hamburger proDERM Institut führte die Studie in Kooperation mit der Universität in Hohenheim durch. Alle Teilnehmer wurden in insgesamt zwei Gruppen unterteilt, wovon jeweils eine Gruppe täglich Placebos erhielt. Die andere Gruppe hingegen bekam jeden Tag Bockshornklee verabreicht. Ein halbes Jahr lang dauerte die Studie an, deren Ergebnisse eindeutige Hinweise auf die Wirksamkeit von Bockshornklee auf die Haargesundheit zuließen. Denn die Dichte des Haares war bei der zweiten Gruppe deutlich angestiegen. Um 82,9% soll sich die Dicke und die Dichte der Haare der Probanden verbessert haben. Weitere 74,3% der Testpersonen berichteten über eine bessere Resistenz gegen Haarausfall.

​Die Heilpflanze im Detail

Was ist Bockshornklee?

Bockshornklee gehört zu den einjährigen Pflanzen und stammt ursprünglich aus dem indischen und afrikanischen Raum. Das Kraut mit seinen kleinen Schoten, die winzige braune Samen enthalten, neigt dazu in warmen Klimazonen in verschiedenen Teilen der Welt wie Nordamerika, China, Australien, Ägypten und dem Nahen Osten zu wachsen. Doch auch im südlichen Europa kann man Bockshornklee mittlerweile finden. In Deutschland gibt es nur wenige kleine Gebiete, die die Heilpflanze anbauen. Die Bockshornkleepflanze bildet sogenannte Pfahl- und Seitenwurzeln aus und kann zwischen April und August geerntet werden. Bockshornklee wird seit Jahrtausenden in der traditionellen Medizin wegen seiner antimikrobiellen, entzündungshemmenden, antidiabetischen und tumorschwächenden Eigenschaften verwendet. Zwar bildet der Bockshornklee auch Blüten, doch für Heilzwecke sind diese und auch die Blätter uninteressant, da lediglich die Hülsen und die darin enthaltenen Samen heilende Kräfte haben.

​Nährwerte

Jede einzelne Hülse des Bockshornklees kann bis zu zwanzig Samen enthalten, die dann zu medizinischen Zwecken – als Tee zubereitet, als Pulver gemahlen oder in Kapseln verwertet – zu äußeren und inneren Anwendungen genutzt werden können. Vor allem für die Gesundheit der Haare bietet Bockshornklee aufgrund seines Vitalstoffgehaltes einige Vorteile, denn er enthält etwa das essentielle Mineral Eisen, das Sauerstoff zwischen den Gewebeteilen unseres Körpers transportiert. Eisen transportiert daher auch Sauerstoff zu den Haarfollikeln und sorgt dafür, dass sie stark und gesund bleiben. Eisenmangel hingegen führt oft zu Haarausfall. Auch aus ernährungsphysiologischer Sicht ist Bockshornklee durchaus gesund, wie Sie aus nachstehender Nährwerttabelle entnehmen können.

Kalorien

347 kcal

Kohlenhydrate

​48 g

​Proteine

​23 g

​Fett

6 g

​Ballaststoffe

​10 g

Natrium

67 mg

​Kalium

​770 mg

​Calcium

​​176 mg

​Magnesium

191 mg

​Phosphor

296 mg

​Schwefel

​100 mg

​Chlorid

​60 mg

​Eisen

​33,5 mg

​Zink

​2,5 mg

​Mangan

​2 mg

Kupfer

1 mg

​Fluorid

​50 µg

​Iodid

​5 µg

Wie man Bockshornklee verwendet

Bockshornklee können Sie als routinierter Heilpflanzensammler durchaus selbst pflücken. Allerdings sollten Sie als Laie in jedem Fall auf gekaufte Samen des Bockshornklees aus dem Reformhaus zurückgreifen. Die Samen können Sie daheim selbst im Mörser zerstoßen oder aber direkt das gemahlenen Pulver kaufen, aus dem sich sowohl Tees als auch Haarwässerchen und Pasten herstellen lassen. Zur Stärkung von innen können Sie auch Bockshornklee-Kapseln oder Tabletten sowie aus Bockhornklee gewonnenes Öl kaufen.

Basische Bockshornkleesamen-Haarmaske

Geben Sie 2 Esslöffel gemahlenen Bockshornklee in eine Schale und bedecken das Pulver mit etwas Wasser. Lassen Sie alles über Nacht ziehen und massieren die Paste am nächsten Tag in die Kopfhaut ein. Nach 20 Minuten wie üblich ausspülen.

Bockshornklee-Pulver gegen Haarausfall

Das Samenpulver bekommen Sie ebenfalls bereits fertig zu kaufen und es eignet sich vor allem zur äußeren Anwendung gegen Haarausfall, da sich Bockshornklee-Pulver mühelos dosieren lässt.

Bockshornklee-Kokosnuss-Haarmaske

Nehmen Sie 2 Esslöffel gemahlene Bockshornkleesamen – alternativ können Sie im Mörser auch selbst die Samen fein mahlen – und vermengen diese in einem Gefäß mit einem Esslöffel Kokosöl oder Kokosmilch bis eine Paste entsteht. Diese sollten Sie sich in die Kopfhaut einmassieren und 20 Minuten einwirken lassen und anschließend mit klarem Wasser abspülen. Bockshornklee-Pulver können Sie zur Herstellung von Haarmasken ebenso verwenden wie die Samen, die Sie jedoch noch zerkleinern sollten, um deren volle Wirksamkeit auszuschöpfen.

Bockshornklee hat im Übrigen einen sehr starken Eigengeruch weshalb Ihre Haare und Ihre Kopfhaut auch noch ein paar Tage nach der Behandlung mit Bockshornklee danach riechen können. Die jeweilige Maske sollten Sie stets vorsichtig auftragen und ausspülen, um ein Reißen und zusätzliches Ausfallen der Haare zu vermeiden. Sofern Sie Irritationen der Haut feststellen oder gar eine Zunahme des Haarausfalls verzeichnen, sollten Sie Haarmasken aus Bockshornklee natürlich nicht mehr benutzen.

​Dosierung und Nebenwirkungen

Die Dosierungsvorschläge und möglichen Nebenwirkungen beziehen sich meist auf Menschen, die Bockshornklee aus einem anderen Grund – etwa zur Erhöhung der Muttermilchproduktion – einnehmen. Als Heilmittel gegen Haarausfall wurden Ergänzungsmittel mit Bockshornklee bis dato kaum untersucht, daher gibt es keine empfohlene Tagesdosis für Probleme mit Haarausfall.

Zu den mögliche Nebenwirkungen und Medikamenteninteraktion von Bockshornklee gehören Durchfall, Magenverstimmung, Schwindel und ein verändert riechender Urin.

Schlussfolgerung

Bei Entzündungen der Atemwege, des Magen-Darm-Traktes aber auch der Haut findet Bockshornklee mittlerweile Anwendung. Auch zur Behandlung von Haarausfall und zur Vorbeugung von Haarverlust kommen die Samen der Heilpflanze immer häufiger zum Einsatz. Allerdings beruhen die meisten positiven Berichte in diesem Zusammenhang auf Erfahrungsberichten und weniger auf wissenschaftlichen Untersuchungen. Daher sollten Sie Bockshornkleesamen und -ergänzungen mit Vorsicht verwenden und sich vor Gebrauch stets mit ihrem Arzt über die richtige Dosierung beraten. Wenn Sie Gefallen an dem Artikel gefunden haben, können Sie diesen gerne teilen, liken oder kommentieren.


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